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BAD ISCHL. In folgendem Leserbrief sprechen sich die Tips-Leserinnen Silvia Eberl und Barbara Laimer für den Erhalt der ehemaligen Kassenarztpraxis von Dr. Fischer in Kaltenbach aus.

Symbolfoto (Foto: tips.at)
Symbolfoto (Foto: tips.at)

„Mit großer Sorge verfolge ich – wie viele andere Patientinnen und Patienten – die geplante Schließung der kassenärztlichen Praxis in Kaltenbach (4820 Bad Ischl), vormals geführt von Frau Dr. Fischer.

Frau Dr. Nina Rubenbauer, die interimistisch eingesprungen ist und uns seither betreut, wäre bereit, diese Kassenpraxis zu übernehmen. Dennoch wird ihr die Bewilligung durch die ÖGK verwehrt, und wir werden auf das Versorgungszentrum verwiesen. Für uns Betroffene ist das unverständlich und inakzeptabel.

Ein Hausarzt ist eine der wichtigsten Vertrauenspersonen im Leben. Frau Dr. Rubenbauer ist für viele von uns genau das: Sie hat stets ein offenes Ohr für Sorgen, Krankheiten und Ängste, kennt unsere persönlichen und medizinischen Geschichten und nimmt sich Zeit für den Menschen hinter der Krankengeschichte. Ich habe sie über eine Freundin kennengelernt, die mit ihr Rettungsdienste fährt. Seither weiß ich: Frau Dr. Rubenbauer arbeitet mit Herz und Hirn, unkompliziert, effektiv und – nach meiner Überzeugung – höchst kompetent.

Für den Erhalt der Kassenarztpraxis von Frau Dr. Fischer in Kaltenbach wurden 6.143 Unterschriften gesammelt. Unzählige Patientinnen und Patienten haben sich klar dafür ausgesprochen, dass diese Praxis als Kassenpraxis weitergeführt wird – und zwar mit Frau Dr. Nina Rubenbauer, von der wir bereits seit dem Tod von Frau Dr. Fischer weiterbehandelt werden möchten.

Immer wieder wird darauf hingewiesen, die PVE in Bad Ischl zu nutzen. Wir wissen sehr wohl um die große finanzielle Unterstützung und die ambitionierten Pläne rund um dieses EU-geförderte Projekt. Trotzdem nehmen viele von uns diese Einrichtung bewusst nicht in Anspruch: Unfreundlichkeit, Unpersönlichkeit, aus unserer Sicht fehlende Menschlichkeit, lange Wartezeiten und Zweifel an der Kompetenz einzelner Behandler schrecken ab.

Besonders die Praxis von Frau Dr. Lerperger stößt bei vielen früheren Patientinnen und Patienten von Frau Dr. Fischer auf Ablehnung und dennoch sieht sie sich offenbar als deren Nachfolgerin, obwohl die massiven Vorbehalte der Patientenschaft bekannt ist.

Andere Arztpraxen in Bad Ischl und Umgebung, denen viele ihr Vertrauen schenken würden, sind bereits hoffnungslos überfüllt. Auch die Situation von Herrn Dr. Fischer, der gemeinsam mit seiner verstorbenen Frau die Gemeinschaftspraxis mit großer Ambition aufgebaut hat, sollte berücksichtigt werden. Er selbst hat mehrmals betont, dass er ausschließlich mit Frau Dr. Rubenbauer zusammenarbeiten möchte.

Ich schreibe diesen Leserbrief stellvertretend für viele zahlende Kassenpatientinnen und -patienten. Wenn schon die Politik den erklärten Willen der Bevölkerung immer weniger ernst zu nehmen scheint, so sollte zumindest im Gesundheitswesen gelten: Patientinnen und Patienten müssen den Arzt oder die Ärztin ihres Vertrauens wählen können – innerhalb jenes Kassensystems, das wir alle mit unseren Beiträgen finanzieren.

Ich appelliere daher eindringlich an die Verantwortlichen der ÖGK und die Entscheidungsträger in der Gesundheitspolitik: Erhalten Sie die Kassenarztpraxis in Kaltenbach und ermöglichen Sie Frau Dr. Nina Rubenbauer die Weiterführung als Kassenärztin. Es geht nicht um ein Gebäude oder eine Struktur, sondern um Menschen und um ein Vertrauensverhältnis, das man nicht verordnen kann.“

Verfasst von: Silvia Eberl und Barbara Laimer

Meinungen in Leserbriefen müssen sich nicht mit denen der Redaktion decken. Wir behalten uns vor, Briefe aus Platzgründen zu kürzen. 

Senden Sie Ihren Leserbrief an: redaktion-gmunden@tips.at


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