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Weigmann baut Uhr mit nur fünf Sekunden Gangabweichung pro Jahr
Gampern. Er ist ein Tüftler und Spezialist. Schon einmal besuchte Tips den Uhrmacher, Goldschmied, Graveur und Optiker in Pension, Gerhard Weigmann, bei sich zuhause in Gampern und besah sich die Schmuckstücke, die er dem Zahn der Zeit entreißt. Nun ist ihm wieder ein Kunststück gelungen: eine Präzisions-Sekunden-Pendeluhr – einzigartig auf der Welt.

Weigmann verliert sich zwar in seiner Arbeit, doch die Zeit verliert er dabei nie aus den Augen. Kein Wunder – rund 20 Uhren, darunter sehr kostbare Schmuckstücke, sagen ihm die Stunde an. Weigmann ist Uhrmacher in Pension und eigentlich ein Besessener. Uhren, die gerade noch dem Altstoffsammelzentrum entkommen sind, verwandelt er in museumsreife Kostbarkeiten – mit viel Wissen, viel Liebe und vor allem Perfektion bis ins kleinste Detail. Was kaputt ist, wird ersetzt, was schlecht restauriert wurde, macht Weigmann neu, und nebenbei wird auch noch kunsthistorische recherchiert und dokumentiert. Uhr geht nur fünf Sekunden im Jahr nach Gerade erst ist ihm etwas ganz Kostbares gelungen: Zum Spaß fertigte er eine Präzisions-Sekunden-Pendeluhr mit einer Gangabweichung von fünf Sekunden pro Jahr an. Invarstahl macht es möglich. Invar ist eine Eisen-Nickel-Legierung mit einem sehr geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten. Den Invarstahl verwendet er, um das Pendel darauf aufzuhängen. Das ist das Geheimnis. Bis 1935 sagten Uhren wie diese auf jedem Observatorium die Zeit an. Die Atomuhr verdrängte schließlich die Uhren. Das Material bezieht Weigmann aus ganz Europa – 12.000 Euro hat es gekostet. Von der Arbeitszeit, die er investiert hat, um die Uhr zu bauen, ganz zu schweigen. Aktuell ist sie 50.000 Euro Wert und einzigartig auf der Welt. Für eine der Uhren hat Weigmann schon einen Platz in seinem 300 m2 großen Haus gefunden. Die zweite Uhr wäre noch zu haben. Gelernt hat Weigmann den Beruf des Uhrmachers in Karlstein. Die Höhen und Tiefen des Berufes verfolgt der Perfektionist seither mit wachsamen Augen, und muss traurig feststellen, dass es heute nicht einmal mehr eine Berufsschule in Karlstein gebe. Der Wandel des Berufes Uhrmacher sei extrem und eine Ausbildung wie Weigmann sie erhalten habe, stünde schon lange nicht mehr an der Tagesordnung. Jetzt ist die Uhr wieder ein Schmuckstück Glücklicherweise gibt es da eben noch einen Kenner und Könner in Gampern, der weiß, wie Alabaster zu behandeln ist, der weiß, wie man vergoldet, Zahnräder nachsticht, schleift, bläut und, und, und. Wissen, das auch einer Uhr des Juweliers Heiter aus Schwanenstadt guttat. Ziemlich heruntergekommen kam sie zu Weigmann, und dieser verwandelte mit viel Liebe zum Detail die Uhr in eine Kostbarkeit. Entzückend ist die Uhr jetzt anzusehen, wenn sie die Stunde ansagt und kleine Figuren in Bewegung versetzt. Ohne einen Weigmann stünde die Uhr wohl noch immer still. Weitere Infos gibt es unter: www.antikfeinuhrmacher.at, 07682/39090, 0664/73586858


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