Gmünd: Weltgesundheitsorganisation informierte sich über grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung
GMÜND. Eine 21-köpfige Delegation der WHO (World Health Organisation) aus zwölf verschiedenen Ländern bereiste in der vergangenen Woche zum ersten Mal Österreich und zeichnete Niederösterreich als Vorzeigeregion für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung aus. Das Programm „Healthacross in practice“ (Tips berichtete bereits mehrmals) stand im Mittelpunkt beim Besuch einer Delegiertenabordnung im Landesklinikum Gmünd.

Mit Spannung wurde in der vergangenen Woche eine Delegation der WHO im Landesklinikum Gmünd erwartet. Das EU-Gesundheitsprojekt „Healthacross in practice“ ist als „best practice“-Beispiel auf der Homepage der WHO gelistet und war daher mit ein Grund für den Besuch der Abordnung in unserem Haus.
Aktueller Stand
Am Freitag, 22. September standen Präsentationen über den aktuellen Stand von „Healthacross in practice“ sowie ein Ausblick über die zukünftigen Vorhaben und ein abschließender Rundgang durch einige Krankenhausbereiche auf dem Programm.
Viele Hürden zu überwinden
Mit großem Interesse verfolgten die Gäste den Ausführungen von Karl Binder, der mit einem Überblick über die mittlerweile 15-jährige Geschichte von „Healthacross“ die spannende Präsentation einleitete. Eine Kampagne zur Bevölkerungsbefragung über die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung hätte schon damals ein Ergebnis von 85 Prozent der tschechischen Bevölkerung die dafür waren und 85 Prozent der österreichischen Bevölkerung zur Öffnung des Gmünder Krankenhauses ergeben, meinte er, doch es mussten unglaublich viele Hürden und Schwierigkeiten überwunden werden, bis endlich am 25.2.2013 der erste tschechische Patient im Landesklinikum Gmünd ambulant behandelt werden konnte.
Doch Beharrlichkeit, das Verkraften von Rückschlägen und gemeinsames Engagement hätten schließlich das Projekt zu dem gemacht was es heute ist. Über 4.000 tschechische Patientinnen und Patienten konnten bis heute eine ambulante Behandlung erfahren. Spitzenwerte bei Patientenbefragungen würden diese Erfolgsgeschichte bestätigen.
Ausblick
Kerstin Kittenberger, Mitarbeiterin der Stabsstelle EU beim NÖGUS, entführte die anwesenden Delegierten mit ihrer Präsentation in die Zukunft: „Als nächste große Schritte sind die stationäre Versorgung tschechischer Patientinnen und Patienten im Landesklinikum Gmünd und ein grenzüberschreitendes Gesundheitszentrum geplant“. Sehr anschaulich forderte sie die Zuhörer auf, das Ganze als ein „Puzzle“ zu betrachten, bei dem einfach noch einige Teile fehlen, die derzeit noch am Weg liegen. Ziel sei der Weg in der Mitte, der sowohl von tschechischer, als auch österreichischer Seite gemeinsam gegangen werde.
Fazit
Bevor die Gruppe zu einem Rundgang durch den Ambulanzbereich des Landesklinikums aufbrach, bei dem u.a. auch das Videodolmetsch-System vorgestellt wurde, wies der Ärztliche Standortleiter Böhm darauf hin, dass der Verlauf der Fluss Lainsitz, der als Staatsgrenze die Städte Gmünd und České Velenice einst trennte, nun die beiden Städte verbindet.
Mit den Worten und dem Anliegen der Gmünder Standortleitung „bitte tragen Sie das grenzüberschreitende Gesundheitsprojekt „Healthacross“ nach Europa hinaus“, wurde die Delegation der WHO herzlich verabschiedet.


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