Anna Feldbauer: "Es war mein großer Traum"
AISTERSHEIM/Ö. Steinmetzin Anna Karina Feldbauer aus Geboltskirchen belohnte sich für herausragende Leistungen bei den Berufsweltmeisterschaften WorldSkills und sorgte mit ihrer Goldmedaille am vergangenen Wochenende im französischen Bordeaux für die erste bei dieser Weltmeisterschaft. Tips hat mit ihr über diesen Erfolg und den Weg dahin gesprochen.

Tips: Haben Sie Ihren Erfolg schon realisiert?
Anna Feldbauer: So halbwegs, es wird von Stunde zu Stunde besser.
Tips: Was schoss dir in den Kopf, als du gehört hast, „erster Platz Anna Karina Feldbauer“?
Feldbauer: Ich habe mir gedacht, da liegt ein Fehler vor, ich konnte es gar nicht realisieren. Habe mich aber natürlich riesig gefreut.
Tips: Sie sind die beste Steinmetzin der Welt, wie fühlt sich das an?
Feldbauer: Das ist ein Wahnsinn. Ich habe einen Dauersmiley. Mein Handy ist übergegangen. Alle paar Minuten kam eine Nachricht. Vom Berufsschulkollegen kamen wunderschöne Nachrichten wie „Du hast dir deinen Traum erfüllt“. Schließlich wollte ich da schon jahrelang dabei sein, es war mein großer Traum.
Tips: Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen? Gab es ein Schlüsselerlebnis?
Feldbauer: Ich war im Ritzlhof in der Gartenbau-Schule (NÖ) aufgenommen, das wäre schon fix gewesen. Dann war ich aber auf der Berufsmesse in Wels mit der Schule und dort stellte sich die Fachschule Hallein und bearbeitete Steine. Dabei dachte ich mir, das will ich mir anschauen, ich war dann zwei Tage schnuppern der Firma Kienesberger. Das hat mich so fasziniert, dass ich mich dann wieder von der Schule abgemeldet habe. Ich wollte unbedingt immer etwas mit meinen Händen machen, habe früher mit dem Papa schon immer gerne Holzscheiter gemacht. Da kann ich abschalten.
Tips: Was macht diesen Beruf aus Ihrer Sicht so besonders?
Feldbauer: Ich sage immer, dass ich Sachen schaffe für die Zukunft, für die Ewigkeit, weil ein Stein vergeht nicht, der wird immer modern sein.
Tips: Wie sehen Sie die Zukunft der Facharbeiter?
Feldbauer: Ich finde es voll super, dass es wieder moderner wird, einen Beruf zu erlernen, denn das Handwerk ist das Zukunft. Das fängt beim Bauern und Bäcker an bis hin zum Maurer oder Steinmetz.
Tips: Wo liegen Ihre Schwerpunkte in der Arbeit?
Feldbauer: Ich setze in die Tat um, was Kundschaften wollen, egal ob Grabsteine und Ornamente.
Tips: Stichwort Grabsteine - dabei kommen Sie mit dem Tod in Berührung, wie geht es Ihnen dabei?
Feldbauer: Ich kann ganz gut damit umgehen. Gehen muss jeder irgendwann einmal. Zudem freue ich mich für den, der alt geworden ist. Wenn ich sehe, dass jemand 90 wurde, frage mich oft, was diese Person zu erzählen hätte. Wenn jemand jung stirbt, denke ich mir, ich kann schöne Erinnerung schaffen und die Person wird nicht vergessen.


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