Erdäpfel-Engpass in Österreich
ÖSTERREICH. Hitze, Trockenheit und ein enormer Drahtwurmbefall: Die Witterungsverhältnisse im vergangenen Jahr haben nicht nur den Erdäpfeln in NÖ zugesetzt sondern auch den Bauern. Die vermarktungsfähige Menge fiel gering aus und so kann der österreichische Erdäpfelmarkt erstmals nicht durchgehend mit heimischen Qualitäten versorgt werden.

Heiß und trocken präsentierte sich das Wetter im vergangenen Jahr. Etwas, das auf Niederösterreichs Erdäpfelfelder verheerende Auswirkungen hatte. Nicht nur, dass die Erntemenge wesentlich geringer als in Durchschnittsjahren ausfiel. Auch der Drahtwurm wütete auf den Feldern und reduzierte die ohnehin kleine Menge nochmals um etwa 25 Prozent. Der Grund: Vom Drahtwurm befallene Knollen konnten nicht mehr als Speiseware vermarktet werden. 130.000 Tonnen gingen somit für den heimischen Markt verloren. Betrachtet man den aktuellen pro Kopf Verbrauch in Österreich, verzehrt jeder rund 50 Kilogramm Erdäpfel pro Jahr. Das heißt: Alleine mit der Menge, die man wegen der Drahtwurmlöcher aussortieren musste, hätte man rund 2,5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher ein ganzes Jahr lang versorgen können.
Ab Mai nur noch vereinzelt Erdäpfel aus Österreich im Supermarkt
Die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau (IGE) geht davon aus, dass ab Mai nur mehr vereinzelt österreichische Ware in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels liegen wird. Stärker denn je gilt es, darauf zu achten, was man kauft. Die Verpackung wird oft gleich aussehen, wie in der restlichen Zeit des Jahres – aber nur wenn das AMA-Gütesiegel auf der Packung zu sehen ist, kann man sicher sein, das Österreichische Qualität drin ist.
Faire Marktbedingungen für Bauern gefordert
„Wenn jetzt Ware aus dem Ausland zu uns kommt, muss sichergestellt werden, dass die nach denselben hohen Produktionsstandards produziert wurde, wie sie auch von unseren Bauern verlangt werden“, so IGE-Obmann Franz Wanzenböck. „Es kann nicht sein, dass uns Betriebsmittel entzogen werden, die für die Produktion von Qualitätserdäpfel nötig sind und wenn wir nicht mehr in der Lage sind, diese hochwertigen Produkte zu erzeugen kommen sie aus dem Ausland, wo die Maßstäbe nicht so streng angelegt werden.“ Wanzenböck fordert daher Fairness und Verständnis, damit die österreichischen Konsumenten auch in Zukunft wieder die Versorgungssicherheit mit österreichischen Erdäpfel genießen können.
Ausblick: Wann startet die neue Erdäpfelsaison?
Die frühen Sorten für die Saison 2019 sind bereits gepflanzt. Die Erdäpfelbauern hoffen nun auf gute Wachstumsbedingungen, damit die Phase ohne eigene Marktversorgung möglichst kurz bleibt. Ab Anfang Juni sollte es dann wieder österreichische Erdäpfel in gewohnt guter Qualität im Handel geben – im Ab-Hof-Verkauf vielleicht sogar schon etwas früher.


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