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Grenzüberschreitende Patientenversorgung Österreich – Tschechische Republik

Olivia Lentschig, 30.06.2020 08:00

GMÜND. Gesundheit ohne Grenzen – so lautet das Ziel des von der WHO als Best Practice ausgezeichnetenEU-Projektes Healthacross for future, das derzeit im Rahmen der EU-Förderschiene „InterregÖsterreich – Tschechische Republik“ umgesetzt wird. Seit 2013 können tschechische Patienten im Landesklinikum Gmünd ambulant behandelt werden, dank Healthacross for future soll dies bald auch stationär möglich sein. 

LK Gmünd Foto: NÖGUS
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Darüber hinaus entsteht das erste grenzüberschreitende Gesundheitszentrum in Gmünd/České Velenice.

„Stellen Sie sich vor, Sie sind ein tschechischer Einwohner in České Velenice und sehen das Landesklinikum Gmünd auf der anderen Seite der Grenze in nur 200 Metern Entfernung, haben aber keine Möglichkeit, es zu nutzen. Wenn Sie einen Unfall haben, muss der tschechische Rettungswagen aus 16 Kilometern Entfernung kommen und Sie 60 Kilometer nach Budweis bringen. Angesichts dieser Situation haben wir uns gesagt: in einem vereinten Europa muss auch die Grenze im Gesundheitswesen offen sein“, so Mag. Elke Ledl, Leiterin der Initiative Healthacross beim Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS). Dank der Initiative ist das Ziel nun erreicht: jährlich werden fast 1000 tschechische Patienten ambulant in Gmünd versorgt. Das aktuelle Projekt der Initiative Healthacross namens Healthacross for future möchte nun auch die stationäre Versorgung ermöglichen und steht derzeit in Verhandlungen mit den tschechischen Krankenkassen.

Zweiter Schwerpunkt von Healthacross for future ist die Planung und Konzeption des ersten grenzüberschreitenden Gesundheitszentrums zwischen Niederösterreich und Südböhmen direkt an der Grenze in Gmünd/České Velenice. Der Bau wird durch das österreichische Programm für ländliche Entwicklung LE14-20 finanziert. Hier werden ab 2021 österreichische und tschechische Ärzte, Therapeuten, Pflegepersonen und weiteres Personal unter einem Dach zusammenarbeiten und die medizinische Grundversorgung für österreichische und tschechische Patienten gewährleisten.“Die Zusammenarbeit tschechischer und österreichischer Ärzte sowie von Pflegepersonal aus beiden Ländern ist europaweit einzigartig. Dreißig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist das ein besonders schönes Zeichen, dass wir die Grenzen in unseren Köpfen beseitigt haben“, so Dr. Martin Eichtinger, Landesrat Niederösterreich und Vorsitzender des NÖGUS. Vom Projekt begeistert zeigt sich auch Projektpartner Mgr. Petr Studenovský, Leiter der Abteilung Gesundheitswesen des Kreisamts Südböhmen: „Das Projekt zeigt, dass Gesundheitspflege keine Grenzen kennt. Dies stellt eine enorme Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in der Grenzregion dar.“

Finanzierung durch EU-Programm „Interreg Österreich – Tschechische Republik“

Healthacross for future startete im Frühling 2017 und wird bis September 2020 im Rahmen des Programms „Interreg Österreich – Tschechische Republik“ durch den „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) mit einer Summe von knapp 370.000 Euro unterstützt. „Ohne die Interreg-Förderungen hätten wir das Projekt niemals starten können“, betont Ledl. Healthacross for future ist eines von 60 grenzüberschreitenden Projekten, die derzeit von „Interreg Österreich – Tschechische Republik“ gefördert werden.

Auszeichnung der WHO und dritter Platz beim Interreg Project Slam

2016 wurde die Initiative Healthacross von der WHO zum internationalen Best-Practice-Modell gekürt. Darüber hinaus wurde im November 2018 ein eigener WHO-Report publiziert, um Healthacross international bekannt zu machen.Weiters erreichte das Projekt Healthacross for future den dritten Platz beim alljährlichen Interreg Project Slam im Oktober 2019 in Brüssel, bei dem über 40 Projekte eingereicht wurden.


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