Bergtour, ja, aber richtig
BEZIRK. Es gibt immer mehr Menschen, die die Berge für sich entdecken. Dies hat aber auch eine Steigerung der Anzahl der Bergunfälle zur Folge. Denn nicht immer sind diese Menschen auch vorbereitet. Die Bergrettung Gmunden und die Bergrettung Obertraun geben Tipps, wie sich Wanderer und Bergsteiger auf die beginnenden Saison am besten vorbereiten können.

Gerade wurde ein barfüßiger Mann vom Traunstein gerettet. Er war abends vom schlechten Wetter am Mairalmsteig auf einer Seehöhe von etwa 1.100 Metern vom Schlechtwetter überrascht worden, konnte nicht mehr weiter und alarmierte die Bergrettung Gmunden, die den Mann barfuß, ohne Stirnlampe und schlecht ausgerüstet vorfand. Der Mann wurde von den Kameraden im strömenden Regen ins Tal begleitet. Bis zum Schluss weigerte er sich Schuhe anzuziehen. „Es gibt einige Faktoren, die zu einer Notlage führen können. Wichtig ist vor allem auch die Tourenplanung vorweg,“ erklärt Stefan Oberkalmsteiner, Ortsstellen Leiter der Bergrettung Gmunden. „Selbstüberschätzung ist oft ein Faktor, warum Menschen in Notlage geraten. Ich empfehle jedem sich die Tour vorab entweder auf einer Karte oder auf seriösen online Portalen wie Outdoor Active anzusehen. Finger weg von Social Media Berichten über Touren, denn diese sind völlig unseriös und stimmen oft nicht“, so Oberkalmsteiner weiter.
Richtige Ausrüstung
Ende des Frühlings beginnt wie jedes Jahr die Wander- und Bergsaison. Da die Bedingungen je nach Tour stark variieren können, ist es wichtig, die richtige Ausrüstung mit dabei zu haben. Florian Höll, Einsatzleiter der Bergrettung Obertraun leitet immer wieder Einsätze, weil Bergsteiger die falsche oder mangelnde Ausrüstung dabei haben. „Gerade jetzt im Mai und Juni können die Bedingungen auf einer einzigen Tour sehr unterschiedlich sein. So kann es am Anfang der Tour und in niederen Lagen trocken und warm sein, aber es kann auch vorkommen, dass es dann weiter oben kalt wird und so wie es jetzt um die Zeit ist auch noch Altschneefelder vorhanden sind,“ so Höll. „Wenn man eine Tour in höhere Lagen um diese Zeit plant, ist es empfehlenswert Grödel mitzunehmen, die man sich leicht auf die Schuhe ziehen kann, um mögliche Schneefelder zu überqueren. Stöcke sind auch keine schlechte Idee. Ein Erste-Hilfe-Packerl ist auch ein Muss in jedem Bergrucksack,“ erklärt Höll weiter.
Lieber früher einen Notruf absetzen, als später
Oft wird ein Notruf erst abgesetzt, wenn die Dunkelheit schon hereinbricht. Wenn es finster ist, kann aber, falls benötigt, kein Hubschrauber mehr fliegen und die Bergung wird durch die Dunkelheit erschwert. Daher ist es immer günstig vorher als später einen Notruf abzusetzen. Während des Einsatzes sollte das Handy eingeschalten bleiben, damit die Bergrettung den Bergsteiger erreichen kann.


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