Analyse: Bezirk liegt bei Verkehrstoten im Mittelfeld
BEZIRK. 430 Menschen verloren im Vorjahr bei Verkehrsunfällen ihr Leben. In nur 15 Bezirken passierte ein Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle, wie eine aktuelle Verkehrsclub Österreich (VCÖ)-Analyse zeigt. Der Bezirk Gmünd liegt in der veröffentlichten Analyse mit einem Verkehrstoten im Jahr 2014 im Mittelfeld. Der VCÖ fordert daher verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren und Ablenkung am Steuer sowie ein verbessertes öffentliches Verkehrsangebot in den Regionen.

Die meisten Todesopfer waren im Vorjahr in den niederösterreichischen Bezirken Baden und Neunkirchen zu beklagen, wo jeweils 13 Menschen ums Leben kamen. Allein in diesen beiden Bezirken kamen mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben als im gesamten Bundesland Vorarlberg oder in ganz Wien, macht der VCÖ aufmerksam. Die aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass allein in 15 Bezirken ein Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle passierte. „Das Ziel, kein tödlicher Verkehrsunfall, wurde im Vorjahr immerhin in fünf Städten und 13 Bezirken, davon elf in Wien, erreicht. Besonders erfreulich ist, dass mit Innsbruck auch eine große Landeshauptstadt dieses Ziel erreicht hat“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.
Auch der 5-Jahresvergleich zeigt, dass sich ein hoher Anteil der tödlichen Verkehrsunfälle auf wenige Bezirke Österreichs konzentriert. Die meisten Todesopfer waren in den Jahren 2010 bis 2014 im steirischen Bezirk Liezen zu beklagen: Allein hier starben 66 Menschen bei Verkehrsunfällen, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Sehr hoch war der Blutzoll auch im Bezirk Zell am See (58 Verkehrstote), Bezirk Neunkirchen (57 Verkehrstote), Bezirk Baden (54 Verkehrstote) und Bezirk Gänserndorf (53 Verkehrstote). „Keinen tödlichen Verkehrsunfall gab es in diesen fünf Jahren nur in Rust und in den Wiener Bezirken Josefstadt und Währing“, so VCÖ-Experte Gansterer.
Auf den Straßen des Bezirks Gmünd verloren in den vergangenen fünf Jahren insgesamt zehn Menschen ihr Leben.
Städt sicherer als ländliche Regionen
Insgesamt ist die Verkehrssicherheit in den Städten deutlich höher als in den Bezirken. Im Vorjahr starben 55 Menschen bei Verkehrsunfällen in den Landeshauptstädten und den sieben weiteren Statutarstädten, das sind rund 13 Prozent der tödlich Verunglückten. In diesen Städten leben aber rund 35 Prozent von Österreichs Bevölkerung, zusätzlich gibt es hier viele Einpendler und Touristen. „In den Städten ist das Tempo deutlich niedriger und vor allem werden viele Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. In Summe zu weniger Unfällen und mehr Verkehrssicherheit“, stellt Gansterer fest.
Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo und Ablenkung am Steuer. Gleichzeitig ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in den Regionen zu verbessern. Jede Bezirkshauptstadt Österreich soll gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar sein. Für die Verkehrssicherheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind zudem Disco- und Nachtbusse sehr wichtig. „Oft scheitert dieses Angebot an der Finanzierung. Deshalb wäre es wichtig, dass ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen dafür zweck gewidmet wird und den Gemeinden für diese Angebote zur Verfügung steht“, betont der Experte.


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