Waldviertel-Gipfel zur Personenkasse in Gmünd
GMÜND. Am 21. Februar 2020 trafen die Pro FJB-Gründer Gerald Hohenbichler und Karl Marek gemeinsam mit VP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, SP-Stadtrat Michael Bierbach und VP-Landtagsabgeordnete Margit Göll in der Unternehmenszentrale der ÖBB auf Bahnchef Andreas Matthä.

Konkretes Thema war die offensichtlich bevorstehende Schließung der Personenkasse am Bahnhof Gmünd NÖ. Sollte die Schließung wirklich kommen, würde damit die wichtigste Service-Stelle für Bahnfahrer im oberen Waldviertel verloren gehen.
ÖBB-GD Matthä übernahm die Unterschriftenlisten mit Petition zur Beibehaltung der Personenkasse. Im Anschluss folgte ein persönlich, sachlich-konstruktives Gespräch wo auch Verbesserungsvorschläge für die Franz-Josefs-Bahn über Fahrplan und Ausbau der FJB angesprochen wurden. Bürgermeisterin Rosenmayer legte aus Sicht der Bezirks- und Grenzstadt Gmünd die überregionale Bedeutung der Personenkassa in Gmünd dar. LAbg. Göll deponierte einige Fahrplanwünsche der Region bezüglich Beschleunigung und Nachverdichtung von Verbindungen.
Herr Matthä erklärte, dass der Weiterbestand der PK Gmünd aufgrund zu geringer Verkaufsumsätze nicht haltbar wäre. Man sei seitens der ÖBB jedoch „bemüht“, so Matthä, nach „Vertriebs- bzw. Vertragspartnern“ zu suchen. Dabei verwies er auf das Modell in Form eines Bahn-Stores, wie das bereits in den Bahnhöfe Hollabrunn, Mistelbach und Melk praktiziert wird, die auch die Fahrscheine für ÖBB/VOR verkaufen.
Vollausbau der Franz-Josefs-Bahn gefordert
Pro FJB-Initiator Gerald Hohenbichler thematisierte auch die kundenfreundlichen Öffnungszeiten der Personenkassa Gmünd. Angeregt wurde, dass auch die Möglichkeit von Service-Leistung für Dritte durch ÖBB-Personenkassa Gmünd als „SERVICE-Center“ zu erbringen überprüft werden sollte. Beispielsweise für das Sole Felsen-Bad Gmünd, das Moorheilbad Harbach oder ergänzend für das Tourismus-Büro der Stadt Gmünd zu agieren. Nicht unerwähnt blieben die Pro FJB-Forderungen sowohl über die Ausbaupläne „Vollausbau FJB“ für durchgehend 160 Km/h und die gewünschte Einführung (Nachverdichtung) von Schnellverbindungen mit wenigen Halten in weiterer Durchbindung nach Budweis.
Ergänzungs- und Entlastungsstrecke
Auch der Hinweis auf die in Tschechien wieder eingeführten Schnellzüge Prag – Ceske Velenice seit Fahrplanwechsel wurde dargelegt und der Wunsch nach einer Ausdehnung nach Wien deponiert. Man wolle sich nicht „als Konkurrenzstrecke zum Hauptkorridor Wien-Brünn-Prag sehen“, so Hohenbichler, sondern die FJB als Ergänzungs- und Entlastungs-Strecke mit Angebots-Attraktivierung in die Region Südböhmen-Waldviertel positionieren.
Finanzieller Aufteilungs-Schlüssel
Bahnchef Matthä sprach hier von „Visionen, für die auch jemand zahlen muss“. Die Bahn ist bereit, aber unter der Bedingung gesetzlicher Verpflichtung zu Wirtschaftlichkeit gezwungen. Pro FJB G. Hohenbichler verwies statt „Vision“ auf die schon seit 30 Jahren existente faktenbasierende „Bahnstudie 1991 EB Wien-Prag“, was politisch und von Seiten der Bahn aber versäumt wurde. Damals wäre auch der finanzielle Aufteilungs-Schlüssel 20-40-40 (NÖ-Bund-EU) möglich gewesen, jedoch mangels Interesse aus Österreich wurde dies nicht umgesetzt. In der Gegenwart spüren wir die daraus entstandenen Folgen des stetig zunehmenden Straßenverkehrs und aus wirtschaftlicher Sicht fragwürdigen Projekten.


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