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WAIZENKIRCHEN/SCHARDENBERG.Innerhalb von nur drei Wochen sollte sich das Leben von Franz aus Waizenkirchen und seiner Familie radikal ändern: Nach der Diagnose Schilddrüsenkrebs merkte der 88-Jährige, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleiben sollte. Ein letzter Wunsch, ein letzter Ausflug, das letzte Mal seine Familie sehen. Nur 23 Stunden später hat Franz diese Welt für immer verlassen.

Der 88-jährige Franz konnte sich nur 23 Stunden vor seinem Tod von seiner Familie verabschieden. Möglich gemacht haben dies die Wunscherfüller vom Verein -Rollende Engel- (Foto: -Rollende Engel-)

Glücklich und sorgenfrei, so war das Leben von Franz und seiner Frau, die gemeinsam in einem kleinen Häuschen in Waizenkirchen wohnten. Bis vor drei Wochen, denn da erhielt Franz die Diagnose Schilddrüsenkrebs. Seither hatte sich der Gesundheitszustand des Mannes radikal verschlechtert, seine Kraft schwand jeden Tag mehr. Seine Familie und auch Franz wusste, es wird nicht mehr viel gemeinsame Zeit bleiben. Und so kam der Verein -Rollende Engel- ins Spiel. Nur einen letzten Wunsch hatte Franz: Er wollte noch einmal zur Fatimakapelle nach Schardenberg (Bezirk Schärding), um sich dort von seiner Familie zu verabschieden. Es sollten die letzten Stunden werden, in denen er alle noch einmal sehen sollte.

Ehrenamtliche Wunscherfüller -Rollende Engel- waren zur Stelle

Die ehrenamtlichen Wunscherfüller von den -Rollenden Engeln-, Sabrina, Deborah und Florian, machten sich auf den Weg zu ihrem Fahrgast. Dort angekommen wartete schon ein Teil der Familie auf sie und auch Franz konnte es kaum erwarten, dass sein letzter Wunsch in Erfüllung geht. Im Konvoi ging es nach Schardenberg zur Kapelle, wo weitere Familienmitglieder aus Niederösterreich dazustießen.

„Auf der Fahrtrage fuhren wir mit unserem Fahrgast vorsichtig in die Kapelle hinein, ganz nach vorne an den Altar. Seine Familie folgte ihm und nahm auf den Sitzbänken Platz. Es war still. Jeden Atemzug konnte man hören. Die Familie kehrte in sich. Eine Tochter von Franz hatte eine Rede vorbereitet. Eine Rede, die noch einmal das Leben ihres Vaters widerspiegelte. Sie war traurig, aber sehr berührend und schön“, erzählt Florian Aichhorn von den -Rollenden Engeln-. Die Familienmitglieder realisierten, was sie die nächsten Tage erleben werden und begannen zu weinen. Sie treten an die Fahrtrage heran, streicheln Franz und sprechen mit ihm. Müde und kraftlos, erschöpft: Dem 88-Jährigen ging es nicht mehr gut, doch er war glücklich – im Kreise seiner Familie.

Kaffee und Apfelstrudel und nur 23 Stunden Zeit

Nach dem Besuch der Kapelle hatte die Familie Kaffee und Apfelstrudel vorbereitet, letzte Familienfotos werden gemacht und jeder nutzte die Zeit um noch mit Franz sprechen zu können.

Nach einiger Zeit äußerte der Fahrgast, dass er gerne wieder nach Hause fahren möchte, da er viel zu erschöpft sei.

23 Stunden nach dieser Wunschfahrt ist Franz friedlich eingeschlafen und hat diese Welt für immer verlassen.


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