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BEZIRK GMÜND. Spätestens seit Aktivistin Greta Thunberg ist der Klimawandel in aller Munde und uns allen wohl so bewusst, wie nie zuvor. Als Pendant zu Thunbergs „Fridays For Future“-Aktionen formierte sich nun auch eine engagierte Waldviertler Elterngruppe, um auf die nahende Katastrophe aufmerksam zu machen und sich gemeinsam Verhör zu verschaffen.

  1 / 14   Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“: (v.l.) Stephan Raidl (Teachers For Future), Kolja und Max (Fridays For Future), Dietrich Waldmann (Referent) und Sabine Nagl (Initiatorin von Parents For Future)

Tips war bei der ersten Veranstaltung der „Parents For Future“ in der Gmünder Innenstadt vor Ort und hat mit Initiatorin Sabine Nagl aus Großschönau gesprochen.

Tips: Was ist „Parents For Future“ und warum engagieren Sie sich dafür?

Sabine Nagl: Durch das Defizit, dass bei uns im Waldviertel bisher keine Klimaveranstaltungen stattgefunden haben, und ich als 54-Jährige schwerlich als „Fridays For Future“ auftreten kann, bestenfalls als Mutter, habe ich beschlossen, mir einige gleichgesinnte Mütter zu suchen und als „Parents For Future Waldviertel“ zu starten. Als umweltinteressierter Mensch beschäftige ich mich mit dem Thema seit mehr als 30 Jahren. Die Situation ist, wie man sehen kann, keineswegs besser geworden. Darum habe ich mir gedacht, dass der Aktionsradius größer werden muss. Nicht nur jeder für sich, sondern gemeinsam versuchen, diese Bewusstseinsbildung öffentlich zu machen. Ich selber habe fünf, mein Mann hat vier Kinder - wir wollen, dass diese neun Nachkommen auch eine lebenswerte, gesunde Zukunft erfahren dürfen.

Tips: Was kann jeder Einzelne tun, um den gefährlichen Klimakollaps abzuwenden?

Sabine Nagl: Man kann sich viele Bereiche aus dem eigenen Lebensstil anschauen. Ob dies nun die Mobilität ist, die Ernährung, die Art, Urlaub zu machen oder das Einkaufsverhalten. Da kann man vieles ändern um ökologisch verträglich, nachhaltig zu agieren. Grundsätzlich muss man aber betonen, dass uns die Entscheidungsträger die nötigen Rahmenbedingungen geben müssen, damit wir uns ökologischer verhalten können: Ohne ein öffentliches Verkehrsmittel kann ich mich nicht umweltverträglich verhalten. Auch dürfen Bioprodukte nicht teurer sein als jene, die mit Spritzmitteln behandelt und über weite Strecken transportiert wurden. Man sollte regional und biologisch einkaufen, doch muss man dabei die soziale Komponente berücksichtigen. Es kann auch nicht sein, dass Fliegen günstiger ist als mit der Bahn zu fahren und die Nachtzüge eingestellt werden. Der beste Zeitpunkt, für Klimagerechtigkeit zu kämpfen, war vor 30 Jahren. Der letzte mögliche Zeitpunkt, einen gefährlichen Klimakollaps abzuwenden, ist jetzt. Wir appellieren: Unterstütze dein Kind bei der Arbeit für einen lebenswerten Planeten. Setz dich ein für das Recht aller Kinder zu streiken. Sprich mit Abgeordneten, ruf Sie an, schreib eine E-Mail. Sei hörbar und sichtbar. Engagiere dich! 

Tips: Was entgegnen Sie Menschen, die meinen, es wäre sinnvoller, wenn die Kinder am Freitag in die Schule gehen anstatt „blau zu machen“?

Sabine Nagl: Warum sollen Kinder für eine Zukunft lernen, die es vielleicht gar nicht mehr gibt? In den Ferien 2019 haben wöchentlich viele Veranstaltungen von „Fridays For Future“, „Parents For Future“ und ähnliche Events stattgefunden. Es gibt ja mittlerweile „Teachers For Future“, „Farmers For Future“, „Scientists For Future“, „Doctors For Future“… darüber können sich Interessierte auf der Homepage www.fridaysforfuture.at/ informieren.

Tips: Was ist das Ziel der Vereinigung?

Sabine Nagl: Das Ziel der Vereinigung ist die Unterstützung und Solidarität mit den demonstrierenden und schulstreikenden Jugendlichen von „Fridays For Future“. Wir identifizieren uns zu 100 Prozent mit den Forderungen und Zielen von „Fridays For Future“ und versuchen bestmöglich zu begleiten und zu helfen.

Kontakt:

parents.waldviertel@fridaysforfuture.at


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