Eier-Gerti: „Wir waren einmal im Leben im Urlaub, da war uns fad“
HOFKIRCHEN. Ostern ist eine umtriebige Zeit für Familie Seifried aus Hofkirchen. „Eier-Gerti“ und ihr Mann Johann müssen nicht nur ihre eigenen 270 Hühner versorgen, sondern auch das Hausruckviertel mit ihren Eiern.

Seit 2005 haben die Seifrieds Legehühner. Jeden Morgen geht Johann Seifried in den Stall, die Eier werden händisch abgenommen und im Anschluss von Hand sortiert und verpackt. Die Hühner selbst fühlen sich dadurch nicht gestört, sie wechseln zwischen dem Freilaufbereich, überdachtem Wintergarten und Stall hin und her.
Tierfreundin Eier-Gerti
Früher bewirtschafteten die Seifrieds eine Landwirtschaft mit Milchviehhaltung, das rentierte sich jedoch nicht mehr. Auf die Frage, warum sie sich ausgerechnet für Hühner entschieden haben, lacht Gerti: „Ich habe Hühner immer schon gern gemocht“, erzählt sie. Ihr Mann Johann sei zu Beginn nicht begeistert gewesen, mittlerweile habe aber auch er Gefallen an den Hühnern gefunden. Und auch sonst sind die Seifrieds Tierfreunde. Auf dem Hof tummelten sich früher noch Enten und Weidegänse, „die sind aber zu viel Arbeit geworden“, so die Seifrieds. Jetzt sind neben den Hühnern noch Schafe mit eigener Nachzucht am Hof unterwegs, sie verbringen den Sommer im angrenzenden Wald. Doch auch sonst ist tierisch was los am Hof in Hofkirchen. „Wer auch immer in der Umgebung ein verletztes Tier findet, bringt es zu uns“, erzählt Seifried. Und so waren schon Meisen, Frettchen, ein Reh und ein Specht vorübergehend am Hof zu Gast. Sie alle hat Gerti aufgenommen, gepflegt und später wieder in die Natur entlassen. „Tiere bring ich leichter davon als einen Blumenstock“, erzählt Seifried lachend.
Eigenen Hofladen installiert
Mit ihren Produkten fährt Gerti dreimal pro Woche auf den Markt nach Eferding, Grieskirchen und Schlüßlberg, am Samstag beliefert sie Privatkunden, das Altersheim, Bäcker, Wirte und Supermärkte in der Umgebung. Nicht nur die eigenen Eier, sondern auch Nudeln, die aus den Hofkirchner Eiern in Bad Zell (Bezirk Perg) hergestellt werden, liefert sie aus. Bleibt da auch Zeit für Entspannung? „Kaum“, sagen die Seifrieds. „Wir waren einmal in unserem Leben auf Urlaub, und da war uns sehr fad.“ Die Arbeit mache den beiden 64-Jährigen nach wie vor Spaß, man könne sich nichts Anderes vorstellen. Zum Geburtstag erhielt Gerti Seifried eine Arbeitserleichterung von ihren Neffen geschenkt: Ein kleiner Selbstbedienungsladen befindet sich vor der Tür, Besucher können sich jederzeit Eier und Nudeln holen und dafür Geld in eine Kasse legen. „Das funktioniert super, die Menschen sind ehrlich, wenn sie sich ihre Lebensmittel bei uns holen“, erzählt die Landwirtin.
Viel Arbeit vor Ostern
Die Corona-Pandemie hat sich positiv auf das Geschäft der Seifrieds ausgewirkt. Die Leute kochen und backen wieder mehr zuhause, dazu werden mehr Eier benötigt. Vor Ostern ist besonders viel zu tun. Die Eier müssen nach Sautern (Bezirk Kirchdorf) zum Färben geschickt werden und danach ausgeliefert. Die Zusammenarbeit funktioniert fast ausschließlich über andere kleine Betriebe, auch die Hühner stammen aus dem Traunviertel, sie schlüpfen in Kremsmünster und kommen nach einigen Wochen auf den Hof der Seifrieds. Nach 14 Monaten nimmt die Legeleistung der Hühner ab, sie werden dann weitergegeben an Privatkunden, einige werden auch als Suppenhühner verspeist.
Zukunft herankommen lassen
Das Beste an der Landwirtschaft sei die Selbstständigkeit, erklären die beiden. Sie sind auf Bauernhöfen geboren, die Liebe zur Natur sei wichtig für sie. Die Zukunft wollen die Seifrieds herankommen lassen. „Solange wir gesund sind, werden wir hier weiterarbeiten, fad wird uns ja daheim nie“, erklären die beiden lachend.


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