Bauarbeiten für Pumpspeicherkraftwerk Ebensee schreiten zügig voran
EBENSEE. Die Energie AG Oberösterreich treibt den Bau des neuen Pumpspeicherkraftwerks in Ebensee planmäßig voran. Das Projekt gilt als bedeutender Bestandteil der oberösterreichischen Energiezukunft und wird künftig als „grüne Batterie“ des Landes einen wesentlichen Beitrag zur Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen leisten.
Mit einem Investitionsvolumen von fast einer halben Milliarde Euro handelt es sich um das größte Einzelvorhaben in der Geschichte der Energie AG. In den vergangenen Monaten wurde intensiv an der unterirdischen Kraftwerkskaverne gearbeitet. Zwei von insgesamt acht Ausbruchsebenen sind bereits abgeschlossen, rund ein Drittel des gesamten Kavernenausbruchs ist damit fertiggestellt. Die Kaverne erreicht eine Länge von etwa 53 Meter, eine Breite von rund 26 Meter und eine Höhe von etwa 41 Meter – und ist damit vergleichbar mit der Größe der Kirche in Ebensee.
Im Juni 2025 wurde der 1.200 Meter lange Energieableitungsstollen zwischen der Kaverne und dem künftigen Schaltwerk in der Kohlstatt abgeschlossen. Wesentliche Fortschritte gibt es auch beim unterirdischen Triebwasserweg, der aus einem 864 Meter langen Druckstollen, dem Wasserschloss und einem etwa 440 Meter langen Druckschacht besteht. Nach dem Durchschlag einer 30 Zentimeter Pilotbohrung Ende August läuft derzeit die Aufweitung des Druckschachtes, die bis Ende 2026 dauern wird. „Wir setzen dabei unterschiedliche Bauweisen ein: Während der Druckstollen mit einer Betoninnenschale ausgekleidet wird, erhält der stark geneigte Druckschacht eine Stahlpanzerung mit einer den Druckstufen angepassten Wandstärke. Damit stellen wir sicher, dass die Anlage den enormen Kräften beim Wassertransport dauerhaft standhält“, erklärt Projektleiter Klaus Höller.
Auch beim 205 Meter langen Unterwasserstollen von der Kaverne zum Schieberschacht vor dem Traunsee erfolgte Mitte September der Durchschlag.
Fortschritte an mehreren Schlüsselstellen
Derzeit laufen an mehreren Bereichen des Projekts gleichzeitig Arbeiten. Hinter dem Großen Sonnstein werden das Wasserschloss und der Druckschacht erweitert, in der Kaverne schreiten Ausbruch und Abdichtung weiter voran. Dort wurde bereits der massive Kranbahnbalken betoniert, der später den Einbau der Maschinentechnik ermöglicht.
Im Bereich des Oberwasserspeichers im Rumitzgraben ist die Grundablassleitung fertiggestellt, derzeit wird am Dammbau und am Grundablassgebäude gearbeitet. Dabei wird das gewonnene Material vor Ort für den Dammkörper wiederverwendet. Zudem wurde am Speichersee das Retentions- und Tosbecken errichtet – zentrale Bauteile für Sicherheit und Funktion.
Auch das neue Schaltwerk in der Kohlstatt macht Fortschritte. Nach den Erdarbeiten und dem Voraushub ist der Rohbau abgeschlossen, der Innenausbau hat begonnen. Das Gebäude wird künftig als zentraler Netzanschlusspunkt dienen und die erzeugte Energie in das Stromnetz einspeisen.
Baufortschritt online verfolgen
Mit einer neu entwickelten WebApp können Interessierte den Baufortschritt des Pumpspeicherkraftwerks in Echtzeit mitverfolgen. Entwickelt wurde die Anwendung von der Linzer Agentur Qupik Creative Technologies. Die WebApp bietet visuelle Einblicke in die einzelnen Bauabschnitte und zeigt den Fortschritt der „grünen Batterie Oberösterreichs“.
Weitere Informationen zum Projekt sind online unter www.energieag.at/pskw abrufbar.
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