Bundesländerübergreifender Schulterschluss gegen die Waldviertelautobahn

Bundesländerübergreifender Schulterschluss gegen die Waldviertelautobahn

Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 18.05.2019 08:00 Uhr

WALDVIERTEL. „Mit dem Megaprojekt Waldviertelautobahn der Klimaanheizer ÖVP und FPÖ droht der Ostregion noch mehr Transitverkehr und der Verkehrsgau in Ober- und Niederösterreich“, sind sich die Grünen Landtagsabgeordneten aus beiden Bundesländern einig. Konkret treibt das Land NÖ den Bau der Autobahn vom Weinviertel beginnend, durchs Waldviertel bis nach Oberösterreich voran. Der Korridor verläuft von Stockerau über Hollabrunn, Horn und Gemünd bis nach Freistadt. Als gemeinsamer Schulterschluss geben die Grünen NÖ und OÖ eine gemeinsame Pressekonferenz in Groß Gerungs, einer der möglichen Durchzugsbereiche der Autobahn: „Ohne Einbindung der Bevölkerung und ohne fachliche verkehrsplanerische Grundlagen sowie fehlenden Nachweis des Bedürfnisses wird der Bau einer neuen Transitstrecke vorangetrieben. Wir fordern daher endlich Aufklärung: Jetzt müssen alle Daten und Fakten auf den Tisch. Wir wollen detaillierte Informationen darüber, wie weit diese irrwitzige Idee fortgeschritten ist und welche Folgen für beide Bundesländer, der Umwelt und den Menschen drohen. Das Projekt verschlingt nicht nur einige Milliarden an Steuergeldern, sondern versiegelt auch viele Hunderte Hektar an Boden. Unsere Wohn- und Erholungsgebiete werden durch diese Transit-Autobahn unbrauchbar gemacht. Eine Waldviertelautobahn entfernt uns immer weiter von den angestrebten Klimazielen und zerstört die Lebensregion für Tausende Menschen.“

Grüne OÖ Verkehrssprecher Landtagsabgeordneter Severin Mayr fordert eine klare Stellungnahme vom FP-Verkehrslandesrat Steinkellner und ein Ende der Geheimniskrämerei: „Es gehören alle Fakten auf den Tisch gelegt. Dieses Autobahnprojekt ist unsinnig, unzeitgemäß und ein Hohn für den Klima-, Boden- und Umweltschutz. Es ist ein Paradebeispiel für eine aus der Zeit gefallene Verkehrspolitik, die noch immer Unsummen in die Straße steckt und viel zu wenig in den Öffentlichen Verkehr“ auch in Oberösterreich. Die neue Autobahn bedeutet tausende zusätzliche PKW und LKW aus dem Waldviertel ins untere Mühlviertel und trifft Linz mit voller Wucht. Schon jetzt ist dieser Zentralraum heillos überlastet. Um dieses Geld könnt man alle wichtigen Öffi-Projekte in Oberösterreich verwirklichen.„

Waldviertels Landtagsabgeordnete Silvia Moser: “Als betroffene Waldviertlerin kenne ich die die Stärken der Region, diese lauten: Natur, sanfter Tourismus, Gesundheitstourismus, Genussregion, florierende Klein- und Mittelbetriebe. Dazu braucht es keine Autobahn durch unser Viertel. Trotz zweier offizieller Anfragen habe ich vom Land NÖ keinerlei Studien erhalten, die eine Notwendigkeit des Verkehrsprojektes untermauern würde Die einzige Autobahn, die wir brauchen ist die Datenautobahn, eine leistungsfähige Franz-Josef-Bahn und Öffis innerhalb der Region. Natürlich auch kleinräumige Ortsumfahrungen, wie sie schon lange regional gefordert werden.„

Weinviertels Landtagsabgeordneter Georg Ecker: “Es gibt große Bedenken in Hollabrunn und Katastralgemeinden wegen der Transitstrecke. Auch Unterschriften werden bereits gesammelt. Diese würde eine massive Zerstörung unserer schönen Weinviertler Landschaft zur Folge haben, Lebensraum vieler Tierarten zerstören und hektarweise fruchtbares Ackerland unwiderruflich vernichten. Hollabrunn und die Umlandgemeinden wären zudem vom zusätzlichen Lärm und Abgasen der LKW-Kolonnen betroffen.„

Grüne NÖ Landessprecherin Helga Krismer fasst zusammen: “Niemand braucht eine LKW Transitroute mit diesem enormen Flächenverbrauch durch unsere Bundesländer. Es geht um unsere Lebensqualität, unsere Agrarflächen und unsere Umwelt und daher ist und bleibt es unverantwortlich die Bevölkerung die nächsten 30 Jahre im Glauben zu lassen, nur durch die Autobahn wird alles besser. Die Grünen werden in NÖ und OÖ dieser klimapolitischen Geisterfahrt von ÖVP und FPÖ als einzige Partei eine deutliche Gegenposition beziehen und Widerstand leisten. Ein Klimavolksbegehren ist in Vorbereitung und junge Menschen kämpfen für ihre Zukunft, denn ÖVP und FPÖ verbauen sie ihnen„

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