In nur fünf Jahren errichteten drei Frauen ein Krankenhaus in Nepal
SCHARNSTEIN/BAD GOISERN/BAD ISCHL/NEPAL. Was man mit viel Einsatz erreichen kann, haben drei Frauen aus dem Salzkammergut bewiesen: Allein aus Spendengeldern errichteten sie ein Krankenhaus in Nepal, in dem Frauen mit geburtsbedingten Fisteln Hilfe finden.

Am Anfang stand ein Heimatbesuch von Sandra Chinnery (geborene Bauer). Die aus Bad Ischl stammende Krankenschwester lebt seit rund 20 Jahren in Nepal. Sie erzählte ihren ehemaligen Schulkolleginnen Marika Mayrdorfer-Muhr (Scharnstein) und Gabi Schaller (Bad Goisern) von den Leiden der Frauen mit Fisteln in Nepal. In Österreich kann diese Geburtskomplikation gut behandelt werden. Anders in Nepal, wie die betroffenen Frauen, die Harn- und Stuhlabgang nicht mehr kontrollieren können, oft ein Leben am Rande der Gesellschaft fristen müssen.
„Überwältigende Resonanz vom Salzkammergut bis ins Almtal“
Es entstand die Idee, ein Fistel-Krankenhaus in Nepal zu errichten. 2014 wurden erste Spendenaufrufe für ihr „Projekt 33“ gestartet – mit überwältigendem Erfolg, wie Marika Maydorfer-Muhr erzählt: „Es gab eine unglaubliche Resonanz – vom Salzkammergut bis ins Almtal.“ Neben Einzelpersonen, Vereinen und Serviceclubs beteiligte sich unter anderem auch die HLW Bad Ischl, die ein ganzjähriges Unterstützungsprojekt initiierte. Die Frauen erhielte Geld und unzählige Sachspenden – von Likören bis zu Holzarbeiten – die zugunsten des Projekts verkauft wurden.
Seit Sommer ist das Fistula Centre in Betrieb
2016 konnte mit dem Bau des Fistula Centre begonnen werden. Drei Viertel der Gesamtkosten von 540.000 Euro wurden über Entwicklungshilfegelder aus Deutschland finanziert, der Rest kam aus einer Spende aus Großbritannien und von den engagierten Frauen. Letzten Sommer wurde der Bau fertiggestellt und die erste Patientin aufgenommen.
Frauen reisen tagelang an
Das Krankenhaus ist das einzige in ganz West-Nepal und verfügt über 16 Betten in einem Schlafsaal und einen gut ausgestatteten Operationssaal. Die Frauen, die oft mehrere Tage zu Fuß und per Bus anreisen, müssen nach der Operation noch mindestens drei Wochen im Krankenhaus behandelt werden. Im Krankenhaus selbst arbeiten zwanzig Personen. Einen Großteil der laufenden Kosten finanziert die Fistula Foundation, eine Charity-Organisation, die weltweit derartige Projekte unterstützt.
Das Gehalt zweier Krankenschwestern möchten Marika Mayrdorfer-Muhr und ihre Mitstreiterinnen auch weiterhin finanzieren: „Unser jährliches Spendenziel sind 10.000 Euro“, so die Scharnsteinerin. Wer helfen will, kann dies über das „Projekt 33“- Spendenkonto tun: IBAN AT28 4533 0304 6323 0002


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