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GRIESKIRCHEN/ST. GEORGEN/TOLLET. Seine kaiserlichen Spuren hinterließ Maximilian I. auch in Grieskirchen. Zumindest zwei Mal besuchte der Kaiser, dessen 500. Todestag am 12. Jänner gedacht wird, die Region. Der Kaisersteig und der Ortsteil Maximilian in St. Georgen erinnern noch heute an den österreichischen Herrscher. Hubert Krexhammer erzählt, warum der Kaiser nach Grieskirchen kam und warum er selbst gerne in die Rolle des Maximilian schlüpft.

Hubert Krexhammer schlüpft für Auftritte gerne in die Rolle des Kaisers.Foto: Thomas Ortner
  1 / 2   Hubert Krexhammer schlüpft für Auftritte gerne in die Rolle des Kaisers.Foto: Thomas Ortner

Begibt man sich auf die Spuren des Kaisers Maximilian I. (1459 bis 1519), so findet man sich unweigerlich auch in Grieskirchen wieder. Der Kaiser hegte enge Verbindungen mit den Adelsfamilien der Jörger von Tollet und den Pollheimern, die für ihn wichtige Gefolgsleute waren. Durch die Nähe zu Wels, wo Maximilian die Stadt-Burg besaß, kam er zumindest zwei Mal nach Grieskirchen, im Jahre 1505 und 1515.

Fußwallfahrt am Kaisersteig

Wolfgang der IV. Jörger ließ in der Ortschaft Maximilian in St. Georgen eine kleine Kirche erbauen und weihte sie dem Heiligen Maximilian von Lorch, einem Märtyrer der römischen Christenverfolgung. Der Kaiser war durch die Namensgleichheit persönlich berührt, folgte einer Einladung der Jörger und machte eine Fußwallfahrt von Grieskirchen über den heutigen Kaisersteig entlang der Trattnach zur Kapelle. Er versprach damals, solange er lebe eine tägliche Messe zu bezahlen. Dieses Versprechen hielt allerdings nur ein paar Jahre. Die Kirche verfiel in den folgenden 200 Jahren immer mehr. Obwohl um 1770 noch ein neuer Altar gestiftet wurde, wurde sie im Zuge der Reformen schließlich aufgelöst. 1795 wurde der Grund an einen Bauern verkauft, der darauf sein Haus errichtete. „Nichts blieb bis auf einige Grundmauernreste und angeblich ein vergoldeter Messkelch, der beim Ackern am Feld gefunden wurde“, erzählt Hubert Krexhammer, der den Kaiser als sehr emotional, draufgängerisch aber auch als unsicher, ord-nungsliebend und wiederum chaotisch beschreiben würde.

Tolleter Freunde des Kaisers

Wolfgang IV. aus Tollet war auch ein Jugendfreund Maximilians und wurde 1486 in Frankfurt bei der Krönung des Kaisers von ihm persönlich zum Ritter geschlagen. Er war Herr über Schloss Köppach, einem Wasserschloss bei Atzbach im Bezirk Vöcklabruck und dem Schloss Tollet. Er war Bankier und Geldgeber des Kaisers. Dieser machte ihn, sehr zum Missfallen der Pollheimer, zum Landeshauptmann ob der Enns. Bei Maximilians Begräbnis war er einer von 20 Edelleuten, die den Sarg trugen.

In der Rolle des Kaisers

Hubert Krexhammer schlüpft seit 15 Jahren selbst bei Auftritten in die Rolle des Kaisers und lebt diese Figur. Fasziniert habe ihn der Kaiser schon immer. Aufgewachsen in Grieskirchen an der Trattnach, erzählte ihm bereits seine Oma, dass hier schon ein Kaiser spaziert sei. „Das hat mich als kleiner Bub schon fasziniert und dass ich nun 50 Jahre später den Kaiser spielen darf ist natürlich etwas ganz Besonderes.“ Es wird gemunkelt, dass der Kaiser nicht nur zum Wallfahren nach Grieskirchen kam, sondern entlang der Trattnach auch zu einer seiner Geliebten spaziert sein soll. Dies ließe sich allerdings nicht bestätigen, nur so viel: Maximilian hatte offiziell zwölf Kinder. Erzählungen sprechen jedoch von bis zu 70 Kindern, die der Kaiser gezeugt haben solle. Maximilian galt als sehr volksnahe. „Er war der erste Kaiser, der auf die Menschen zuging und ihnen die Hand reichte“, erzählt Krexhammer.

Kaisersteig-Wanderung

In Erinnerung an die Zeit des Kaisers, um auf seinen Spuren zu wandeln und seine Geschichte hautnah miterleben zu können, plant Krexhammer im heurigen Jubiläumsjahr eine Kaisersteig-Wanderung. Mehr Informationen dazu folgen.

Zur Person Kaiser Maximilian I. (1459 bis 1519)

Maximilian war vom 4. Februar 1508 bis zum 12. Januar 1519 römisch-deutscher Kaiser und trug den Beinamen „der letzte Ritter“, da er, am Beginn der Neuzeit stehend, noch einmal das Ideal eines mittelalterlichen Ritters verkörperte. Sein Wahlspruch lautete „Per tot discrimina rerum“ (Durch so viele Gefahren). Er heiratete 1477 Maria von Burgund, mit der er zwei Kinder hatte. Nachdem sie bei einem Jagdunfall verstarb, fielen ihm die Niederlande und das Herzogtum Burgund zu. In zweiter Ehe nahm er 1494 die zwar nicht standesgemäße, dafür aber äußerst reiche italienische Fürstentochter Bianca Maria Sforza zur Frau. Der Herrscher der Zeitenwende war sehr gebildet und ein Freund des Humanismus und der Renaissance, er förderte zum Beispiel Albrecht Dürer. Durch seinen prunkvollen Lebensstil und die vielen Kriege, die er führte, hinterließ er enorme Schulden. Maximilian starb auf der Reise von Innsbruck zum Landtag nach Linz in der landesfürstlichen Burg in Wels, vermutlich an Darmkrebs. Er wurde in der Burg Wiener Neustadt beigesetzt.

Quelle: www.ooegeschichte.at, Irene und Christian Keller 

Veranstaltungen rund um Maximilian:

Festsippung der Schlaraffia zu Wels am 12. Jänner zu Ehren des Todestages Maximilians mit Hubert Krexhammer als Kaiser

Eröffnung der Jubiläumsausstellung in der Burg Wels am 21. März


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