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EBENSEE. Der Ebenseer Fetzenzug gilt als zentraler Bestandteil des traditionellen Faschings in der Salinengemeinde. Das jahrzehntealte Brauchtum ist eng mit der Ortsgeschichte verbunden und wurde als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

  1 / 11   Teilnehmer des Ebenseer Fetzenzugs präsentieren stolz ihre bunten Kostüme und maskierten Gesichter, ein lebendiges Symbol des traditionellen Faschingsbrauchtums. (Foto: Hörmandinger)

Der Fetzenzug am Faschingmontag bildet den Höhepunkt der sogenannten Ebenseer Nationalfeiertage, die von Faschingssamstag bis Faschingdienstag dauern. Der Umzug ist ein fester Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses der Gemeinde und wird seit Generationen gepflegt.

Der Start des Fetzenzuges erfolgt am Montag, 16. Februar, um 15 Uhr beim ehemaligen Gasthaus Neuhütte in der Langbathstraße. Von dort zieht der Umzug ins Ortszentrum bis zum Rathaus.

Anerkanntes Kulturerbe mit langer Geschichte

Die Österreichische Unesco-Kommission nahm den Ebenseer Fetzenzug im Frühjahr 2011 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich auf. Damit wurde die Einzigartigkeit, Unverfälschtheit und Weitergabe dieses Brauchtums von Generation zu Generation gewürdigt.

Das genaue Alter des Fetzenzuges ist nicht belegt. Als wahrscheinlich gelten Wurzeln im Ausseerland. Mit der Grundsteinlegung der Saline im Jahr 1604 kamen Facharbeiter aus Bad Aussee nach Ebensee und brachten ihr Faschingstreiben mit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit die heute bekannte Form des Ebenseer Fetzenzuges.

Ablauf und Bedeutung für die Gemeinde

Die Teilnahme am Fetzenzug hat für viele Einheimische besonderen Stellenwert, das sogenannte „Fetzengehen“ genießt in Ebensee Kultstatus. Die Teilnehmer tragen ein selbstgenähtes Fetzengewand, einen individuell gestalteten Fetzenhut, einen alten Regenschirm, das sogenannte Parapluie, sowie eine kunstvoll geschnitzte Holzmaske, die Larve. Mit verstellter Stimme werden dabei Missgeschicke, Kritik an Obrigkeiten oder alltägliche Begebenheiten thematisiert, wobei die Grenzen des guten Geschmacks gewahrt bleiben.

Der Umzug wird von den Pritschenmeistern, der sogenannten Fetzenpolizei, angeführt und von einer Musikkapelle begleitet, die traditionell den „Fetzen- oder Parapluiemarsch“ spielt. Auch das regierende Ebenseer Faschingsprinzenpaar und die Gardemädchen nehmen in fetzenmäßigem Outfit teil.

Nach dem Umzug setzt sich das Fetzentreiben in den Gaststätten und auf den Straßen fort und dauert bis in die frühen Morgenstunden des Faschingsdienstages.


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