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Sommergespräche der Waldviertel Akademie gingen zum 36. Mal über die Bühne

Olivia Lentschig, 10.09.2020 11:16

WEITRA/GMÜND. „ZeitenWende. WendeZeit“ lautete das diesjährige Thema der Internationalen Sommergespräche der WALDVIERTEL AKADEMIE, die von 3. bis 6. September stattfanden. Das viertägige jährliche Highlight konnte trotz Pandemie mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept mit zwei Präsenz- und drei Onlineveranstaltungen erfolgreich durchgeführt werden. Der diesjähriger Eröffnungsredner Matthias Strolz lockte am 3. September fast 200 Gäste in das Schloss nach Weitra.

  1 / 3   Der diesjährige Eröffnungsredner Matthias Strolz überzeugte auf voller Linie. Am Bild zu sehen mit dem WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzenden Ernst Wurz Foto: Julia Wurz

Bei der Planung im Herbst 2019 war COVID-19 noch kein Thema. Mit den Auswirkungen der Pandemie und den Einschränkungen im öffentlichen Leben, hätte das diesjährige Jahresthema der Kultur- und Bildungsinstitution nicht treffender sein können. „Die WALDVIERTEL AKADMIE trifft damit ins Zentrum eines gemeinsamen Gefühls“, so Bundespräsident Van der Bellen, der mittels Videogrußbotschaft an der Offiziellen Eröffnung der 36. Internationalen Sommergespräche teilnahm. Dass wir die Chancen und Möglichkeiten erkennen müssen, die der Krise innewohnen, betonte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, die ebenfalls eine Video-Botschaft übermittelte.

Der diesjährige Eröffnungsredner Matthias Strolz begeisterte mit Humor, Leidenschaft und Temperament. Indem er die Krise als „Hebamme für das Neue“ bezeichnete, unterstrich er eine seiner Kernaussagen „Die Irritation ist die Mutter der Innovation“ und schuf einen positiven Blick in die Zukunft, die viele Türen bereithalten wird. „Ich gehe sogar so weit zu behaupten, das Jahr 2020 sei wegweisend für jeden einzelnen von uns“, so Simone Brodesser, die Geschäftsführerin der WALDVIERTEL AKADEMIE.

Die offizielle Eröffnung im Namen der Landeshautpfrau Johanna Mikl-Leitner führte Landtagsabgeordnete Margit Göll durch. Sie zeigte sich, ob der großen Relevanz des Themas, sehr erfreut und dankt der WALDVIERTEL AKADEMIE.

Rege Podiums- und Publikumsdiskussion über die Zukunft Europas

Spannende Gespräche gab es am Freitag zum Thema Thema: „Europa – was jetzt“ Die ORF-Journalistin Eva Pfisterer diskutierte mit Karin Kneissl, Vladimír Špidla und Martina Handler im Palmenhaus in Gmünd. „Geopolitik bedeutet Realpolitik“, lautete die zentrale These, der ehemaligen Außenministerin Kneissl, die sie mit einer nicht-eurozentrischen Weltkarte untermauerte und von der Vorherrschaft Chinas warnte. Die Politikwissenschaftlerin Handler stellte mit Bürgerräten eine neue Form der Bürgerbeteiligung in den Raum und weckte damit das Interesse vieler Anwesender. Špidla – früherer CZ-Ministerpräsident und EU-Kommissar – lobte den Wert der Europäischen Union als beispielsgebend für die politische Weltbühne. Als er im Anschluss die Forderung eines europäischen Heeres äußerte, erweckte er eine rege Publikumsdiskussion.

Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen fand online statt

Zwei Tage der Sommergespräche fanden heuer coronabedingt digital statt. Die Veranstaltungen sind jederzeit auf dem Youtube-Kanal „waldviertel.akademie“ abrufbar. Auf der Homepage der WALDVIERTEL AKADEMIE befindet sich ebenfalls ein entsprechender Hinweis.

„Die gute Beteiligung an unseren beiden Präsenzveranstaltungen hat gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger wieder Begegnungen mit Experten brauchen, um über grundsätzliche Fragen der Gesellschaft zu diskutieren“, zieht Ernst Wurz, Vorsitzender der WALDVIERTEL AKADEMIE, Resümee zu den 36. Internationalen Sommergesprächen: „Wir durften die positive Erfahrung sammeln, dass Diskussionsveranstaltungen, unter Einhaltung der COVID-Sicherheitsbestimmungen, sehr gut umsetzbar sind.“


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