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Wissen schafft Neugierde im Salzkammergut: Sommerliche KinderUni im Grünen

Daniela Toth, 06.04.2022 13:45

GRÜNAU/ TRAUNKIRCHEN/ LAAKIRCHEN/ GMUNDEN. Im Sommer 2022 kehrt die KinderUni OÖ wieder in Präsenz in die Hörsäle und Labors, an die Forschungsstationen und Versuchsfelder zurück. Mit einem bewusst ausgebauten Schwerpunkt im Salzkammergut: In Gestalt der Internationalen Akademie Traunkirchen darf die KinderUni OÖ dort nun einen weiteren starken Kooperationspartner neben der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau begrüßen. Unterstützung kommt von der Miba Gruppe und der WKO Gmunden.

Auf den Spuren von Konrad Lorenz in Grünau (Foto: Thomas Reibenegger)
  1 / 3   Auf den Spuren von Konrad Lorenz in Grünau (Foto: Thomas Reibenegger)

Ob im „Rektorat“ der KinderUni OÖ im IFAU - Institut für Angewandte Umweltbildung in Steyr, der Konrad Lorenz Forschungsstelle am Almsee und beim Wildpark Cumberland in Grünau oder an der Internationalen Akademie Traunkirchen: Das diesjährige KinderUni-Motto „Wissen schafft Neugierde“ bringt die allseits spürbare Aufbruchstimmung auf den Punkt.

In naher Zukunft: Salzkammergut 2024

Aufbruchstimmung herrscht auch im Salzkammergut, in dem die von Anfang an dezentral und vernetzt verfasste KinderUni ihren Schwerpunkt weiter angereichert und ihr Netzwerk erweitert hat. Nicht von ungefähr: Wie „Rektor“ Andreas Kupfer sagt, stimmt sich Oberösterreichs führende Einrichtung für die Wissenschaftsvermittlung an Kinder auf Salzkammergut 2024 ein: „Wir sind bestrebt, in zwei Jahren einen gehaltvollen Beitrag zum Programm der Kulturhauptstadt Europas zu leisten. Mit der IAT Traunkirchen haben wir dafür einen perfekten Partner gefunden.“

Aufs Land: Für Kinder und Jugendliche fernab der Hochschulstandorte

Abseits davon sieht sich die KinderUni aber auch in einer Bringschuld, was die intellektuelle Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Oberösterreichs Regionen ohne Ballungszentren mit Hochschule betrifft. „Gerade im Salzkammergut ist der Weg zur nächsten Universität und Fachhochschule ziemlich weit“, meint Irene Schwaiger vom KinderUni-Träger IFAU, „daher bauen wir unser Angebot im Sinne der Chancengerechtigkeit auf Bildung hier aus, damit interessierte Kinder auch ganz in der Nähe Uni-Luft schnuppern können.“

Für die künftige Stärkung der ländlichen KinderUni-Standorte im Almtal, am Traunsee, im Mühlviertel und im Ennstal sprechen auch fachliche Gründe: In zahlreichen KinderUni-Veranstaltungen steht das Lernen an und mit der Natur auf dem Lehrplan. „Regionen mit ausgedehnten Wald- und Wiesenlandschaften und Gebirgen bieten sich dafür natürlich besonders an“, erklärt Andreas Kupfer.

IAT: Wo Zusammenarbeit großgeschrieben wird

Für naturwissenschaftliche Arbeit besonders angeboten hat sich das Salzkammergut bereits für den legendären Verhaltensforscher Konrad Lorenz, der das ideale Habitat für seine jahrelange Beschäftigung mit Graugänsen am Almsee und im Almtal fand. Die aus seiner Arbeit hervorgegangene und in seinem Namen arbeitende Forschungsstelle hält das Banner der Forschung weiter hoch – und zeigt sich jederzeit für Kooperationen im Dienst der wissenschaftlichen Sache offen.

Der kollaborative Esprit der Konrad Lorenz Forschungsstelle KLF hat auch maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Internationale Akademie Traunkirchen neu in das große KinderUni-Netzwerk eingeknüpft hat, berichtet IAT-Geschäftsführerin Regina Radax: „Die gute und enge Zusammenarbeit mit der KLF, mit der wir gemeinsame Seminare für Schüler:innen, Fortbildungen für Lehrende sowie Vorträge anbieten und das Biologicum Almtal organisieren, war entscheidend mitverantwortlich, dass wir nun auch an der KinderUni OÖ für Programm sorgen werden.“ Das sei auch insofern naheliegend, als die Ziele von IAT und der KinderUni deckungsgleich seien, so Radax: „Den Kindern und Jugendlichen die Wissenschaft näher zu bringen und sie zu motivieren, selbst eine akademische Laufbahn einzuschlagen.“

Mit ihrem Standort im ehemaligen Kloster Traunkirchen direkt am See genießt die IAT den Vorteil, am Tor zum Salzkammergut zu liegen und so auch Kinder und Jugendliche aus dem inneren Salzkammergut erreichen und für die Wissenschaft begeistern zu können. „Noch ein guter Grund dafür, die KinderUni ins Trauntal zu erweitern“, unterstreicht Regina Radax. „Zusammen mit der KLF und der KinderUni haben wir ein großes Netzwerk an Naturwissenschaftler:innen, die gerne mit Kindern zusammenarbeiten – und so können wir gemeinsam ein noch breiteres Spektrum an Workshops anbieten.“

Da kommt Lernfreude auf: Studieren an der KinderUni Almtal

An Breite ist das Lehr- und Forschungsangebot der KinderUni Almtal auch dieses Jahr nur schwer zu überbieten. Das beginnt schon bei der Differenzierung nach Altersstufen: Ob von 5-7 und 7-9 oder 9-12 und 12-15 Jahren sind alle schulpflichtigen Altersklassen abgedeckt, und sogar für aufgeweckte Kindergartengewächse steht ein abwechslungsreiches Programmoffert bereit. „Neben den Kernaufgaben Forschung und Lehre sind die Universitäten zunehmend gefordert, ihre Erkenntnisse mit der Gesellschaft zu teilen“, weiß Sonia Kleindorfer, die Leiterin der Konrad Lorenz Forschungsstelle. „An der KLF sind wir seit vielen Jahren darum bemüht, unser Wissen und unsre Expertise mit der breiten Öffentlichkeit durch verschiedene Aktivitäten zu teilen sowie die Menschen direkt in die Forschung miteinzubeziehen. Die KinderUniAlmtal weckt auf interaktive, spielerische, aber fachlich fundierte Weise das Interesse für Wissenschaft, fördert kritisches und selbstbewusstes Denken und ermöglicht den Kontakt mit Tieren und der Natur. Dies soll den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, einen guten Platz in der Gesellschaft zu finden und ihre Gegenwart und Zukunft nachhaltig zu gestalten.“

„Als Wissenschaftlerin und Mutter bewundere ich die unermüdliche Neugierde und Begeisterung der Kinder“, ergänzt Didone Frigerio, ihres Zeichens Forscherin an der KLF. „Es macht mir Freude, zusammen mit Kindern und Jugendlichen auf Entdeckungsreise zu gehen, sei es im Rahmen von Forschungsprojekten, Veranstaltungen wie dem Junior Biologicum oder der KinderUni. Der daraus resultierende Mehrwert reicht von neuen Synergien bis zu neuen Netzwerken und Kooperationen.“ Dass die dank ihrer Citizen-Science-Projekte unter anderen mit Almtaler Schulen an den Umgang mit Kindern ohnehin gewöhnten Wissenschaftler:innen der Konrad Lorenz Forschungsstelle wieder auf einem guten Teil der Lehrstühle an der Almtaler KinderUni Platz nehmen, hat im umfangreichen Lehrveranstaltungsverzeichnis natürlich Spuren hinterlassen: Logischerweise hat die Graugans wieder ihren Auftritt; außerdem können die jungen Studierenden ihrer Faszination für Raubtiere und Greifvögel frönen und deren aufregendes Leben en detail kennenlernen. Dass es an der KinderUni in Grünau als der Wirkungsstätte von Österreichs erstem Waldpädagogen Fritz Wolf auch ins Reich der Bäume geht, darf ebenfalls als Selbstverständlichkeit verbucht werden.

Doch der naturwissenschaftliche Fokus der KinderUni Almtal nimmt neben Flora und Fauna unter anderem auch die Mikrobiologie, die Astronomie, die Geologie, die Physik und die Chemie in den Blick. Darüber kommen jedoch die technischen Fächer nicht zu kurz. Und so haben auch Robotik und Elektronik ihren Sommersemester-Auftritt an der KinderUni. Wer sich in den MINT-Disziplinen interessenbedingt nicht hundertprozentig wohlfühlt, kann sich unter kundiger Anleitung auch mit alten Kultur- und Handwerkstechniken befassen oder in die Historie der südoberösterreichischen Region eintauchen.

Kindern und Jugendlichen, die sich mit einem halben oder ganzen Studientag nicht zufriedengeben wollen, bietet die KinderUni mit den einwöchigen Science Holidays im Almtal die Möglichkeit, sich sowohl breiter als auch tiefer mit unterschiedlichen Formen der wissenschaftlichen Arbeit vertraut machen. Ein weiteres Programmhighlight sind die Exkursionen, die an der KinderUni Almtal auch 2022 wieder angeboten werden.

Miba: Motoren bauen beim Generalsponsor

Eine dieser Exkursionen führt nach Laakirchen zur Miba, die die KinderUni OÖ als Hauptsponsor unterstützt. „Von der Pferdekutsche zum Elektroauto“ heißt das Programm, in dem die jungen Teilnehmer:innen eine Reise in die Welt der Motoren und Fahrzeuge unternehmen. Nachdem sie die wichtigsten Komponenten eines Motors kennengelernt haben, bauen sie selbst einen solchen – wenn auch deutlich maßstabsverkleinert und als Modell. Dabei erfahren die Studierenden auch, wie und was sie zu einem saubereren Planeten Erde beitragen können.

„Gerade als Familienunternehmen ist es uns ein Anliegen, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Der Bildungsbereich spielt dabei für uns eine wesentliche Rolle“, erklärt Miba-Vorstandsvorsitzender F. Peter Mitterbauer. „Die KinderUni ermöglicht Kindern und Jugendlichen, ihren Horizont zu erweitern, in spannende Themen einzutauchen und insbesondere auch früh mit Naturwissenschaft und Technik in Berührung zu kommen. All das wollen wir fördern und freuen uns, auch heuer wieder als Generalsponsor dabei sein zu dürfen.“

WKO Gmunden: Lobbying für die Techniker:innen der Zukunft

Geht es um die KinderUni, verbindet die Miba mehr mit der Wirtschaftskammer als die Mitgliedschaft: Auch die WKO Gmunden ist Teil des Unterstützer- und Partnernetzwerks. „Uns ist der Zugang von Kindern und Jugendlichen zu naturwissenschaftlichen Fächern und Technik sehr wichtig“, erklärt Bezirksstellen-Leiter Robert Oberfrank. „Vor allem MINT-Fächer legen für die Jugendlichen einen wichtigen Grundstein um die Natur und technische Möglichkeiten von Grund auf kennen und wertschätzen zu lernen. Sie sind die Unternehmer:innen und Verantwortungsträger:innen von morgen. In unserer Wirtschaftsregion Salzkammergut gibt es sehr viele technologisch und international angesiedelte Betriebe, die einen hohen Bedarf an Techniker:innen haben. Daher ist das Angebot der Kinderuni in Grünau und Traukirchen sehr vielversprechend für unsere jungen Techniker:innen von Morgen und trifft somit den Zeitgeist.“

 


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