Katholische Arbeitnehmer warnen vor "Angriff auf Sozialstaat"
GAMING. Bei der Sommerakademie der „Katholischen Arbeitnehmer/innenbewegung Österreichs“ (KAB) in Gaming sind „Angriffe auf den Sozialstaat durch die Bundesregierung“ kritisiert worden.

Der katholischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien etwa die Auswirkungen des Zwölf-Stunden-Tages, fehlende Kinderbetreuung oder die Kürzungen beim Arbeitsmarktservice AMS ein Dorn im Auge.
Brückenschlag zwischen Arbeiterschaft und Kirche
An der dreitägigen Konferenz mit KAB-Aktivisten und Betriebsseelsorgern von 27. bis 29. August nehmen auch Funktionäre des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Arbeiterkammer NÖ sowie Betriebsräte teil. Ziel der Sommerakademie ist der Brückenschlag zwischen Kirche und Arbeiterschaft. Sie signalisiere, dass der Kirche die Arbeiterschaft ein ganz wichtiges Anliegen sei. Bei der KAB und bei der Gewerkschaft gebe es viele Übereinstimmungen, waren sich die Teilnehmer einig. Die Inputs der Referenten seien wichtig für die Arbeit der christlichen Aktivisten, Betriebsseelsorger und Arbeitnehmer-Vertreter in den Betrieben und Pfarren.
„Christlich geht anders“
Heftige Kritik gibt es an der Kürzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung und der Notstandshilfe. Man verwehrte sich auch scharf gegen das Ausspielen von in- und ausländischen Arbeitnehmern. “Christlich geht anders“ sagen die christlichen Arbeiter-Vertreter „angesichts des Abbaus des Sozialstaates zulasten derer, die auf die Leistungen des Sozialstaates angewiesen sind“. Das widerspreche der christlichen Menschenwürde, die allen Menschen im gleichen Maße zukommen müsse, so der Tenor. Die Tagungsteilnehmer forderten einen starken Sozialstaat statt neoliberaler und entwürdigender Kürzungen im Sozialbereich. Man wolle überdies keine Festung Europa. Im Blick auf die EU-Wahlen 2019 wolle man ein Europa, in dem der soziale Zusammenhalt gestärkt werde.


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