Mit Hesse, Mann und auf Sommerfrische
GRIESKIRCHEN. „Sommerfrische: Kulturgeschichten aus vergangenen Tagen“, das neue Buch der Leiermann-Autoren, folgt bekannten Namen wie Hermann Hesse, Theodor Fontane oder Gustav Mahler an ihre abgeschiedenen Sommerfrische-Orte.

Rund zwei Stunden nach dem Start in München landen die Flugzeuge schon wieder auf Mallorca und die Passagiere befinden sich in ihrem Urlaubsparadies. Einige Münchner haben sich dort ein Feriendomizil eingerichtet und suchen es dank der kurzen Anreisezeit möglichst häufig auf. Wie groß muss aber die Begeisterung für einen Ort sein, wenn man sein Ferienhaus an einem zwei Tagesreisen entfernten Platz erbaut? Genau dies tat im Jahr 1929 der zu jener Zeit in München lebende Schriftsteller Thomas Mann. Seinen Bauplatz fand er nicht auf der spanischen Mittelmeerinsel, sondern in entgegengesetzter Richtung auf der an der Ostseeküste gelegenen Kurischen Nehrung.
Künstlern auf der Spur
Raus aus der Stadt – Sommerurlaub war früher nur dem Adel und dem Großbürgertum möglich. Doch nach und nach konnten auch andere ein paar Wochen im Grünen genießen. „Früher machte man nicht Urlaub, sondern fuhr auf Sommerfrische. Jedes Jahr ist man an einen bestimmten Ort gereist und hat dort Wochen oder sogar Monate verbracht“, erzählt Thomas Stiegler, der Gründer der Kulturplattform „Der Leiermann“ mit Sitz in Grieskirchen. Dabei sei nicht immer nur der Genuss im Vordergrund gestanden, viele Künstler nutzten die Sommerfrische auch, um sich neu inspirieren zu lassen, an ihren Werken zu arbeiten oder Kontakte zu knüpfen.
„In diesem Band aus der Reihe ‚Kulturgeschichten‘ folgen wir ihren Spuren und besuchen bedeutende, aber auch abgeschiedene Sommerfrische-Orte vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert“, erzählt der Grieskirchner. Es finden sich Beiträge über Hermann Hesse am Bodensee, Thomas Mann auf der Kurischen Nehrung oder eine Urlaubsreise in der viktorianischen Zeit, Coco Chanel und die Normandie, Ludwig van Beethovens Kuraufenthalte in Österreich und Gustav Klimt am Attersee. Und natürlich Sisi und Franz Joseph in Bad Ischl.
Historiker, Literaturwissenschaftler, Kunsthistoriker, Musiker, Kulturwissenschaftler, Stadtschreiber, Philologen und mehr nähern sich dem Thema aus verschiedenen kulturhistorischen Perspektiven und bieten dem Leser einen ebenso unterhaltsamen wie kenntnisreichen kulturgeschichtlichen Zugang. Das Buch ist zudem mit QR-Codes versehen, die auf einer eigenen Website mit Bildern, Videos und zusätzlichen Texten weitere Einblicke geben.


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