Radlobby Gmünd: für realisierbare, sichere Bedingungen beim Radeln
GMÜND. Mit einer gut besuchten Gründungsversammlung hoben engagierte Fahrradfreunde in Gmünd eine Ortsgruppe der Radlobby Niederösterreich aus der Taufe – neben Krems platziert sich die Vereinigung damit als zweite Gruppe im Waldviertel.

„Die Stadtgemeinde Gmünd stellte für die Zusammenkunft nicht nur den Kursraum im Rathaus zur Verfügung, sondern war trotz Urlaubszeit auch zahlreich vertreten – ein Zeichen für das Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit“, freut sich Gründungsmitglied Kristin Harrich.
Der neuen Gruppe in Gmünd gehören neben Kristin Harrich fünf weitere Personen an: Alexander Harrich, Nobert Anderl, Betty Kopp, Martina Riegler und Anton Reiterer. Sie alle legen im Alltag viele Wege mit dem Fahrrad zurück und hatten sich bereits in den letzten Jahren immer wieder kritisch zu Wort gemeldet, wenn in Gmünd problematische Radweglösungen entstanden. Karl Zauner, Vorsitzender der Radlobby Niederösterreich, reiste aus Wr. Neustadt an und präsentierte die landespolitischen Ziele des Vereins. Die Radlobby versteht sich als Interessenvertretung der Alltags-Radfahrer und setzt sich für bessere Bedingungen fürs Alltagsradeln ein.
Sicherheit, Infrastruktur und Freude am Radfahren
Die Gruppe in Gmünd hat sich drei Schwerpunkte gesetzt: an erster Stelle steht die Sicherheit. Radfahren ist vor allem für Kinder und Senioren zu gefährlich, das Radwegenetz zu unvollständig. Norbert Anderl dazu: „Ich würde derzeit mit meinen Kindern nicht mit dem Rad vom Wasserfeld in die Volksschule fahren. Das ist zu gefährlich.“ Als zweiter Schwerpunkt steht eine praktikable Infrastruktur. Vor allem die Schnittstellen zwischen Radweg und allgemeinen Verkehrsflächen beziehungsweise Verbindungen zwischen Radweg-Teilstücken sind oft wenig durchdacht und zwingen Alltagsradler, die zügig von A nach B kommen wollen, unnötig ein. Außerdem fehlen in ganz Gmünd geeignete Radabstellanlagen, wo auch ein hochwertiges Fahrrad diebstahlsicher befestigt werden kann. Hier wurden zahlreiche Beispiele anhand von Fotos diskutiert. Nicht zuletzt und als dritten Schwerpunkt möchten die Rad-Lobbyisten die Freude am Radfahren vermitteln.
Gefahrenstelle aufgedeckt
Einer von mehreren Punkten die besprochen wurden, war die Anbindung an den Radweg Bahnhofstraße stadteinwärts, nach Querung der Habsburg-Lothringen-Straße (siehe Foto). Hier sollen Radfahrer und Fußgänger nebeneinander und im Gegenverkehr um die Kurve kommen. Die Radlobby-Vertreter sehen hier vor allem Fußgänger gefährdet: „Der Gehsteig entlang des Hotel Botzi ist aus unserer Sicht viel zu schmal für einen gemeinsamen Geh- und Radweg - insbesondere, da es sich um eine Kurve handelt. Hier werden Fußgänger gefährdet und Radfahrende stark eingebremst.“


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