Irgendwann kann man dann nicht mehr spielen
GMÜND. Die Orgel in der Pfarrkirche St. Stephan in der Stadt ist in schlechtem Zustand. Ein Benefizkonzert zugunsten ihrer Renovierung soll finanzielle Mittel einbringen. Tips traf sich mit der ehrenamtlichen Organistin Grete Schwingenschlögl zu einem Lokalaugenschein. von ERICH SCHACHERL

Die Orgel auf der Empore der dem Heiligen Stephanus geweihten Pfarrkirche in Gmünd sieht aus, als wäre sie in tadellosem Zustand. Auch wenn sie gespielt wird, klingt es so, als sei alles in Ordnung. Bekanntlich liegt der Teufel ja im Detail und genau das ist tatsächlich auch hier der Fall. Die ehrenamtliche Organistin Grete Schwingenschlögl, die das Instrument seit vielen Jahren regelmäßig spielt und besser kennt als jeder andere erzählt: „Derzeit ist die Orgel noch in so einem Zustand, dass man nicht hört, dass sie wirklich schon renovierungsbedürftig ist. Tatsächlich gehört sie auseinander genommen. Die Pfeifen müssen gereinigt werden, damit die Stimmung hält. Der Schimmelbefall an einigen Stellen muss behandelt werden. Und die Bälge aus Ziegenleder müssen erneuert werden“.
Irgendwann nicht mehr spielbar
Was passiert, wenn diese Arbeiten nicht bald durchgeführt werden, ist ein Szenario, an das sie am liebsten gar nicht denken möchte. „Irgendwann wird man hören, dass die Orgel falsch klingt. Immer weniger Pfeifen werden brauchbar sein und weiter gedacht kann man irgendwann nicht mehr darauf spielen“, erzählt sie mit ein wenig Sorge in ihrer Stimme. Denn das würde auch bedeuten, dass sie dann nicht mehr bei Messen spielen kann. „Mir ist die Liturgie wichtig. Ich begleite die Gemeinde bei den Gottesdiensten, das sehe ich als meine zentrale Aufgabe“, schildert die ehemalige Musiklehrerin begeistert.
Ein sensibles Instrument
Im Oktober 1968 wurde die von der Grazer Orgelbaufirma Gebrüder Krenn gebaute Orgel geweiht. 1982 musste sie erstmals generalsaniert werden, nachdem sie durch den Kirchenumbau und die Kirchenrenovierung in arge Mitleidenschaft gezogen worden war. Im Jahr 1997 folgte das nächste Service, nun ist es wieder an der Zeit. „Eine Orgel ist ein lebendiges Instrument, das hoch sensibel auf Veränderungen in der Luft reagiert“, weiß die Expertin zu berichten.
Teure Angelegenheit
Die Renovierung einer Orgel ist zeitaufwendig und eine enorme finanzielle Belastung. Deshalb haben sich der Kammerchor Gmünd, der Männergesangsverein Gmünd und das Kammerorchester Gmünd unter der Leitung von Gottfried Libowitzky und Martin Pilz zu einem gemeinsamen Benefizkonzert in der Kirche St. Stephan entschlossen. Dabei wird die betroffene Orgel natürlich auch gespielt, Harald Buchhöcker ist der konzertierende Organist. Auch weitere Konzepte zur Finanzierung der notwendigen Arbeiten werden derzeit bereits von engagierten Personen erarbeitet.
Hilfsaktion
Ein Konzert als Startpunkt einer Initiative zur Rettung des Instrumentes ist eine wunderbare Idee. Bleibt zu hoffen, dass viele Menschen das Hilfsprojekt unterstützen. Mit einem Besuch der musikalischen Veranstaltung beispielsweise. Es gibt auch noch andere Optionen. Die Organistin steht unter der Telefonnummer 0664/5411922 gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Benefizkonzert am Samstag, 20. Mai, 19.30 Uhr
Pfarrkirche St. Stephan, Stadtplatz 45, 3910 Gmünd


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