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EBENSEE. „Wie lange bist du Feminist:in?“ fragen die Künstlerinnen Katharina Cibulka und Tina Themel im Rahmen ihres Kulturhauptstadt-Projektes „Solange“. Bei einer Pressekonferenz in der Modeschule Ebensee erklärten die Künstlerinnen den Hintergrund der Aktion, welche Erfahrungen sie bereits in anderen Städten gemacht haben und wie die nächsten Schritte aussehen.

v.l. Katharina Cibulka und Tina Themel stellten das "Solange"-Buch vor, in dem die bisherigen Projekte gesammelt sind. (Foto: Hörmandinger)

„Mir ist bewusst, dass das Wort ‚Feminist:in‘ ein Reizwort ist und sich viele nicht damit identifizieren können oder wollen“, eröffnete Katharina Cibulka, leitende Künstlerin des Projektes SOLANGE, ihre Rede. Das Projekt, bei dem feministische Slogans auf netzbestickten Kunstwerken an Baustellen präsentiert werden, gibt es bereits seit 2018. Bis jetzt hingen Slogans an 28 Baustellen weltweit. Wenngleich sich Cibulka über jedes Solange-Projekt freut, sagt sie auch: „28 Baustellen sind nichts“, denn sie habe viele Absagen bekommen.

Missstände aufzeigen und darüber sprechen

2022 durften sie das Projekt in Washington starten, dass freilich eine riesige Resonanz erhielt. Aber auch in Cibulkas Heimatregion, dem Tiroler Ötztal, gab es bereits ein feministisches Statement. „Das ist eine ‚gemähte Wiese‘, dachte ich mir“, so die Künstlerin. Am Stammtisch sah man das allerdings nicht so – es seien sehr untergriffige Aussagen dazu gefallen. Trotz allem konnte letzten Endes das netzbestickte Kunstwerk aufgehängt werden. „Wir haben viel erreicht. Es wurde darüber gesprochen und diskutiert“. Genau das ist das Ziel des Projektes:  Unter anderem Missstände zum Thema Gleichberechtigung oder Gewalt an Frauen und Männern aufzeigen. Vor allem aber sollen mit dem Projekt Frauen, Männer und alle anderen Geschlechter angesprochen werden und der Satz zur Region passen.

Bis 15. November mitmachen

Auf kleinen Kärtchen sammeln Cibulka und ihre Kollegin Tina Themel, die für das Texten des finalen Slogans verantwortlich ist, Sätze, die mit „Solange“ beginnen und mit „bin ich Feminist:in“ enden. Alle Menschen, die ihre Gedanken dazu äußern wollen, sind dazu eingeladen, bis Mittwoch, 15. November, eine oder mehrere Karten per Post oder per Mail einzusenden. Vor dem Kulturhauptstadtbüro in Bad Ischl soll ein leuchtend oranger Briefkasten aufgestellt werden, in den die Karten zudem eingeworfen werden können. Verteilt werden die Karten vom Frauenforum Ebensee, der Frauenberatungsstelle Bad Ischl und vom Mädchen- und Frauenzentrum „Die Insel“ in Scharnstein. Aus allen eingesendeten Sätzen wird anschließend ein zentraler Slogan kreiert, der mit dem Ebenseer Kreuzstich auf ein Netz gestickt wird. Bei der Kulturhauptstadteröffnung am 20. Jänner 2024 wird das Projekt enthüllt. Eines steht bereits fest: Das Kunstwerk soll in Bad Ischl präsentiert werden.


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