Radparade durch Waidhofen

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Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 22.06.2020 10:02 Uhr

WALDVIERTEL. Um auf umweltfreundliche Mobilität aufmerksam zu machen, führte die überparteiliche Plattform „LEBENSWERTES WALDVIERTEL“ anlässlich des österreichweiten Verkehrswende-Aktionstages am 19. Juni 2020 in Waidhofen an der Thaya eine Fahrrad-Aktion durch. Damit sollte auf eine umweltorientierte und -freundliche Alternative für den Pendlerverkehr aufmerksam gemacht werden, die auch der regionalen Wirtschaft zugute käme und dort Arbeitsplätze schafft.

Ausgehend vom Waidhofener Hauptplatz, wo ein entsprechendes Manifest mit den wichtigsten Punkten Vizebürgermeister Litschauer (in Vertretung von krankheitsbedingter Abwesenheit von Bürgermeister Altschach) überreicht wurde, fuhren die TeilnehmerInnen der Kundgebung mit ihren Fahrrädern, E-Bikes und Anhängern (auch ein Lastenrad war darunter) unter anfeuernder Musik durch die Stadt hin zum Bahnhof. Gleichzeitig wurde damit auch die Gründung des Waidhofener Zweigs der österreichischen Radlobby bekannt gegeben.

Die Aktion erfreute sich reger Teilnahme. Etwa 80 Fahrräder nahmen an der Stadtrundfahrt teil, die durch die Altstadt führte, dann über die Heidenreichsteiner Straße hinaus zur AVIA-Tankstelle, dort wendete und am Bahnhof vorbei ihr zweites Ziel ansteuerte: das große Einkaufszentrum Thayapark. Nach einer Schleife über den großen Parkplatz ging es dann endültig in Richtung Bahnhof, wo sich die Truppe nach einer Verabschiedung noch für ein Abschlußfoto präsentierte.

Es kamen nicht nur Vertreter der Radlobby aus Gmünd, neben Vizebürgermeister Litschauer nahmen auch Gesundheitsrätin Grahofer, Sportrat Hieß und Kulturrat Höpfl an der Veranstaltung teil und radelten mit. Die Waidhofener Polizei half tatkräftig mit und regelte den Stadtverkehr bei der Radrundfahrt sehr vorausschauend und umsichtig.

Die Plattform „LEBENSWERTES WALDVIERTEL“setzt sich dafür ein, die Bahn nach Schwarzenau und weiter nach Zwettl wieder zu beleben und entsprechend zu modernisieren. Ebenfalls unterstützt sie den ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung, endlich die Franz-Josef-Bahn entsprechend ihrem internationalen Status auszubauen (zweite Spur, Streckenbegradigungen etc.).

Ergänzend zur Schiene ist das Fahrrad  die ideale Mobilitätsform einer ökologischen, klimafreundlichen Zukunft. Die Plattform wünscht sich daher „dass auch E-Bikes in die Förderung von E-Mobilität durch die Politik aufgenommen werden“.

Dabei ist klar, dass Fahrradmobilität nicht die einzige Form der zu fördernden Mobilität sein kann. Sie muss mit einem guten Angebot von öffentlichen Verkehrsmitteln ergänzt und vernetzt werden.

Die Wende vom Auto zur Bahn bzw. Bus ist allerdings in der Politik noch nicht in ihrer ganzen Tragweite angekommen. Nach wie vor werden jahrzehntealte, unzeitgemäße Verkehrskonzepte favorisiert, wie Autobahnen, LKWs und möglichst große, starke und schnelle Autos.

Die Klimakrise, die im Landschaftsbild des Waldviertels in Form hektarweise abgestorbener Fichtenwälder und kahlgeschlagener Berghänge bereits unübersehbare und schmerzhafte Spuren hinterlassen hat, zeigt deutlich auf, dass solche alten Verkehrskonzepte überholt und nicht zukunftsfähig sind! Außerdem sind sie unvereinbar mit dem formulierten Klimaziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2040 CO2-neutral zu werden.

Daher das Motto der überparteilichen Plattform „LEBENSWERTES WALDVIERTEL“: Keine Autobahn, dafür mehr Fahrräder, E-Bikes, E-Busse, E-Carsharing und Eisenbahnen!

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