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GRIESKIRCHEN. Für Josef Öberseder ist es nun Zeit abzuschwingen. Der gebürtige Waizenkirchner und nun in Tollet lebende Bezirkshauptmannstellvertreter verabschiedete sich mit 31. März in den Ruhestand. Für Tips zieht der 65-jährige Bilanz über Erfolge und Herausforderungen und den Beruf, dem er Leidenschaft und Engagement entgegenbrachte.

  1 / 3   Der leidenschaftliche Sportler Josef Öberseder machte seine letzten Schwünge im Berufsleben, nun rückt das Private in den Vordergrund.

Eigentlich wollte er Kriminalpolizist oder Notar werden. Da das Leben aber oft andere Stücke spielt, trat Josef Öberseder mit 2. Jänner 1978 seine Dienstausbildung bei der Bezirkshauptmannschaft Freistadt und beim Amt der OÖ-Landesregierung an. Ein Jahr später wird Öberseder in der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen Leiter der Aufgaben für Gewerbe und Verkehrsabgaben. Damit stellten sich neue Herausforderungen aber auch Erfolge ein. Neuartige technische, automatisierte und industrielle Verfahren, Produktionsprozesse oder schwere Unfälle veränderten die Anforderungen an die Verfahren und die Rechtslage. Im Spannungsfeld wirtschaftlicher Interessen gegenüber Anforderungen aus Umwelt und Nachbarschaft und zunehmend dem Arbeitnehmerschutz, galt es ein Verständnis und Lösungen einzubringen, erklärt Öberseder, der in seiner Amtszeit unter vier Bezirkshauptmännern dienen konnte. Obwohl er auch gerne selber dieses Amt ausgeübt hätte, wie er sagt.

Amtsmanager des Jahrzehnts

Anfang der 1990er initiiert Öberseder ein Projekt, das Verfahren verkürzen soll. Im Jahr 1996 werden österreichweit erstmalig die Aufgaben aus dem Bereich Agrar, Bau-, Forst-, Gewerberecht, Naturschutz, Wasser und Umweltrecht in einer Anlagenabteilung zusammengeführt. Durch diese Pionierleistung wird Öberseder als Amtsmanager des Jahrzehnts ausgezeichnet. Über den Bezirk hinaus ist er aufgrund der Aufarbeitung des Umweltskandals bei der Lederfabrik Wurm bekannt.

 

Traditionelle Werte spielten große Rolle

Aufgewachsen ist Öberseder zusammen mit seinen drei Brüdern auf einem kleinen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb in Waizenkirchen. Der Vater Terrazzomacher, die Mutter führte den Haushalt. Traditionelle Werte spielten im Leben des jungen Josef Öberseder eine große Rolle: „Wir wuchsen in einer unvergessen bleibenden Dorfgemeinschaft auf. Nachbarschaftshilfe in vielen Lebenslagen, Gemeinschaft im Dorfleben und Zusammengehörigkeit unter bescheidenen Verhältnissen waren prägend für das Leben und für die heutige Zeit unvorstellbar. Die Eltern und Großeltern vermittelten uns in der Erziehung, wohlbehütet im Familienverband eingebettet Sparsamkeit, Pflichtbewusstsein, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Gehorsam und Fleiß.“ Diese Werte waren es auch, die Öberseder in seinem Berufsleben an vorderste Front stellte. Bis zum letztmöglichen Tag war der 65-jährige für sein Amt im Einatz.

Mehr Zeit für Familie

Nun ist es aber Zeit, das Ruder abzugeben und sich ganz der Familie und den Hobbys zu widmen. Seine Frau Barbara, seine vier Kinder und zwei Enkelkinder sind sein ganzer Stolz, der Sport seine Leidenschaft - sei es im alpinen Bereich oder beim Laufen oder Radfahren. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der ehemalige Bezirkshauptmannstellvertreter die ersten Tage in der Pension nutzte, um in den Bergen zu entspannen. Er liebt die Natur und setzt sich mit viel Engagement für sie ein. Als Dank dafür wurde Öberseder zum Antritt der Pension vom Energiestammtisch Schlüßlberger der Titel „Ökologierat“ verliehen.

WORDRAP

Josef Öberseder, kurz und knapp:

Die Pension bedeutet für mich…etwas abgeben, was ich mit Leidenschaft machen durfte, frei zu sein, Zeit für anderes und die Familie zu haben

In 10 Jahren bin ich…noch immer fit und interessiert

Glück ist für mich…meine Zufriedenheit, gesund zu sein, in Harmonie und Natur zu leben Ein Leben ohne Arbeit wäre… nicht vorstellbar


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