Modernisierung Skatepark: Ein Brett, vier Rollen und ein Herzensprojekt
GRIESKIRCHEN. Ein Brett mit vier Rollen ist die große Leidenschaft von 35 Menschen aus dem Bezirk Grieskirchen. Im vergangenen Jahr haben sie den Rollbrettverein 4710 gegründet und starten nun ihr nächstes Projekt: den Skaterplatz in der Bezirkshauptstadt auf Vordermann zu bringen. Tips hat mit Bernhard Andeßner vom Verein über die Welt des Rollbrettfahrens, die 90er-Jahre und das Projekt „Skatepark“ gesprochen.

35 Mitglieder im Alter zwischen 15 und 42 Jahren haben sich zum Rollbrettverein zusammengefunden - gemeinsam wollen sie den Sport leben und ihm Raum geben. Dazu wird dem Skaterplatz in Grieskirchen neues Leben eingehaucht.
Tips: Mit welcher Motivation gründet man einen Rollbrettverein?
Bernhard Andeßner: Unser Verein möchte, dass sich die Skateboarder aus der Region zusammenfinden, insbesondere auch der Jugend die Unterstützung und das sportliche Know-how anbieten, auf das wir persönlich in unserer Jugendzeit nicht zugreifen konnten. Als Verein wird man zudem stärker wahrgenommen, wenn man etwas schaffen möchte, wie den Skatepark zu modernisieren oder Veranstaltungen zu organisieren.
Gibt es zur Gründung eine besondere Geschichte?
Es hat sich vor einiger Zeit ergeben, dass sich drei bis vier Skateboarder zufällig immer wieder mal am Skatepark getroffen haben. Damals haben wir oft darüber gesprochen, wie toll es wäre, wenn ein neuer Skatepark entstehen würde, der besser für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet wäre. Uns war klar, dass man ein solches Projekt zu viert kaum stemmen könne. Also haben wir nach und nach alle Skateboard/Rollbrettbegeisterten, die unser Interesse teilen, in einer Whats-App-Gruppe „gesammelt“ und waren verblüfft, in welch kurzer Zeit diese Gruppe auf knapp 50 Personen angewachsen ist. 35 davon sind später dem Verein beigetreten. Mithilfe dieser Gruppe bekam das Rollbrettern eine ganz neue Dynamik. Der neu entstandene Zusammenhalt gab uns den Aufschwung, den Verein zu gründen und sogleich das Herzensprojekt „Skatepark neu“ anzugehen.
Was ist für euch das Tolle am Rollbrettfahren?
Es ist ein sehr kreativer Sport, der wirklich viel Abwechslung bietet. Man kann den Sport alleine ausüben, aber man findet auch sofort Anschluss bei anderen Rollbrettfahrern am Platz. Natürlich macht der Sport in der Gruppe definitiv mehr Spaß. Aufgeben ist beim Skaten nicht - es braucht einen starken Willen und viel Durchhaltevermögen, denn manche Tricks brauchen hunderte Versuche, bis sie ein Mal gelingen. Wenn sie dann gelingen, ist die Freude natürlich riesig. Was auch begeistert ist, dass jeder den Tricks seinen eigenen Stempel „aufdrücken“ kann. Skaten eignet sich hervorragend, um abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen.
Was unterscheidet Skater zu anderen Menschen und woran erkennt man einen typischen Skater?
Eine gute Frage - jedenfalls nicht mehr so eindeutig anhand der Kleidung, wie es in den 90ern der Fall war. Skater legen enormen Wert auf ein gutes Schuhwerk - untereinander identifizieren wir uns auf den ersten Blick sicherlich anhand der Schuhe.
Ihr wollt den Skaterplatz in Grieskirchen modernisieren. Warum?
Wir möchten dem Skatepark neues Leben einhauchen, damit der Spaß am Sport langfristig aufrecht bleiben kann. Insbesondere möchten wir den Sport auch für die Jugend attraktiv gestalten und um unser Interesse eine Gemeinschaft aufbauen.
Was genau ist geplant?
Seitens des Projekts sollen ein glatter Bodenschliff und neue Rampen aus Beton entstehen, dieser ist langlebiger, umweltfreundlicher und leiser. Auch soll ein kleines Vereinshaus mit Sitzgelegenheiten errichtet werden. Seitens des Vereins wollen wir künftig am Platz Wettbewerbe und Events veranstalten, um ein spürbares Vereinsleben zu schaffen.
Wie viel wird das Projekt kosten und wann startet ihr?
Derzeitige Angebote belaufen sich auf 75.000 Euro. Wenn alles glatt läuft, möchten wir mit dem (Um-)Bau noch im Juni starten, fertig soll der Park dann im Herbst 2021 sein.


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