Anton Riepl: „Es ist kein Center, es ist ein kleiner Stadtteil“

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Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 16.10.2019 12:50 Uhr

GALLNEUKIRCHEN. Ab dem 14. November feiert Anton Riepls großes Bauprojekt „One“ Eröffnung. Tips hat mit dem Unternehmer und „Schaffer“ dieses Stadtteils nicht nur über den Bau, sondern auch über seine eigene Geschichte gesprochen.

Anton Riepl ist das, was man als einen waschechten Gallneukirchner bezeichnen kann. Der 1960 in der Gusenstadt geborene Riepl ging nicht nur vor Ort zur Schule, er begann nach dem Besuch einer Linzer Büroschule auch seine Lehre im elterlichen Betrieb, der sich schon damals in der Dienergasse befand. Ebenfalls als Lehrling tätig war er aber auch bei einem kleinen Metzger in Linz, den es aber mittlerweile nicht mehr gäbe. „Wie so viele“, erzählt Riepl im Tips-Gespräch. Eine Thematik, die ihn noch früh genug selbst beschäftigen würde.Früh hat der heutige Unternehmer übrigens auch seine Meisterprüfung absolviert, bereits mit Anfang 20. Ein Umstand, der damals nicht gang und gäbe war: „Das war damals nicht so üblich und klar. Aber aufgrund dessen, weil ich mich als Junger schon sehr engagiert habe, ich das schon gewusst und können habe und war da vielleicht ein bisschen bevorzugt, habe ich bald antreten können“, erinnert sich der Gallneukirchner.

Gegen das Ortssterben

Ein Zeitsprung: Sein erstes großes Projekt begann für Anton Riepl im Jahr 1993, als mit dem Neubau des Betriebs begonnen wurde. Schon damals gab es Herausforderungen zu meistern: Denn mit dem einige Jahre darauf folgenden EU-Beitritt gab es beispielsweise neue Hygienevorschriften. In dieser Zeit begann Riepl außerdem – angefangen mit dem Habringer-Haus – Gebäude im Zentrum zu erwerben, die leer standen. Sein Ziel war es zunächst, durch den Ankauf der Häuser etwas Neues zu schaffen und auch, um eine größere Gasse zu errichten. Zeitgleich führte das Unternehmen eine Filiale in Ottensheim, wo das Ortssterben bereits begonnen hatte. Ein Umstand, der Riepl stark missfiel. Dies war eine Entwicklung, die er für seinen Heimatort auf keinen Fall wollte: „Ich wollte, da wo ich geboren bin, wo mein Stammhaus, wo das Herzblut drinnen ist, das Geschäft nicht schließen, weil alle anderen hinausziehen und nichts mehr los ist.“ Und so entstand eine Idee.

Viel Kraft und viel Zeit

„Nur eines habe ich vollkommen unterschätzt: Erstens die Kraft, die man dazu braucht. Da hat mich mein Onkel immer wahnsinnig unterstützt, beraten und auch geholfen in schwierigen Zeiten. Und dann hat man auch immer auf die Minute – wenn man so ein Haus kaufen will – sofort liquide sein müssen. Da hat er mich ganz stark unterstützt. Und dass das so lange dauert, das habe ich nicht geahnt.“ Nicht nur die Hauskäufe, auch die vielen anderen Faktoren, der Architektenwettbewerb, die Genehmigungen, die Finanzierungen – all das war laut Riepl sehr mühsam. „Aber wir sind kurz vorm Fertigwerden und jetzt brauchen wir nur mehr schauen, dass es ordentlich fertig und mit Leben erfüllt wird“, so der vierfache Vater, der die verspätete Eröffnung mit Verzögerungen bei den Außenarbeiten begründet.

Die Namensentstehung

Den Namen für den kleinen „Stadtteil“ gibt es übrigens schon lange, wie Riepl im Gespräch verrät. Schon vor dem Start wurde in der Familie über diesen beraten. Seinen Namen wollte er aber nicht verwenden und schon gar nicht in Verbindung mit dem Begriff „Center“: „Es ist kein Center, es ist ein kleiner Stadtteil. Und das wollte ich. Genau wie die Geschäfte früher waren: Dort war der Frisör drinnen, dort war der Sattler drin, dort war ein Tischler, da früher eine Drogerie in meiner Kindheit. All das waren ganz normale Geschäfte, wo man von Geschäft zu Geschäft gegangen ist, oder eben dort eingekauft oder gearbeitet hat. Genau das entsteht in einer neuen, besseren Form.“

Sinn des Namens war es auch, den ganzen Geschäften vor Ort einen gemeinsamen Übertitel zu geben: „Wir wollten einen kurzen, prägnanten Namen. Wir hatten ihn schon beinahe zwei Jahre in der Tasche gehabt und haben ihn nie Preis gegeben. Bis auf ganz wenige Leute und die haben nichts gesagt. Ich wollte es prägnant haben – und es ist ja die Nummer eins wenn man herein fährt über die Brücke. Es ist das Erste“, erklärt der Bauherr. 

Verzögerungen der Eröffnung wegen Außenarbeiten

Dass der ursprünglich geplante Eröffnungstermin für das One nicht eingehalten werden konnte, hänge laut Riepl mit Verzögerungen bei den Außenarbeiten zusammen: „Es wurde eine Isolierung angebracht, die dann wieder entfernt werden musste. Da hat dann die Außenanlage mehr als eine ganze Woche gebraucht.“ 

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