Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ALTMÜNSTER. Auf Einladung der Gemeinde Altmünster fand an der B145 unterhalb des Agrarbildungszentrums in Altmünster (ABZ) die Eröffnung der Agrarbildungszentrum-Bushaltestelle statt.

Gelebte Reparaturkultur (Foto: Stefan Öhlinger)
  1 / 10   Gelebte Reparaturkultur (Foto: Stefan Öhlinger)

Nach den Plänen einer Maturaarbeit der HTBLA Hallstatt, wurde mit dem Ziel einer neuen Reparaturkultur nach und nach im Rahmen des Unterrichts von Schülern des ABZ-Salzkammergut beide Haltestellen an der B145 saniert und umgebaut. Eine Baufirma übernahm die Betonarbeiten, die Gemeinde die elektrische Anbindung und der OÖ Verkehrsverbund stattete die Haltstelle mit elektronischer Fahrplanauskunft in Echtzeit, sogenannten „E-Papers“ aus und begleitete den Umbau. Alle Holzarbeiten, sowie die gesamte Montage vor Ort, wurden von den Schülern des ABZ ausgeführt, denen die Arbeit an den Haltestellen auch sichtlich Spaß gemacht hat. „Wir freuen uns jetzt, wenn wir hier vorbeifahren oder hier warten, dass es schon irgendwie unsere Haltestelle ist“, meinen die jugendlichen Handwerker dazu.

Sanieren statt abreißen

„Auch wenn die unzähligen Haltestellen aus Betonfertigteilen schon etwas in die Jahre gekommen sind, können sie mit ein paar Sanierungsmaßnahmen strukturell noch sehr lange halten. Die gelungene gestalterische Aufwertung seitens der HTBLA Hallstatt, das gute Lichtkonzept und das zurückhaltende Design im Werkstoff Holz machen die Haltestellen jetzt auch ästhetisch und funktional wieder absolut zukunftsfähig“, so Wolfgang Öhlinger vom Oberösterreichischen Verkehrsverbund. „Wir freuen uns über Umbauten für einen attraktiven Einstieg in den ÖV wie hier sehr und bieten uns nun auch als erste Anlaufstelle für Überlegungen dazu an“.

Bürgermeister Martin Pelzer, der das Projekt unterstützt hatte, lobte die gute und kooperative Zusammenarbeit aller Beteiligten und bedankte sich für die Unterstützung. Auch Nationalratsabgeordnete Bettina Zopf zeigte sich vom Projekt überzeugt und freute sich über den soliden Innenausbau in heimischem Holz, das aus ihrer Sicht einfach auf mehreren Ebenen Sinn macht.

Umbau ist günstiger

Im Rahmen eines „Agenda Zukunft Themenlabors“ tauschte man sich im Anschluss noch zum Projekt aus. Jan-Elias Kronberger, projektbeteiligter Absolvent der HTBLA Hallstatt, präsentierte die Umbaumöglichkeiten und alle kostenfrei verfügbar gemachten Planmaterialien. Interessanterweise waren sich die am Umbau Beteiligten dort auch kostentechnisch einig, dass im Vergleich zu Abriss und Neubau eine Sanierung in dieser Form nicht nur die schönere, sondern auch die günstigere Variante sei, selbst wenn die Fertigung nicht von einer Schule übernommen würde.

Von Seiten des Landes werden derzeit bis zu 50 Prozent eines solchen Umbaus gefördert, es gilt aber vielleicht auch in diesem Bereich neue Wege der Finanzierung zu finden.

Die anwesenden Vertreter des Regionalmanagement Oberösterreich und von Agenda Zukunft, Barbara Kleppatsch und Johannes Meinhart, unterstützen weiterhin die Kommunikation dieses Projektes in Richtung verschiedener Interessensgruppen und versuchen Akteure in dem Bereich zu verbinden.

Gelebte Reparaturkultur

„In der Logik unserer Konsumkultur ist die Neuware und der Neubau immer unhinterfragt die beste Variante eines Angebots. Mit diesem Projekt ist es uns gemeinsam gelungen, den Wert des Bestandes zu erhalten und die ihm eingeschriebenen Geschichten weiterzuschreiben. Das ist eine echte positiv erlebbare Alternative zum Neubau und wirklich gelebte Reparaturkultur, die nicht notgedrungen wiederherstellt, sondern die in der Sanierung eine kreative und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Bestehenden sucht, und so einen wirklichen Mehrwert auf vielen Ebenen schafft. Die Potenziale des Bestehenden zu erkennen ist vielleicht überhaupt eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen, wenn wir an einen ressourcenschonenden Umgang mit unserer Umgebung denken“, meint Stefan Öhlinger, Betreuer der Maturaarbeit an der HTBLA Hallstatt. Ein Umbaumanual, sowie alle umsetzungsfertigen Planmaterialien und vieles mehr werden auf der Website der HTBLA Hallstatt im Downloadportal des Projekts kostenfrei zur Verfügung gestellt: www.htl-hallstatt.at/kulturbushaltestellen 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden