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OBERÖSTERREICH/BEZIRK GMUNDEN. Die Bergrettung blickt auf ein einsatzreiches Jahr 2021 zurück. In diesem Jahr soll die Ortsstelle Gmunden ein neues Fahrzeug erhalten.

Foto: Bergrettung Oberösterreich
Foto: Bergrettung Oberösterreich

Waren schon in den vergangenen Jahren immer wieder Steigerungen bei den Einsätzen zu verzeichnen, so brachte das letzte Jahr ähnliche hohe Einsatzzahlen wie im Rekordjahr 2020. Die 23 Ortsstellen bewältigten im Jahr 2021 mit 532 Alpinunfällen und 547 geborgenen Personen neuerlich ein erhebliches Einsatzaufkommen. Leider mussten die Bergretter Oberösterreich 24 Alpintote bergen, der zweithöchste Wert seit Aufzeichnungen bestehen. Bemerkenswert ist zudem, dass sich der Anteil der geborgenen Österreicher auf über 80 Prozent erhöht hat. Bergsteiger aus Deutschland und Tschechien sind mit acht und vier Prozent der geborgenen Personen die zweit- und dritthäufigsten Herkunftsnationen.

Einsatzzentralen und Fahrzeuge

Sehr beruhigend ist der hohe Qualitätsstandard der Einsatzzentralen in Oberösterreich. Nur wenigen Ortsstellen haben hier Handlungsbedarf: In Aigen/Schlägl konnten die Planungsarbeiten für einen mit der Feuerwehr gemeinsamen Standort in Ulrichsberg abgeschlossen werden. Die Finanzierung ist trotz erheblicher Preissteigerungen gesichert. Die Planungsarbeiten für eine Einsatzzentrale in Steyrling sind schon weit fortgeschritten. Bei den Einsatzfahrzeugen gilt es eine kontinuierliche Erneuerung durchzuführen. Erfreulich ist die noch vor Weihnachten erfolgte Auslieferung des Einsatzbusses für die Ortsstelle Traunkirchen. Die Bestellung des Fahrzeuges für Gmunden erfolgte bereits und soll, trotz langer Lieferzeiten, noch heuer erfolgen.

Intensivierung der Sanitätsausbildung macht sich bezahlt

Neben der technischen und alpinistischen Kompetenz unserer Rettungskräfte werden vermehrt sanitätsdienstliche Anforderungen geschult. Ein eigens für die Bergrettung in Österreich erarbeitetes Medizinhandbuch mit digitalen interaktiven Modulen dient dabei als Grundlage und Lernbehelf. Unsere Ärzte und Sanitäter vermitteln diese Ausbildungsinhalte auf sehr hohem Niveau. Wie sehr sich diese Bemühungen lohnen zeigte sich im letzten Juni, als während einer Gebietsstellenübung in Spital am Pyhrn in der Nähe ein Wanderer einen Herzinfarkt erlitt. Die herbeigeeilten Bergretter konnten mittels Defibrillator den Mann erfolgreich reanimieren. Aber auch bei vielen anderen Einsätzen führte die gute Erstversorgung von verunfallten Personen zu schnelleren und besseren Heilungserfolgen. Hier haben alle Ersthelfer eine ganz wichtige Funktion in der Rettungskette.

Bergrettungsinformationssystem OÖ hat sich bewährt

Einen weiteren Digitalisierungsschub erfuhr die Bergrettung Oberösterreich durch die Implementierung des neuen Informationssystems BRIS. Dieses von der Landesleitung Kärnten entwickelte Softwarepaket regelt nun die gesamte Administration und Kommunikation von Mitgliedern, Kursen, Veranstaltungen, Einsätzen, Statistiken, Organisations- und Einsatzdokumentationen. Das geplante Materialmodul wird derzeit für Oberösterreich adaptiert und soll heuer bereits zur Anwendung kommen.

Ziele für 2022

  • Start eines Ausbildungskurses für zukünftige Bergrettungsausbildner
  • Neues Einsatzfahrzeug für Gmunden
  • Baubeginn der Einsatzzentrale in Ulrichsberg. Abschluss der Planung und Genehmigung der Einsatzzentrale in Steyrling
  • Weiterer Ausbau des Peer-Systems zur Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen
  • Austausch Drei- und Zweibeinen aus Titanium für Spaltenbergungen am Gletscher
  • Erweiterung und Schulung der Vereinsmanagementsoftware BRIS durch ein Materialmodul (Beschaffung, Logistik, Ablageprüfungen)
  • Spezialisierung für Waldbrandeinsätze im Steilgelände

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