Benennungsfeier Dr.-Arthur-Lanc-Straße
GMÜND. Am Freitag, 4. Oktober findet um 13.30 Uhr die Benennungsfeier der Dr.-Arthur-Lanc-Straße sowie eine Gedenkfeier am neuen Standort des Gedenksteines für die 485 verstorbenen ungarischen Juden des Gmünder Getreidespeichers in Gmünd statt.

Kurz vor Weihnachten – am 22. Dezember 1944 – traf in Gmünd ein aus Ungarn kommender Transport-Zug mit etwa 1.700 deportierten Buda-pester Juden ein. Diejenigen, die die Fahrt überlebt hatten, wurden im Getreidespeicher hinter dem heutigen Finanzamt in Gmünd-Neustadt untergebracht. Der damalige Gmünder Amtsarzt Dr. Arthur Lanc wurde damals mit der medizinischen Aufsicht über das Judenlager betraut.
Die sanitären und hygienischen Umstände in diesem Getreidespeicher waren himmelschreiend. Insgesamt 485 von ihnen starben unter den unvorstellbaren Bedingungen. Sie wurden vor dem Friedhof im heutigen České Velenice in einem Massengrab bestattet. Dr. Arthur Lanc half zusammen mit seiner Frau wo es ging: Sie stellten Medikamente zur Verfügung und versorgten die Menschen, zusammen mit einigen anderen Bürgern Gmünds, mit Kleidung sowie Lebensmitteln.
Es gelang Dr. Arthur Lanc, drei ungarischen Juden zur Flucht zu verhelfen und ihnen damit das Leben zu retten. Die übrigen im Getreidespeicher internierten Juden wurden am 17. Februar 1945 aus Gmünd in ein Konzentrationslager weitertransportiert.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden