Hypnosetrainer Martin Burgholzer weiß: Das Unterbewusstsein ist die Quelle aller Emotionen
GRIESKIRCHEN. Hypnose und was man sich darunter vorstellt: Menschen, die auf einer Bühne stehen und sobald der Hypnotiseur mit dem Finger schnippt in einen Tiefschlaf verfallen, willenlos Befehlen folgen und so zur Belustigung des Publikums beitragen. Diese Showhypnose habe aber nichts mit klassischer Hypnose zu tun, erzählt Hypnosetrainer Martin Burgholzer. Tips-Redakteurin Sabrina Lang wagte den Selbstversuch.

Man schläft nicht ein, behält den vollen Willen und kann schon gar nicht in Hypnose „hängen“ bleiben. Der Grieskirchner Martin Burgholzer ist seit November 2018 ausgebildeter Hypnosetrainer und liebt es mit dem Unterbewusstsein seiner Klienten zu kommunizieren und sie in einen Zustand tiefster Entspannung zu begleiten.
Hypnose im Alltag
Der Hypnotiseur erklärt, dass sich Menschen im Alltag oft selbst in Trance befinden, ohne dies bewusst wahrzunehmen. Trance sei ein natürlicher Zustand. „Beim Lesen eines Buches, bei einer eintönigen Autofahrt oder im Lift könne man schon mal ,abschalten“ und in einen leichten Trancezustand verfallen. Leute sind nach den Sitzungen immer wieder erstaunt, wie normal sich Trance anfühlt.“
Unterbewusstsein als Quelle aller Emotionen
„Mit der Hypnose hat man die Chance auf das Unterbewusstsein zuzugreifen“, erklärt Burgholzer. „Man geht bei der Hypnose davon aus, dass im Unterbewusstsein alle Informationen vorhanden sind. Es ist ein Riesenspeicher. Das Unterbewusstsein vergisst nicht“, so der Grieskirchner. „Es ist die Quelle aller Emotionen“. So könne Hypnose beim Weg zum Nichtrauchen unterstützend wirken oder das Selbstvertrauen stärken. „Jedoch können und dürfen Hypnosesitzungen ärztliche Therapien, Psychotherapien oder psychologische Behandlungen nicht ersetzen“, stellt Burgholzer klar.
Hypnose – ein Selbstversuch
Tips-Redakteurin Sabrina Lang wagte bei Burgholzer den Selbstversuch und ließ sich hypnotisieren: Die Hypnose beginnt mit einem Vorgespräch, damit sich Hypnotiseur und Klient kennen lernen. Nach ein paar Übungen zum „Aufwärmen“ weiß der Hypnotiseur bereits wie hypnosefähig ich bin und wie er den Weg in mein Unterbewusstsein findet. Spannend, denke ich. Nicht zu wissen, was die nächste Dreiviertelstunde bringen wird, macht nervös aber gleichzeitig neugierig. Ich lasse mich darauf ein, nehme auf der Liege Platz und schließe die Augen. Der Hypnosetrainer schickt mich mit seinen Worten in Trance. Immer wieder wiederholt er Sätze, die in mir Entspannung auslösen sollen. Seine Worten wirken nicht eintönig, dennoch schaffen sie es, dass ich mich voll und ganz entspannen kann. Anschließend geht Burgholzer mit mir auf die Reise in mein Unterbewusstsein. Ich bekomme alles mit, wehre mich aber nicht gegen die Anweisungen des Hypnosetrainers, denn dies ist Voraussetzung, damit es gelingen kann. So schafft es Burgholzer beispielsweise mit nur seiner Stimme meine Hand zu bewegen, ich vergesse richtig von 100 rückwärts zu zählen und ich kann im Moment tiefer Entspannung Stress und den Ballast des Alltags abwerfen. Eine vollkommen neue Erfahrung.
„Hypnose to go“
Das Resümee: nach der Hypnose fühlt man sich entspannt und befreit. Viele Probleme des Alltags scheinen für einen Moment wie weggewischt. Hypnose ist eine neue Erfahrung, die aber nur gelingen kann, wenn man sich darauf einlässt. Martin Burgholzer brachte mir zum Schluss die Selbsthypnose bei. „Hypnose to go“ sozusagen, um sich auch zu Hause in Trance zu versetzen und sich zu entspannen. Das werde ich ausprobieren, nehme ich mir vor.


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