Auch im Salzkammergut-Klinikum spitzt sich die Lage erneut zu
BEZIRK GMUNDEN/BEZIRK VÖCKLABRUCK. Die Corona-Zahlen im Bezirk sind in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Derzeit liegt die 7-Tages-Inzidenz für den Bezirk Gmunden bei 972, für den Bezirk Vöcklabruck gar bei 1.477. Auch die Krankenhäuser werden zunehmend überlastet, wieder müssen Operationen abgesagt werden.

Rund 100 Personen werden in den drei Häusern des Salzkammergut Klinikums derzeit mit Corona auf Normalstationen betreut, dazu kommen mehr als zehn im Intensivbereich.
Operationen müssen verschoben werden
Das wirkt sich auch auf jene aus, die aus anderen Gründen medizinische Hilfe brauchen, betont Tilman Königswieser, Ärztlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums und Mitglied des oö. Krisenstabes. Man habe sich derzeit „insbesondere um schwer erkrankte Menschen mit einer Corona-Infektion zu kümmern. Dafür werden auch unsere chirurgischen und anästhesiologischen Teams dringend benötigt, die dadurch ihren eigentlichen Aufgaben nicht nachkommen können. Schmerzlich müssen wir somit Operationen auf spätere Zeitpunkte verschieben.“
Kapazitäten werden knapp
Die medizinisch-pflegerische Betreuung von Covid-19-Patienten sei aufwändig und zeitintensiv. Das führe jetzt wieder zu einer raschen Verknappung der verfügbaren Kapazitäten auf Intensiv- und Normalstationen, so Königswieser. Zudem sei die Auslastung der Spitäler zum jetzigen Zeitpunkt auch abseits von Corona sehr hoch. Müssen Operationen oder Therapien verschoben werden, könne das Nachteile für die betroffenen Patienten haben, warnt Königswieser. Dies könne sich auf den körperlichen und psychischen Zustand negativ auswirken und zu massiven Schäden, im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Appell an Solidarität
Königswieser appelliert daher: „Bitte glauben Sie nicht den vielfach kursierenden Falschmeldungen. Weltweit wurden bereits mehr als sechs Milliarden Impfdosen verabreicht und es zeigt sich eindeutig, dass die Gefahr für Ungeimpfte, an einem schweren Verlauf zu erkranken, Langzeitfolgen zu erleiden oder gar zu sterben ungleich höher ist als das Risiko einer schweren Nebenwirkung. Bitte nehmen wir alle unsere Verantwortung wahr, denn die Corona-Pandemie wird ohne solidarisches Handeln aller nur schwer zu bewältigen sein.“


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