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Nächtlicher länderübergreifender Bergrettungseinsatz beim Unteren Eissee am Dachstein

Online Redaktion, 16.03.2026 09:32

HALLSTATT. (Update) Am Sonntag um 22.22 Uhr wurden die Rettungsleitstellen der Steiermark und Oberösterreich alarmiert: Eine fünfköpfige Gruppe kam beim Unteren Eissee nicht mehr weiter.

Foto: BRD Hallstatt
Foto: BRD Hallstatt

Die Bergrettungsdienste Hallstatt und Ramsau am Dachstein nahmen umgehend Kontakt miteinander auf und leiteten parallel erste Maßnahmen ein. Der Hüttenwirt der Simonyhütte machte sich sofort mit Notfallausrüstung, Verpflegung sowie heißem Tee auf den Weg, um so rasch wie möglich zur Gruppe zu gelangen. Gleichzeitig wurde der Notarzthubschrauber C14 aus Niederöblarn alarmiert, der seinen Einsatz jedoch aufgrund von dichtem Nebel nach kurzer Zeit abbrechen musste.

Stark unterkühlt und entkräftet

In der Zwischenzeit erreichte der Hüttenwirt – selbst Bergretter beim Bergrettungsdienst Hallstatt – die in Not geratene Gruppe. Eine Person war stark unterkühlt und völlig erschöpft. Nach einer kurzen Erstversorgung und gutes Zureden begann er gemeinsam mit der erschöpften Person und den weiteren Gruppenmitgliedern in sehr langsamen Tempo den Aufstieg in Richtung Simonyhütte.

Eine Mannschaft der Bergrettung Ramsau am Dachstein fuhr mit der Hunerkogel-Seilbahn auf und gelangte anschließend mit Skiern über den Gletscher zum Eissee. Eine zweite Gruppe machte sich mit einem Skidoo und einem Schlitten über die Ratrakroute auf den Weg zur Simonyhütte.

Von Hallstatt startete ebenfalls eine Mannschaft über das Wiesberghaus hinauf zur Simonyhütte.

Einsatz bis weit nach Mitternacht

Um 1.02 Uhr erreichte die Bergrettungsmannschaft aus Ramsau die Gruppe mit der erschöpften Person. Alle gemeinsam setzten nun den Weg zur Simonyhütte fort. Kurze Zeit später erreichten sie ihr Ziel, wo sich die unterkühlte Person bei einem warmen Getränk wieder langsam erholen konnte.

Alle Einsatzkräfte machten sich anschließend noch in der Nacht auf den Rückweg ins Tal.

„Ein großer Dank gilt allen Beteiligten – besonders unseren Freunden von der Bergrettung Ramsau am Dachstein für ihre Unterstützung“, so die Bergrettung Hallstatt.

Update 17.3.

Wie die Polizei am Dienstag berichtet, brachen die fünf tschechischen Staatsangehörigen, darunter drei Männer und zwei Frauen, jeweils im Alter von 21 und 22 Jahren, am Sonntag gegen 9 Uhr in Obertraun mit hochwertiger Ausrüstung und idealem Gepäck zu einer Bergtour zur Simonyhütte auf.

Während sich eine Frau und ein Mann mit ihren Tourenschiern über die Schipiste der Krippensteinabfahrt auf den Weg machten, startete der Rest von der Ortschaft Winkl mit ihren Schneeschuhen. Nach einer etwa einstündigen Rast bei der Gjaidalm traten die fünf Freunde gegen 15.30 Uhr gemeinsam den weiteren Anstieg zur Simonyhütte an.

Stundenlang herumgeirrt

„Der Plan war, diese noch bei Tageslicht zu erreichen. Mehrfach verloren sie jedoch beim folgenden Anstieg die Idealspur und irrten deswegen vier bis fünf Stunden im Bereich Taubenkarr/Zirmgrube umher. Das Gelände ist aktuell auf Grund der geringen Schneelage erschwert zu begehen“, schildert die Polizei.

Vor allem eine Frau (21) war gegen 22.10 Uhr, auf einer Seehöhe von etwa 2010 Metern, im Bereich Taubenriedel/Unterer Eissee, total erschöpft und die Gruppe verständigte den Hüttenwirt der Simonyhütte über ihre missliche Lage. Dieser alarmierte den Bergrettungsdienst und machte sich auch selbst sogleich auf den Weg.

Frauen ins Tal geflogen

„Ein alarmierter Notarzthubschrauber konnte wegen des dichten Nebels nicht eingesetzt werden. Der Hüttenwirt der Simonyhütte erreichte die Gruppe gegen 23 Uhr und versuchte gegen 23.50 Uhr, gemeinsam mit den jungen Tschechen, den Weg zurück zur Simonyhütte anzutreten. Kurz nach 1 Uhr kamen sie schlussendlich gemeinsam bei der Simonyhütte an. Am frühen Nachmittag des darauffolgenden Tages stiegen die drei Männer zu Fuß sowie mit Schiern von der Simonyhütte zur Gjaidalm ab und fuhren von dort mit der Seilbahn ins Tal. Die zwei Frauen wurden mit dem Polizeihubschrauber der Flugeinsatzstelle Salzburg nach Hallstatt geflogen“, berichtet die Polizei.


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