Rettungshubschrauber Martin 3: Säule der Notfallversorgung in OÖ
SCHARNSTEIN. Während über den Standort diskutiert wird, rückt der ärztliche Leiter das Wesentliche in den Fokus: Warum Martin 3 für die medizinische Versorgung in Oberösterreich unverzichtbar ist.

Die Diskussion um den Standort von Rettungshubschrauber Martin 3 sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Aus medizinischer Sicht steht für Experten aber vor allem eines im Mittelpunkt: Mit rund 1.100 Einsätzen pro Jahr ist Martin 3 eine tragende Säule der Notfallversorgung in Oberösterreich.
Der Rettungshubschrauber Martin 3 steht derzeit wegen der Diskussion um seinen Standort in Scharnstein im Fokus. Unabhängig davon richtet der ärztliche Leiter Harald Ecker den Blick auf das Wesentliche: die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Mit rund 1.100 Einsätzen pro Jahr ist Martin 3 – bezogen auf die Einsätze in Oberösterreich – die einsatzstärkste der drei im Bundesland stationierten Flugrettungscrews. Europa 3 absolviert zwar rund 1.500 Einsätze jährlich, etwa die Hälfte davon allerdings in Deutschland beziehungsweise Bayern.
Schnelle Hilfe, wenn jede Minute zählt
Das Einsatzgebiet reicht weit über das Almtal hinaus. Martin 3 versorgt große Teile der Bezirke Gmunden, Vöcklabruck und Kirchdorf sowie angrenzende Regionen. Hinzu kommen jährlich rund 150 bis 200 Patientenverlegungen von regionalen Krankenhäusern in spezialisierte Zentren. Gerade bei Schlaganfällen oder Herzinfarkten kann der Zeitgewinn über den Behandlungserfolg entscheiden.
Auch die Zahl der Einsätze nimmt weiter zu. „Auch im alpinen Bereich steigen die Einsatzzahlen und die damit einhergehenden Hubschrauberalarmierungen kontinuierlich“, sagt Ecker. Gleichzeitig steigen in vielen Regionen auch die Einsätze der bodengebundenen Notarztfahrzeuge.
Erfahrung und Qualität als Erfolgsfaktor
Für Ecker zählt jedoch nicht nur die Anzahl der Einsätze. „Wir befinden uns in der glücklichen Lage, in allen Berufsgruppen auf äußerst professionelles Personal zurückgreifen zu können“, sagt der Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin sowie Innere Medizin. Die Stammpiloten würden das Einsatzgebiet seit Jahrzehnten kennen, die Flugretter seien hauptberuflich im Gesundheitswesen tätig und zusätzlich ehrenamtlich bei der Bergrettung engagiert.
„Im Bereich unserer hochqualifizierten Notärzte haben wir seit Jahren so gut wie keine Fluktuation, was ebenfalls ein großes Qualitätsmerkmal darstellt“, betont Ecker. Diese Kontinuität sorge für eingespielte Abläufe – sowohl innerhalb der Crew als auch gemeinsam mit Feuerwehren, Rotem Kreuz, Bergrettung, Polizei und Krankenhäusern.
Mehr als ein Rettungshubschrauber
Martin 3 ist längst nicht nur ein fliegender Notarztstützpunkt. Die Crew beteiligt sich auch an der Weiterentwicklung der präklinischen Notfallmedizin. Innovative medizinische Geräte und neue Überwachungssysteme werden unter realen Einsatzbedingungen getestet und wissenschaftlich begleitet.
Derzeit laufen am Stützpunkt zudem zwei Forschungsprojekte zum Thema Reanimation. Damit hat sich Martin 3 auch als Forschungs- und Innovationsstandort innerhalb der österreichischen Flugrettung etabliert.
Erfahrung, die sich nicht einfach ersetzen lässt
Seit der Indienststellung am 21. Oktober 2017 hat sich Martin 3 zu einer festen Größe in der oberösterreichischen Notfallversorgung entwickelt. Tausende Einsätze haben gezeigt, wie wichtig neben modernster Technik vor allem Erfahrung, Ortskenntnis und eingespielte Zusammenarbeit sind. Die Crew kennt das Einsatzgebiet, die regionalen Krankenhäuser und die Abläufe mit den Einsatzorganisationen bis ins Detail.
„Ich bin sehr zuversichtlich, dass Martin 3 auch in Zukunft unverändert und langfristig eine zentrale Rolle in der oberösterreichischen Patientenversorgung einnimmt“, sagt Ecker.


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