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GMUNDEN. Die Debatte rund um die Verkehrsbelastung hat im Bezirk zuletzt an Fahrt aufgenommen: Waren es zunächst die „Corona-Ausflügler“, so sorgt nun die 2024 anstehende Kulturhauptstadt für Dringlichkeit. Die Grünen fordern nun ein rasches Umdenken.

Peter Grundnig, Uli Feichtinger (beide Gmunden), Reinhard Ammer (Vorchdorf) und Martin Schott (Bad Ischl) mit symbolischem „Verkehrswender“ Foto: Tóht

„Als Graz 2003 Kulturhauptstadt war, ist die Zahl der Tagesgäste um den Faktor drei gestiegen“, sagt Peter Grundnig von den Gmundner Grünen. Würde der Großteil mit dem Auto anreisen, wäre das „eine Katastrophe für das Salzkammergut“, so Grundnig.

Die Grünen des Bezirks haben daher ein gemeindeübergreifendes Positionspapier zugunsten einer sanfteren und intelligenteren Mobilität vorgelegt. Viel Zeit bleibt wohl nicht mehr, wie auch Bezirkssprecher Reinhard Ammer aus Vorchdorf betont: „Die Lösungen müssen schon 2023 da sein, damit 2024 alles eingespielt ist.“

Zusammengefasst werden folgende Ziele genannt:

  • Anteil von „nicht motorisiertem Individual-Verkehr“ und „öffentlichem Verkehr“ im Bezirkvon mindestens 40 % und ein damit verbundener, massiver Ausbau des ÖV & Mikro-ÖVAngebotes.
  • Chancengleichheit für Menschen, die ohne eigenes Auto auskommen wollen, und eindamit verbundener Ausbau von Angeboten an öffentlichen Verkehrsmitteln und Sharing-Angeboten.
  • Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes für die Kulturhauptstadt 2024 bis ins Jahr 2023mit dem klaren Ziel, dass möglichst viele BesucherInnen ohne Auto auskommen und kein Verkehrskollaps entsteht.
  • Langfristige Positionierung des Bezirks Gmunden als grünste Tourismusregion Europas mit klimaneutralem Reiseerlebnis.
  • In Kooperation mit Bund und Land die Einleitung einer echten Mobilitätswende, damit Menschen weniger mit dem Auto pendeln müssen und die Lebensqualität im Bezirk steigt. 

Erreicht werden soll dies unter anderem durch eine „grüne Raumplanung“ und einen massiver Ausbau von sicheren Rad- und Fußwegen – auch zwischen den Gemeinden, wie Uli Feichtinger von den Gmundner Grünen verlangt.  Insgesamt sei es wichtig, „Chancengleichheit“ für den öffentlichen Verkehr“ zu schaffen und die Mobilität ohne Auto zu erleichtern – etwa durch einen Ausbau von öffentlichem Verkehrsnetz und Micro-ÖV, vom Shuttlesystem bis zum Ruftaxi, aber auch durch Maßnahmen wie eine bezirksweite Parkplatzsstrategie oder einen Ausbau der Infrastruktur für E-Mobilität.

Dass auch das Organisationsteam der Kulturhauptstadt sich die Mobilität als Thema vorgenommen hat, wird von den Grünen begrüßt, „es braucht aber Unterstützung durch die Gemeinden, durch die Politik“, betont Feichtinger.

Wichtig sei, die Möglichkeit zur öffentlichen Reise von Anfang an mitzudenken und mitzukommunizieren, ist sich Peter Grundnig sicher. Insgesamt könnte man das Angebot – zum Beispiel auch in Form einer Kombi-Card für Eintritte und Mobilität – als Pluspunkt in der Bewerbung einsetzen.


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