Interview Harald Gnadenberger über seine erste Zeit als Bürgermeister
GRESTEN. Seit Mitte Jänner hat die Gemeinde einen neuen Bürgermeister: Harald Gnadenbergerg (SPÖ) trat in die Fußstapfen von Wolfgang Fahrnberger. Tips bat den neuen Ortschef zum Interview.

Tips: Sie sind seit Jänner Bürgermeister der Marktgemeinde Gresten – haben Sie sich in die neue Rolle bereits eingewöhnt?
Harald Gnadenberger:Ich bin schon mitten im Geschehen, eine recht intensive Zeit. Es werden verwaltungstechnische und personelle Besprechungen geführt – in Vorbereitung auf die Mitarbeitergespräche und auch, um uns noch besser kennenzulernen. In die Projekte war ich bereits involviert, nun ist die Arbeit diesbezüglich intensiver. Natürlich habe ich auch schon zahlreiche Veranstaltungen wie Neujahrsempfänge hinter mir –, aber es geht sich terminlich alles aus und ich finde es sehr spannend.
Tips: Stichwort Gesundheitsversorgung: Wie steht es aktuell um das Thema des neuen Ärztehauses?
Harald Gnadenberger:Die Gesundheitsversorgung steht ganz oben. Wir führen intensive Gespräche mit der Nachbargemeinde Gresten-Land und auch die Gebietskrankenkasse ist involviert. Es wird zwar immer von einem neuen Arzt gesprochen, aber es laufen auch Gespräche mit dem bestehenden Arzt Doktor Nikou. Diese Woche steht noch ein Termin – gemeinsam mit Leopold Latschbacher, Bürgermeister der Gemeinde Gresten-Land – in St. Pölten bei NÖGUS an. In weiterer Folge wird auch ein Termin mit dem Planer stattfinden. Wenn wir es schaffen, die Vorstellungen beider Gemeinden unter einen Hut zu bringen – wird die neue Gemeinschafts-praxis in das alte Arzthaus integriert. Wenn dies nicht funktionieren sollte, wird Plan B weiterverfolgt – ein Gesundheitsversorgungszentrum für mehrere Interessenten über einen öffentlichen Bauträger. Das wäre allerdings erst mittelfristig realisierbar. Zudem folgen noch einmal Gespräche mit Franz Faschingleitner, dem Bürgermeister von Reinsberg, um eine eventuelle Lösung, die für alle drei Gemeinden passt, zu erarbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gemeinsame Lösung für die drei Gemeinden finden werden.
Tips: Wie steht es aktuell um die Umsetzung des Schulzubaues?
Harald Gnadenberger:Aktuell befinden wir uns in der Ausführungsplanung. Ich hoffe, dass wir das Projekt mittelfristig umsetzen können. Wann der Startschuss diesbezüglich fällt, ergibt sich erst in einigen Wochen. Aktuell wird daran gearbeitet.
Tips: Welche Maßnahmen werden zum Hochwasserschutz in der Gemeinde in naher Zukunft gesetzt werden?
Harald Gnadenberger:Es werden rund 600.000 Euro in das Hochwasserschutzprojekt in Vorderhoderbergtrabenbach investiert. Immer wieder kommt es zu Überschwemmungen entlang des Baches und der Tennisplätze. Es laufen die Gespräche und es müssen noch Vereinbarungen mit den Grundeigentümern getroffen werden – dabei geht es nur mehr um minimale Vereinbarungen. Ein weiteres langfristiges Projekt ist das Öko-Projekt Süd, eine weitere Hochwasserschutzmaßnahme, um das Problem langfristig zu lösen. Im Falle von Unwetter und viel Niederschlag betrifft das Hochwasser auch den Bereich der Brücke Scheibbser Straße bis hin zum Ybbsbach. Es gab diesbezüglich bereits Konzepte und Entwürfe – nun wird diesen wieder nachgegangen und werden Gespräche aufgenommen. Auch hier spielen die Grundeigentümer eine entscheidende Rolle.
Tips: Wann wird das Projekt der Sportplatzverlegung abgeschlossen sein – kann man diesbezüglich eine Tendenz nennen?
Harald Gnadenberger:Projektmäßig stehen wir hier am Start. Die Finanzierung steht – jetzt geht es konkret darum, die Gesamtprojektplanung zu erstellen und die Kooperationsverträge zischen den Gemeinden und Welser abzuschließen. Dazu kommen noch Grundstücksankäufe und die Umsetzungsplanung sowie das Erstellen einens Betreiberkonzeptes. Bis das erste Tor unten fällt wird es noch zirka drei Jahre dauern.
Tips: Welche weiteren Projekte sollen in naher Zukunft in der Gemeinde umgesetzt werden?
Harald Gnadenberger:Eines der kurzfristig umzusetzenden Projekte betrifft die Kulturschmiede. Aktuell wird ein neuer Pächter gesucht. In diesem Zug soll ein Vertrag mit dem künftigen Pächter und möglichen Mieter aufgesetzt werden, damit man durch die bereits gemachten Erfahrungen ein Betreiberkonzept für die Zukunft erarbeitet. Darüber hinaus gibt es Instandhaltungsarbeiten des Gebäudes. Die ganze Schmiede soll attraktiviert werden. Jetzt – mit diesem Wechsel – ist das eine gute Möglichkeit, um alles auf neue Beine zu stellen. Hier fällt auch ein neues Parkplatzkonzept rund um die Kulturschmiede – eines, das auch für die Anrainer passen soll.
Tips: Wie sehen Sie die Gemeinde in einem Jahr?
Harald Gnadenberger:Wir wollen auf alle Fälle die Gemeinde weiterentwicklen und der Landflucht vorbeugen. In Gresten sind wir zwar noch nicht so stark davon betroffen, aber das soll sich ja auch nicht ändern. Um das zu bewerkstelligen, soll die Infrastruktur verbessert und die Wohnsituation beleuchtet werden, denn das Hausbauen ist in der Gemeinde schwierig, da die Baugründe rar sind. Gresten soll eine lebenswerte Gemeinde bleiben – daher werden viele kleine Schritte gesetzt, die dann letztendlich zusammen einen großen Schritt ergeben.


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