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GRIESKIRCHEN. Keine Angst haben, in Frieden leben können - dafür sind Hindreen, Samiha, Suliman und Halimh unendlich dankbar. Seit Oktober 2015 lebt die Familie in Grieskirchen und will nur eines: sich integrieren, eine Arbeit und eine Wohnung finden.

Suliman, Halimh, Hindreen und Samiha fühlen sich in Grieskirchen wohl und wollen unbedingt hier bleiben.

„Hoffnung“ - ein Wort, das die 24-jährige Hindreen immer wieder gebraucht, während sie ihre Geschichte erzählt. Die syrische Familie musste vor zwei Jahren aus ihrer Heimat fliehen, ihr Haus, Freunde und ihr bisheriges Leben zurücklassen. Ein Schlepper zeigte ihnen den Weg, zwei Stunden musste auf einem Flüchtlingsboot ausgeharrt werden, als es weiter ging, nach Griechenland und bis nach Österreich. „Syrien war früher so schön. Aber jetzt herrscht nur noch Krieg“, erzählt Hindreen. „Man wusste nie, ob man am nächsten Tag noch lebt“.

Neues Zuhause

In Österreich hat die Familie ein neues Zuhause gefunden. Zusammen mit ihrer Mutter Halimh, ihrem Vater Suliman und ihrer Schwester Samiha lebt sie im Flüchtlingshaus in Grieskirchen und muss keine Angst mehr haben, kann ohne Angst schlafen Insgesamt hat Hindreen noch sechs Geschwister, die verstreut in Deutschland oder anderen Orten in Österreich wohnen. Zu Verwandten in Syrien ist der Kontakt komplett abgebrochen, die Schwester der Mutter ist im Krieg umgekommen.

Positiver Asylbescheid

Im Juni konnten die vier nach 1,5- jähriger Wartezeit endlich aufatmen: Die Familie erhielt einen positiven Asylbescheid – für ein Jahr. Natürlich hätte man sich mehr erhofft, dennoch, nun kann nach einer Arbeit und einer Wohnung gesucht werden. Und das will die Familie unbedingt. „Ich will mich integrieren, ich will Deutsch sprechen und ja, ich habe die Hoffnung, dass es klappt“, meint Hindreen.

Integrationswille

Hindreen und ihre Schwester Samiha arbeiten ein Mal pro Woche ehrenamtlich im Alten- und Pflegeheim Grieskirchen. Hindreen engagiert sich in der Wäscherei, Samiha arbeitet im dritten Stock als Haushaltshilfe. Die Initiative sei dabei von den beiden Syrerinnen ausgegangen, erzählt Christina Rathmayr, die selbst im Heim beschäftigt ist und so die Familie kennenlernte. Die Koordinatorin für Öffentlichkeitsarbeit im Heim hat die beiden sofort in ihr Herz geschlossen. Das Engagement und die ehrliche Bereitschaft zur Integration seien es, was Rathmayr, überzeugte. „Es ist ein ganz positives Beispiel von Integrationswille und diesen unterstütze ich bedingungslos. Hier sehe ich, den Willen, auch wenn es ein anderer Glaube ist. Christen oder Moslem es geht nur miteinander“, erklärt Rathmayr, die für die FPÖ im Gemeinderat sitzt. Im Alten- und Pflegeheim wird ihnen kein Geld bezahlt, deshalb ist der Arbeitseinsatz auf ein Mal pro Woche beschränkt. „Man will so wertvolle Menschen, die wirklich arbeiten wollen, nicht ausnutzen“, erklärt Rathmayr. „Wir wollen helfen“, ergänzt Hindreen.

Wohnung, Haus, Arbeit

Ein großer Wunsch der Familie ist es, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, sich selbst zu erhalten und finanzieren zu können. Dafür möchten sie in erster Linie Arbeit finden. Die 36-jährige Samiha wünscht sich als Köchin arbeiten zu können. Die 24-jährige Hindreen träumt von einem Job als Kellnerin oder Friseurin. Beide sind gerade eifrig dabei Deutsch zu lernen. „Ich habe die Hoffnung, dass ich bald sehr gut Deutsch lesen, sprechen und schreiben kann“, meint Hindreen. Auch die Eltern haben einen Wunsch: ein kleines Haus mit Garten. Vater Suliman war in Syrien Bauer. Hinter dem Flüchtlingshaus hat er sich einen kleinen Garten angelegt, um wieder eine Aufgabe zu haben, um das zu machen, was er kann. „Mein Vater möchte auch gerne freiwillig arbeiten, er ist immer daheim und sehr traurig“, erzählt Hindreen. In Syrien besaß die Familie zwei Häuser. Der Gedanke an ihr früheres Leben macht sie traurig, besonders die 63-jährige Mutter weint oft. Dennoch meint Hindreen: „Gott sei dank sind wir alle gesund“.

Kontakt

Wer Familie Adullrahman helfen möchte und eine Wohnung, ein Haus, Arbeit oder eine Lehrstelle anzubieten hat, kann sich gerne bei Christina Rathmayr unter 0650/9244412 oder christina.rathmayr@aon.at melden


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