Wie fairer Handel Menschen leben lässt – Vortrag von Gerti Eilmannsberger
BAD SCHALLERBACH. Wer in einem Weltladen Bekleidung kauft, kann sicher sein, dass er ein hochwertiges, umweltfreundlich erzeugtes Produkt erhält. Außerdem verbessert er das Leben von Menschen und gibt ihnen Hoffnung und Würde. Ein Aspekt, der Gerti Eilmannsberger am Herzen liegt.

In einem interessanten Vortrag am Länderabend im Parkhotel Stroissmüller berichtete die Geschäftsführerin des Weltladens in Bad Schallerbach deshalb über ihre Eindrücke, die sie auf der EZA-Projektreise beim Besuch von Baumwollbauern in Indien gesammelt hat.
Faires Wirtschaft hilft Menschen vor Ort
Dort konnte sie erleben, wie faires Wirtschaften und Handeln den Bauern und ihren Familien hilft, ein besseres, gerechteres und menschenwürdigeres Leben zu führen. So wie in vielen afrikanischen und asiatischen Ländern ist auch in Indien die Baumwollproduktion die Lebensgrundlage für viele Millionen Menschen. Sie haben zwar Arbeit, verdienen aber wenig und leben größtenteils in Armut ohne soziale Mindeststandards. Viele Kinder arbeiten, anstatt in der Schule zu lernen, um ihren Beitrag zum Überleben der Familie zu leisten.
Großkonzerne drücken die Weltmarktpreise
Die staatlich subventionierte Baumwollindustrie in Europa und den USA drückt die Weltmarktpreise, unterentwickelte Länder können nicht mithalten. Auch indische Baumwollbauern sind Verlierer und in allem von den Großkonzernen abhängig, die gewinnmaximierend mit eigenem Saatgut und chemischem Pflanzenschutz arbeiten. Nicht aber die Baumwollbauern, die im Rahmen der EZA-Projekte im System des fairen Handels arbeiten: Gerti Eilmannsberger lernte die Menschen, ihre Sorgen aber auch ihre Erfolge vor Ort kennen. Sie konnte sich davon überzeugen, dass es auch anders geht, dass es Sinn macht, sich für die Idee des fairen Handels einzusetzen und stark zu machen. Der Kauf von fair gehandelter Bekleidung unterstützt die Menschen in Indien, gibt ihnen Hoffnung und Anerkennung und ermöglicht ein Leben in Würde.
Baumwollproduktion weiter in Frauenhand
Gerti Eilmannsberger besuchte auch Baumwollpflückerinnen auf den Feldern. Noch immer ist die Arbeit eine Domäne der Frauen. Sie erzählten, dass der faire Handel große positive Veränderungen für sie und ihre Familie bewirke. Die Baumwollproduktion läuft biologisch ab. Daneben werden Gemüse und Obst und andere landwirtschaftliche Produkte für den Eigenbedarf der Familien der Dorfgemeinschaft kultiviert. Die Baumwolle wird genossenschaftlich zu fixen Preisen vermarktet und in Fabriken maschinell weiterverarbeitet. Alle haben ein geregeltes Einkommen. Zusätzlich gibt es Sozialprämien, die von der Dorfgemeinschaft für soziale Projekte, etwa für die Verpflegung der Schulkinder untertags, verwendet werden. Kinderarbeit wird nicht zugelassen. Sozialprämien werden aber auch an bedürftige Familien ausbezahlt, wobei der soziale Ausgleich so hergestellt wird, dass die Höhe der Prämie von der Bedürftigkeit abhängt. Frauen werden in diesem System des fairen Wirtschaftens nicht benachteiligt.
Schutz für der Umwelt und sich selbst
Wer als informierter Konsument im Weltladen ein Kleidungsstück aus Baumwolle kauft, weiß somit, dass er damit den fairen Handel unterstützt, ein System, das Menschen weit weg von unserer Überflussgesellschaft dabei unterstützt, ein besseres Leben zu führen. Gleichzeitig schützt der Käufer die Umwelt und er kann sicher sein, eine schadstofffreie Kleidung zu tragen!


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