„Da wird schon wer kommen“
GARSTEN. Das Sicherheitsgefühl in Österreich und in der Region Steyr ist sehr hoch. Zu Recht, wie die Einsatzorganisationen betonen. Dennoch fordern sie von der Bevölkerung mehr Eigenverantwortung ein.

Egal ob Brand, Verkehrsunfall, Hochwasser oder eine Katze am Baum. Die Einsatzkräfte sind in der Regel immer rasch vor Ort. Deshalb gibt es in der Bevölkerung auch das Gefühl, „da wird schon wer kommen“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Mayr. Er fordert allerdings mehr Eigenverantwortung ein. „Generell kann man sagen, dass die Leute selbstständiger sind, je ländlicher das Gebiet wird.“
Infotag in Garsten
Der österreichische Zivilschutztag findet am Samstag, 5. Oktober, statt. Danach wird in den Medien wohl wieder berichtet, dass über 99 Prozent der Sirenen funktionieren. „Das wissen wir aber ohnehin, weil wir das jeden Samstag testen. Es geht darum, die Bevölkerung mit den verschiedenen Signalen vertraut zu machen“, betont Mayr. In der Region wird der 5. Oktober für einen großen Bezirkssicherheitstag am Sportplatz-Areal bzw. dem Mehrzwecksaal in Garsten genutzt. Eigentlich war die Veranstaltung auf Initiative von Norbert Dirnberger als Gemeindesicherheitstag gedacht, durch die Kooperation mit dem OÖ Zivilschutzverband ist nun der gesamte Bezirk Steyr-Land eingeladen. „Die Besucher werden einen spannenden, abwechslungsreichen und auch sehr informativen Tag erleben“, sagt Bezirkshauptfrau Carmen Breitwieser.
Keine Scheu haben
Neben Zivil- und Selbstschutzmaßnahmen steht beim Bezirkssicherheitstag die Arbeit der Einsatzorganisationen im Mittelpunkt. Eine gemeinsame Übung beginnt um 14 Uhr, dabei wird ein Verkehrsunfall angenommen. Aus dem Publikum wird ein Ersthelfer zufällig ausgewählt. „Damit kann eine Stresssituation wie bei einem echten Unfall gut simuliert werden“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Mayr. „Wir wollen den Leuten die Scheu nehmen und genau erklären, was wann zu tun ist.“
Neue Bezirksleiterin
Nachdem die Position in den letzten Jahren nicht offiziell besetzt war, wird in Garsten auch die neue Zivilschutz-Bezirksleiterin Barbara Spöck vorgestellt. Als Leiterin der Abteilung Sicherheit und Verkehr bei der Bezirkshauptmannschaft Steyr-Land ist die Gleinkerin auf diesem Gebiet ohnehin Expertin. „Gerade in den ersten Minuten kann rasches Handeln Leben retten. Deshalb ist es wichtig, jederzeit auf Notfallsituationen vorbereitet zu sein“, sagt Spöck. „In meiner neuen Funktion ist es meine Aufgabe, das Bewusstsein der Bürger für Eigenvorsorge und Selbstschutzmaßnahmen zu stärken.“
Blackout möglich
Mit dem Katastrophenszenario des Blackout – also einem länger dauernden, kompletten Stromausfall – beschäftigt sich der Zivilschutzverband schon seit einigen Jahren und ruft die Bevölkerung auf, für so eine Notfallsituation vorzusorgen. „Ein Blackout könnte jederzeit eintreten, das Stromnetz wird instabiler“, betont OÖ-Zivilschutzpräsident Michael Hammer. „Jeder Bürger sollte mindestens eine Woche autark leben können, das Haus nicht verlassen müssen und keine fremde Hilfe benötigen.“ Entsprechende Folder, wie man sich auf das Szenario am besten vorbereitet, liegen beim Bezirkssicherheitstag in Garsten auf, außerdem kann man sich online auf der Seite www.zivilschutz-ooe.at informieren.
Zivilschutz-Akademie
Schon bald soll in Steyr-Land ein großer Blackout-Vortrag stattfinden. Außerdem werden im Rahmen der Zivilschutz-Akademie zwei kostenlose Abendseminare in der Bezirkshauptmannschaft angeboten. Termine sind der 28. November 2019 und der 23. März 2020. Anmeldungen ab sofort unter Tel. 0732/652436 oder office@zivilschutz.at<


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