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Bilanz der Arbeiterkammer Gmunden: mehr als sieben Millionen Euro für Mitglieder erstritten
GMUNDEN. Arbeits- und sozialrechtliche Ansprüche sowie Forderungen nach Insolvenzen in Millionenhöhe konnte die AK Gmunden im Vorjahr für Arbeitnehmer einfordern. Viele Menschen gehen jedoch aus Angst um ihren Arbeitsplatz nicht gegen Rechtsverstöße ihrer Dienstgeber an.

Rund 9000 Arbeitnehmer suchten im Vorjahr Hilfe bei der Arbeiterkammer Gmunden, vor allem die telefonische Rechtsberatung habe sich bewährt, erklärten AK-Bezirksstellenleiter Martin Kamrat und der stellvertretende AK-Direktor Franz Molterer im Rahmen ihrer Bilanz-Pressekonferenz. Insgesamt wurden im Vorjahr über sieben Millionen Euro für Arbeitnehmer erkämpft, teils auch vor Gericht. Auffällig sei, so Martin Kamrat, dass Arbeitnehmer sich häufig zwar über ihre Rechte informieren, aus Angst um ihren Arbeitsplatz aber auf die Unterstützung der AK verzichten würden. Von manchen Unternehmen würde das Arbeitsrecht auch systematisch verletzt, und etwa Mitglieder aus fadenscheinigen Gründen fristlos entlassen, um sich Beendigungsansprüche – wie nach einer Kündigung – zu ersparen. Geld verloren durch kurze Verfallsfrist Ein besonderer Dorn im Auge sind der AK kurze Verfallsfristen in manchen Kollektivverträgen, die dazu führen können, dass systematische Unterbezahlung – wenn sie entdeckt wird – bereits verjährt ist und die Ansprüche damit verfallen sind. Einer Malerin im Salzkammergut, die fälschlich als Hilfskraft eingestuft worden war, entgingen in eineinhalb Jahren 3200 Euro. Weil der Kollektivvertrag eine sechsmonatige Verfallsfrist vorsieht, konnten jedoch nur mehr 1200 Euro eingefordert werden. Um Arbeitnehmern hier mehr Sicherheit zu geben, fordert die AK in einer im Vorjahr gestarteten Parlamentarischen Bürgerinitiative, Verfallsfristen von unter drei Jahren abzuschaffen. Zudem sollten Arbeitnehmer informiert werden, wenn eine Betriebsprüfung durch Gebietskrankenkasse oder Finanzamt ergibt, dass sie zu wenig Lohn oder Gehalt bekommen.


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