Nawaro musste Produktion im Holzkraftwerk Altweitra einstellen

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Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 15.09.2020 07:11 Uhr

ALTWEITRA. Es ist traurige Realität: Das Holzkraftwerk in Altweitra musste wegen fehlender gesetzlicher Rahmenbedingungen die Energieproduktion einstellen. 

„Letzten Samstag, am 12. September mussten wir unser Werk in Altweitra abstellen“ sagt NAWARO Geschäftsführer Hans-Christian Kirchmeier. Das Holzkraftwerk in Altweitra, erzeugte seit 2008 Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Grund für die Abstellung ist das Auslaufen der aktuellen Ökostromverträge. „Seit vielen Jahren weisen wir immer wieder darauf hin, dass wir dringend gesetzliche Rahmenbedingungen brauchen, um einen Weiterbetrieb unserer Kraftwerke zu ermöglichen. Darauf warten wir bis heute. Die Übergangsregelungen aus 2019 haben die Versprechungen jedenfalls nicht erfüllt.“, stellt Kirchmeier fest. Das Kraftwerk in Altweitra wird in den nächsten Wochen gereinigt und konserviert. Wenn das schon überfällige, dringend erwartete Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) eine wirtschaftlich sinnvolle Wiederinbetriebnahme ermöglicht, dann wird das Kraftwerk wieder hochgefahren. Fakt ist aber, dass die nun leider notwendige Konservierung und etwaige Wiederinbetriebnahme sehr hohe Kosten verursachen, die wieder verdient werden müssen.

Arbeitsplätze und Zukunft

NAWARO und zahlreiche andere Holzkraftwerkbetreiber arbeiten seit Jahren unter größter Rechtsunsicherheit. Das ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für Lieferanten unzumutbar. Leider musste genau deshalb schon der Abgang einiger verdienter, bestens qualifizierter Mitarbeiter hingenommen werden. Die Kraftwerkstechniker aus Altweitra wechseln nach Abschluss der Reinigungsarbeiten in die zwei verbliebenen NAWARO Holzkraftwerke nach Göpfritz und Rastenfeld. Aber auch hier ist die Zukunft ungewiss, da die Ökostromverträge Mitte Dezember auslaufen.„Wir hoffen auf das Erneuerbaren Ausbau Gesetz. Wenn die Regelungen geeignet sind und die Vergütung ausreichend ist, dann arbeiten wir weiter. Wir sind mitten in den Planungen für Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Teilweise liegen uns sogar die behördlichen Genehmigungen schon vor. Wir wollen damit zusätzliche Arbeitsplätze im Waldviertel schaffen und eine hohe regionale Wertschöpfung generieren.“, so Kirchmeier. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Energieagentur kommt zum Ergebnis, dass NAWARO mit diesen Projekten auch weiter ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Waldviertel sein kann.

Schadholzabnahme eingestellt

Der Wegfall der Holzkraftwerke schlägt sich nicht nur negativ auf die Wertschöpfung im Waldviertel nieder, auch Geschäftspartner wie Forst- und Gewerbebetriebe leiden unter der Schließung. In einer Region, in der der Borkenkäfer massive Schäden in den Wäldern verursacht hat, gilt NAWARO als verlässlicher und unverzichtbarer Abnehmer von Schadholz. NAWARO hat bisher knapp 20 Prozent des Schadholzanfalls aus dem Waldviertel verarbeitet. „Es ist völlig absurd, jetzt Holzkraftwerke mit enormem Aufwand stilllegen zu müssen. Das ist ein Schaden für das Waldviertel. Ich habe bereits vor sechs (!) Jahren, im September 2014, die politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene über die Situation schriftlich informiert und immer wieder konstruktive Lösungsvorschläge gemacht. Die Politik hat das Problem auf die lange Bank geschoben.“ meint Kirchmeier, und fordert die rasche Vorlage des EAG und ein klares Bekenntnis aller Parteien für die Erneuerbaren. „Nur so ist die Energiewende zu schaffen. Wir sind bereit!“

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