65 Menschen gerettet: Großübung fordert 200 Einsatzkräfte auf Stift Göttweig
GÖTTWEIG. Bei einer Großübung der Blaulichtorganisationen stellten am Samstagabend mehrere hundert Einsatzkräfte aus dem Raum Krems ihr Können auf Stift Göttweig unter Beweis. Annahme war, dass es bei Bauarbeiten zu einem Teileinsturz des historischen Gebäudes gekommen ist. Die Einsatzkräfte mussten bei dieser Übung zahlreiche Besucher in Sicherheit bringen und medizinisch versorgen.

200 Feuerwehr und Rot-Kreuz-Mitglieder, das Team des Kremser Notarzthubschraubers Christophorus 2 sowie Polizeibeamte und Mitarbeiter des Bundesheeres übten am Samstagabend auf Stift Göttweig verschiedene Einsatzszenarien unter Realbedingungen. So mussten die Helfer unter anderem mit einem Stromausfall sowie Staub und Rauch zurechtkommen. In den dunklen und verrauchten Schauräumen gerieten Besucher in Panik. Insgesamt wirkten rund 65 Personen als Darsteller mit, die Bauarbeiter oder Besucher verkörperten.
Feuerwehr mit Atemschutz und Drehleiter im Einsatz
Der Gefahrenbereich wurde von fünfzehn Feuerwehren abgesichert. Rund 25 Personen wurden unter den Trümmern des alten Apfellagers sowie der darüber liegenden alten Küche vermisst. Aufgrund einer Verrauchung mussten die teils schwer verletzten Personen von mehreren Atemschutztrupps gerettet werden. Mithilfe von Wärmebildkameras wurde nach Verletzten und eingeschlossenen Personen gesucht, die teilweise auch mittels Drehleiter aus den oberen Stockwerken gerettet wurden.
Rotes Kreuz musste zahlreiche Personen versorgen
Das Rote Kreuz übernahm die medizinische Versorgung und errichtete dafür eine Sanitätshilfsstelle. Insgesamt waren acht Schwerverletzte und 26 leichter Verletzte dort zu versorgen und für den Transport in umliegend Krankenhäuser vorzubereiten. Gleichzeitig galt es auch entsprechende Transportfahrzeuge zu koordinieren. Aber auch die unverletzten Personen, die über keine Symptome klagten, waren zu betreuen. Dafür stand das Kriseninterventionsteam zur Verfügung.
Kulturschätze gerettet
Eine weitere Herausforderung nach der Menschenrettung stellte der Kulturgüterschutz dar. Erstmals war daher die Abteilung Kulturgüterschutz des Österreichischen Bundesheeres eingebunden, die wertvolle Bilder und Ausstellungsstücke in Sicherheit brachte. Die Polizei regelte den Verkehr, um weitere Besucher vor Schaden zu bewahren.
Zusammenarbeit auf dem Prüfstand
Geübt und trainiert wird bei diesen Übungen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einsatzorganisationen, um bei einem Massenanfall von Erkrankten und Verletzten koordiniert vorgehen zu können. Auch die technischen Hilfsmittel werden auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Neben dem taktischen Vorgehen der Einsatzkräfte bewerten die Übungsbeobachter vor allem die Zusammenarbeit.
180 ehrenamtliche Helfer
Ihr Können stellten bei dieser Großübung 120 Florianis aus den Feuerwehren Steinaweg, Furth, Palt, Oberfucha, Paudorf, Krustetten, Meidling, Tiefenfucha, Höbenbach, Mautern, Mauternbach, Baumgarten, Krems, Langenlois und Herzogenburg unter Beweis. Hinzu kamen 60 Sanitäter, Kriseninterventionsmitarbeiter und Notärzte der Rot-Kreuz-Bezirksstellen Krems, Langenlois und Herzogenburg sowie den Rot-Kreuz Ortsstellen Gföhl und Spitz.
Notarzthubschrauber landete im Stiftshof
Auch eine Landung des Kremser Notarzthubschraubers Christophorus 2 war geplant. Diese musste jedoch zunächst abgesagt werden, weil die Crew bei „echten“ Einsätzen gefordert war. Schließlich landete der Hubschrauber nach Ende der Übung doch noch im Stiftshof - sehr zur Freude der Feuerwehrjugend. Begeistert verfolgten die Nachwuchsflorianis die Ankunft des Helikopters, einige von ihnen durften ihn schließlich sogar von innen erkunden.
Abschluss mit Umtrunk im Stift
Weiters waren zwei Mitarbeiter des Österreichischen Bundesheeres sowie mehre Polizeibeamte in die Übung eingebunden. Das Benediktinerstift Göttweig war mit sechs Mitarbeitern und vier Mönchen vertreten – diese sollen den Helfern auch im Ernstfall als Lotsen und mit besonderer Ortskenntnis zur Verfügung stehen. Nach der Übung luden Abt und Konvent alle Teilnehmer auf einen Umtrunk und zum Erfahrungsaustausch ein.


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