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Es lebe der Sport: Vier Special Needs Teams spielen sich in die Gesellschaft

Leserartikel Martin Grob, 16.06.2017 13:42

Bezirk Krems. Fußball für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen steckt in Österreich noch immer in den Kinderschuhen. Dass sich dieser Umstand nun ändert, daran haben viele engagierte Spieler und fleißige Helfer im Hintergrund einen großen Anteil. Tips war beim Special Needs Turnier des Haitzendorfer Sportlerfest und hat mit den Trainern, Organisatoren und Spielern gesprochen.

Fotos: Grob
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In Österreich mahlen die Mühlen manchmal etwas langsamer als anderswo. So ist es beispielsweise in England Vorschrift für jedes Premier League Team, eine Special Needs Mannschaft zu stellen. Hierzulande verfügen nur vier Bundesligaclubs über ein solches Team: Vorreiter SK Rapid Wien, der SKN St. Pölten, die Wiener Austria und die Vorarlberger vom SCR Altach.

Rapid machte den Anfang

Die Grün-Weißen aus Hütteldorf haben ihr Special Needs Team bereits 2014 gegründet. Vor eineinhalb Jahren kamen schließlich die Wölfe aus St. Pölten dazu. Andreas Kurzmann ist, gemeinsam mit Christian Pennerstorfer, Trainer des Teams aus der Landeshauptstadt. Pennerstorfer wollte bereits vor acht Jahren ein Team gründen, damals sei die Zeit allerdings noch nicht reif gewesen. „Es hat an den Ressourcen und am Willen gefehlt, auch von Seiten der Gemeinden“, so Kurzmann. Mittlerweile sei die Gesellschaft aber endlich so weit.

Alle Altersklassen vertreten

Bei der Gründung des Vereins kamen alle Spieler aus dem betreuten Wohnheim „DomiZiel“ in St. Pölten. Mittlerweile rekrutiert man aus dem gesamten Bezirk. Der Jüngste im Team ist 17, der Älteste 45 Jahre alt. Die Bandbreite an Einschränkungen reicht vom Down-Syndrom bis zur massiven Seheinschränkung. Alle Spieler willkommenTrainiert wird jeden Mittwoch um 17 Uhr auf der Stadtsportanlage Sankt Pölten. Interessierte können sich jederzeit bei Christian Pennerstorfer (0676/5560881) und Andreas Kurzmann (0676/3602862) melden.

Lebensqualität erhöhen

Für Kurzmann steht die Erhöhung der Lebensqualität der Spieler im Vordergrund. „Ich höre von außen oft, „das ist total super das ihr das macht“. Nein, das Special Needs Team ist eine Bereicherung. Für mich ist das keine karitative Tätigkeit, sondern ein vollwertiges Hobby“, sagt Kurzmann, der im Sommer auch ein einwöchiges Special Needs Fußballcamp organisiert.

Krems gleich doppelt dabei

Seit knapp einem Jahr verfügt auch Krems über ein Special Needs Team. Beim Turnier in Haitzendorf war man sogar mit zwei Mannschaften vertreten und erreichte Platz zwei und drei. Mitinitiator und Turnier-Organisator Hans-Peter Pressler nennt Harald Hummel als Ideengeber. Hummel habe das Projekt bei Rapid Wien gesehen und daraufhin mit Special Needs Krems-Wachau gestartet. „Wir haben mit fünf Spielern angefangen und innerhalb von zwei Monaten kamen bereits 20 Spieler regelmäßig zum Training“, so Pressler.

Viele Social Media Fans

Die eigene Facebook-Seite „SpecialNeedsFussball“ hat bereits über 400 Fans und wächst stetig weiter. Auch auf Unterstützung von außen dürfen sich die Wachauer Kicker verlassen. So kommt der Reinerlös des Polizeifests in Mautern am 14. Juni dem Special Needs Team zugute. Hans-Peter Pressler bemüht sich, ehemalige Stars und Spieler wie Ernst Dospel und Peter Brandl mit ins Boot zu holen, um die Thematik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Richtiges Vereinsleben

Trainiert wird jeden Montag um 17 Uhr am Sportplatz in Hollenburg, im Winter auch in der Halle. „Uns geht es darum Freundschaften zu bilden, Kameradschaft zu fördern und ein richtiges Vereinsleben zu haben“, sagt Pressler. Man verfolge zwei Ziele: eine sportlich sinnvolle Betätigung und die Spieler in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Andere Voraussetzungen

Unter ganz anderen Vorzeichen nimmt Dynamo L. O. S., das Team der Behindertenhilfe Korneuburg, am Turnier teil. Die Mannschaft setzt sich ausschließlich aus Bewohnern der drei Wohnhäuser in Langenzersdorf, Oberrohrbach und Stockerau zusammen. Für die Spieler ist das wöchentliche Training am Mittwoch ein absoluter Fixpunkt. Viele weitere Informationen zur anderen Seite des Fußalls erhalten Interessierte auf der Website www.mehralsfussball.at


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