Viel Raum im neu eröffneten Space
GMÜND. Mitte November fand die Eröffnungswoche im wieder geöffneten Jugendzentrum Space statt. Dies war zugleich auch der Start für den laufenden Betrieb, der nun jede Woche stattfindet. Tips traf sich mit Rafael Friedl, verantwortlicher Sozialarbeiter im Space.
Von ERICH SCHACHERL

Mitte November 2017 hatte das Jugendzentrum Space in der Grenzgasse 3 erstmals nach einer mehrmonatigen Pause seine Türen wieder geöffnet. Von Dienstag bis Freitag ist das Jugendzentrum nun wieder jede Woche geöffnet, aktuelle Öffnungszeiten sind immer auf facebook.com/juz_gmund oder Instagram: space_gmuend zu finden.
Eröffnungswoche
Die Eröffnungswoche stand ganz im Zeichen des Kennenlernens, Ideen wurden eingebracht, Wünsche für den laufenden Betrieb geäußert und die teils schon neu gestalteten Räumlichkeiten konnten besichtigt werden. Sozialarbeiter Rafael Friedl, der für den Betrieb des Space verantwortlich ist: „Jeden Tag besuchten einige Jugendliche das Space und halfen fleißig mit, Plakate zu diversen Themen zu gestalten. So wurde über den Nutzen und die Möglichkeiten der Gartengestaltung gesprochen, sowie auf einem Plakat die kulinarischen Vorlieben und Lieblingsgetränke festgehalten.
Mitgestalten
Ein zentraler Punkt war das Einbringen von Themen, welche im Space behandelt werden sollen, was sich die Jugendlichen von einem Jugendzentrum erwarten und was angeboten werden soll. Dabei wurden viele interessante Punkte genannt, sowie Themen und Interessen aufgezeigt. So kam zum Beispiel die Idee eines Graffiti Workshops, themenorientierte Spieleabende, ein Yoga Kurs, Filmveranstaltungen, ein Mädchen Café, sowie ein Wuzzl-und Dart Turnier und vieles mehr. Diese sollen in den nächsten Wochen und Monaten umgesetzt werden“.
Frischer Wind
Rafael Friedl bringt frischen Wind in seinen neuen Job mit, über den er sehr glücklich ist. Nach zwölf Jahren Berufserfahrung und Umschulung in Wien ist er endlich wieder in seinem geliebten Waldviertel und kann seinem Herzensweg, der Arbeit mit Menschen, insbesondere Jugendlichen folgen.
Freiraum statt Zentrum
Eine der neuen Ideen beginnt schon beim Namen der Einrichtung. „Ich möchte den Namen von Jugendzentrum auf Jugendfreiraum ändern, weil ein Raum ganz was anderes ist, wie ein Zentrum. Und Space steht ja auch für einen großen freien Raum, das passt also gut“, lässt er wissen. Das Space soll ein Treffpunkt für Jugendliche egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts oder religiöser Orientierung werden.
Neue Ideen
„Das Jugendzentrum Gmünd möchte ich mit einem neuen Konzept wieder aufleben lassen, welches vermehrt professionelle Beratung und Vernetzung zu den Themen Job, Lehre, nach der Schule, finanzielle Ansprüche, AMS, BMS, Unterhaltspflichten der Eltern, Drogen, Alkohol, Caritas, AMS, Wifi, BfI, Kids Nest und so weiter beinhaltet, sowie aufsuchende Jugendarbeit und Streetwork mit sich bringt. Die Jugendlichen sollen sich einbringen und mithelfen, einen Raum nach ihren Bedürfnissen zu erstellen“. Als Freizeitangebote stehen ein Wuzzler, Billiardtisch, Dart, Brettspiele, Xbox, Wlan, eine Slackline und Tischtennis im Garten zur Verfügung.
Aufsuchende Jugendarbeit
Um den Jugendlichen die bestmögliche Unterstützung auf ihrem Lebensweg geben zu können, bedarf es nach Rafaels Vorstellungen einer verstärkten Zusammenarbeit mit diversen sozialen Institutionen sowie Vereinen, die in der Freizeit aufgesucht werden können. Auch Öffentlichkeitsarbeit ist ihm sehr wichtig. „Ein Jugendzentrum muss der Öffentlichkeit bekannt sein, dies soll durch gezielte Werbung ermöglicht werden“, sagt er klar. Ein besonderes Anliegen ist ihm die sogenannte aufsuchende Jugendarbeit. Rafael: „Aufsuchende Jugendarbeit soll Jugendlichen, die selbst nicht in ein Jugendzentrum gehen, die Möglichkeit geben, diese Räume kennen zu lernen. Selbst wenn sie die Räume nicht besuchen, gibt es möglicherweise Themen, die sie besprechen möchten. Dies ist an jedem Ort, zum Beispiel auf Spielplätzen, einem Parkplatz oder auf der Straße durch aufsuchende Jugendarbeit möglich.“
Themenschwerpunkte
Für besonders wichtig hält Rafael auch Themenschwerpunkte und Aufklärung. „In einem Jugendzentrum sollen diverse Themen aus der Lebenswelt der Jugendlichen behandelt werden, wie der Umgang mit Alkohol, Drogen, sexuelle Aufklärung, Bildung, Arbeit, Mobilität, Geld, Macht, die Welt und mehr. Durch Workshops, Themenwochen und unterschiedlichen Infomaterialien sollen Zugänge zu einer vielfältigen Anzahl an Thematiken geschaffen werden“.
Kein Alkohol im Space
Das Space ist übrigens alkoholfreier Raum. „In ländlichen Gegenden werden Jugendräume ja gerne damit in Verbindung gebracht, dass Jugendliche sich in ihnen zum „Vorglühen“ treffen, das gibt es bei uns nicht. Wir sind auch konsumfreie Zone, das heißt, man muss hier auch nichts konsumieren“.
Weibliche Unterstützung
Seit Anfang Dezember 2017 hat Rafael zusätzliche professionelle Hilfe und Unterstützung. Marlies Weinberger erweitert seither das Team des Space. Die 27jährige gebürtige Gmünderin wird durch ihre Ausbildungen im Sozialbereich sowie durch ihren gelernten Beruf als Gärtnerin auf unterschiedlichen Ebenen für Schwung im im Jigendzentrum sorgen.
Für die Jugendlichen ist Rafael ein cooler und kompetenter Typ, der sie versteht und weiß, was sie wollen. Für die Erwachsenen ist er ein professioneller und engagierter junger Mann, wie sie nicht oft zu finden sind. Gmünd kann sich glücklich schätzen, ihn als Sozialarbeiter zu haben.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden