Peuerbacher Komponist im Salzburger Landestheater
PEUERBACH. Der Komponist Georg Wiesinger aus Peuerbach hat die Musik für das Theaterstück „Amadeus“ komponiert. Dieses feiert am 28. Jänner im Landestheater Salzburg Premiere.

Georg Wiesinger hat mit sieben Jahren begonnen, Geige zu spielen und von Anfang an gerne improvisiert. Mit zehn Jahren lernte er, wie man Musik niederschreibt und begann zu komponieren. Seine Freude daran erklärt der Komponist so: „Musik ist eine weiche, bewegliche Materie – es kommt immer Neues dazu. Komponieren ist entspannend. Man muss auch genau sein, Ordnung schaffen. Ich liebe es immer wieder aufs Neue, einen Plan für verschiedene Instrumente oder gar ein ganzes Orchester zu entwerfen.“ Nach seinem Studium in Linz und Manchester widmete sich der Peuerbacher dem Unterrichten, später dem Kulturmanagement und seit 2023 leitet er das C. Bechstein Centrum Linz.
Seine Kompositionen
Wiesingers Werke zeichnen sich durch eine sinfonische, meist tonal cineastische Tonsprache aus. Eigene Stücke und Arrangements des Komponisten wurden unter anderem vom Bruckner Orchester Linz oder den St. Florianer Sängerknaben aufgeführt. Sein Lieblingswerk aus seiner Feder ist sein Arrangement von Queens „Don't stop me now“. „Der Countertenor Alois Mühlbacher klagte, dass es keine moderne Literatur für Countertenor gäbe. Ich setzte mich hin und erarbeitete eine Parodie des Freddie Mercury-Songs im Stile Mozarts. Am nächsten Tag nahmen wir die Nummer gleich auf. Auf Youtube schaffte das Projekt gleich 80.000 Views. Ich höre es noch immer gerne.“ Bei der Wahl seines Vorbilds schwankt er ein wenig: „Ich schätze zum Beispiel Gustav Mahlers Musik, aber auch Arvo Pärt. Auch Partituren von Mozart, Bach oder John Williams lese ich gerne“, sagt der Komponist.
„Amadeus“ im Salzburger Landestheater
Zum Theaterstück „Amadeus“ kam Wiesinger durch Zufall. Das Landestheater Salzburg suchte dringend nach einem Arrangeur. Der Peuerbacher arbeitete im Sommer mit dem Bachchor Salzburg zusammen und „stolperte im Anschluss quasi ins Landestheater hinein“. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, welch umfangreicher Auftrag die Bühnenmusik zu diesem Stück sein würde. Der Komponist erklärt: „Ich nahm Werke von Mozart, reorchestrierte sie oder verfremdete sie. Soundtechniker Arno Leroy und ich mischten Mozart neu ab, fügten eigene Musik hinzu, zerrten und dehnten Mozarts Musik. Bühnenmusik ist immer auch Gebrauchsmusik – man muss zum Beispiel darüber sprechen können. Wir entwarfen Flächen im Stile Mozarts oder wie Mozart sie heute vielleicht geschrieben haben könnte.“ Auf die Frage, was Mozart selbst zu seiner Adaptierung sagen würde, lacht Wiesinger: „Ich hoffe, es wären nicht zu viele Schimpfwörter ... nein, ich hoffe natürlich, es würde ihm gefallen. Wir haben bei der Erarbeitung der Musik sehr genau darauf geachtet, dass wir Mozarts Musik weder verunstalten noch ins Lächerliche oder Überzeichnete ziehen. Mozart pur – aber modern.“
Bei den Proben zu „Amadeus“ berät er Regie und Schauspieler: „Die Probenarbeit ist wirklich spannend. Es gibt jede Probe kleine musikalische Veränderungen und Adaptionen. Der Chor des Landestheaters ist ebenso bei den Proben dabei. Es ist eine riesige Produktion. Der Anteil meiner Musik beträgt über eine Stunde – da gibt es viel zu proben.“ Außerdem arbeitet er derzeit am Schlussstück für Blasmusik am Dom und an Arrangements für DJ Pete Sabo.


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