Wie Kultur, Wissen und Geschichte eine ganze Region lebendig halten
BEZIRK GRIESKIRCHEN. Das Kulturgut in der Region erhalten, in Erinnerungen schwelgen oder die Bildung in der Region forcieren. Projekte der LEADER-Region Mostlandl-Hausruck, einem EU-Förderprogramm, zielen genau auf diese Art der Kultur- und Wissensvermittlung ab. Sei es ein Regionalbildarchiv im Schloss Weidenholz oder die Chorakademie Hausruck - Kultur wird hierzulande geliebt und gelebt.

Ein großes Stück Geschichte findet sich im Schloss Weidenholz in der Gemeinde Waizenkirchen wieder. Seit vier Jahren wird von den Vereinen Kultur und Kunst Neukirchen/Eschenau und dem Heimat und Kulturwerk Waizenkirchen das Projekt nostalgiebild.at umgesetzt. Rund 15 ehrenamtliche Mitarbeiter scannen, recherchieren, beschlagworten, kategorisieren und veröffentlichen in bisher mehr als 14.000 Stunden das historische Bildmaterial. Knapp 500.000 Bilder sind es derzeit, 24.000 davon sind online zu finden. Das älteste, datierbare Foto stammt aus dem Jahr 1895, einzelne Bilder könnten aber sogar noch 20 Jahre älter sind. Die neuesten Bilder stammen aus dem Vorjahr.
Bilder als Begleiter des Lebens
Das LEADER-Programm macht auch ein weiteres Projekt möglich und so wurde im Vorjahr mit dem Sammeln, Erforschen, Dokumentieren, Archivieren und Veröffentlichen von historischen Artefakten, im Besondern mit Fotos, Urkunden, Sterbebildern, Handschriften, Filmen und anderen gedruckten und geschriebenen Objekten begonnen. Es werden auch archäologische Sammlungen gepflegt. „Für mich persönlich aber für die Menschheit im allgemeinen sind Bilder Begleiter des Lebens. Waren es vor Jahrtausenden Höhlenmalereien, später Gemälde auf Leinen, kam vor knapp 200 Jahren, erstes Foto von 1826, die Fotografie hinzu, die unser Leben begleitet. Druckwerke aller Art, insbesondere auch die Zeitungen arbeiten neben dem Text seit jeher mit Bildern. Die digitale Welt mit seinen sozialen Medien lebt heute überwiegend von den Eindrücken der Bilder. In dieser digitalen Zeit werden diese durchaus flüchtiger, sind nicht mehr greifbar und weniger dauerhaft. Als Historiker sehe ich einen wesentlichen Aspekt der Bilder in ihrem Anteil an der Geschichte, der bildlichen Überlieferung, einem stummen aber aussagestarken Zeitzeugen“, so Thomas Scheuringer vom Verein Kultur und Kunst.
Leidenschaft für Gesang
Ein Projekt, dass auf die gesangliche Ebene abzielt findet in Aistersheim statt - die Chorakademie Hausruck unter der Leitung von Walter Krenn. Diese hat den Stellenwert der Kirchenchöre in der Region gestärkt und das Bewusstsein für gute Kirchenmusik geweckt. Den teilnehmenden Pfarren wurde strukturelle Unterstützung geboten in den Bereichen, die notwendig waren beziehungsweise gewünscht wurden. Dies betraf die Jugend- und Nachwuchsarbeit, die Aus- und Weiterbildung von Chorleitern und Organisten, als auch stimmbildende Maßnahmen für aktive Sänger. Pfarrübergreifende Kirchenchorproben halfen im Besonderen Pfarren, deren Kirchenchöre in diesem Zeitraum keinen Kirchenchorleiter hatten, die Betreuung von Kirchenchören durch Referenten der Chorakademie wurde in einigen Pfarren auch nach dem Zeitraum der Chorakademie fortgesetzt. Viele der in dieser Zeit neu gegründeten Ensembles für Gottesdienstgestaltung sowie Kinder- und Jugendchöre sind heute noch aktiv und tragen die grundsätzliche Idee der Chorakademie weiter, das Kulturgut Kirchenmusik sowohl in liturgisch traditioneller als auch in moderner Form zu pflegen, zu erhalten und es nächsten Generationen weiterzugeben.


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