Neues Kulturzentrum in Wendling
WENDLING. Der Musikverein, die Landjugend und die Laienspielgruppe der Gemeinde Wendling haben sich zusammengetan und einen Ort geschaffen, an dem sie alle Platz finden. Am letzten Augustwochenende wird das Kulturdorf offiziell eröffnet.

Der Startschuss für das neue Kulturzentrum fiel im Herbst 2022. Die Idee dafür entstand durch die davor bestehende Unterkunftssituation der Vereine: Das Musikheim war zu klein geworden und die Gemeinde wollte die Räumlichkeiten für den Kindergarten. Die Laienspielgemeinschaft hatte gar keinen eigenen Raum und die Landjugend bewohnte einen kleinen Kellerraum. Um keine neuen Grundstücke zu verbauen, entschieden die beteiligten Vereine gemeinsam, das ehemalige „Payrhuber Wirtshaus“ abzureißen und an dessen Stelle ein gemeinsames Kulturdorf zu errichten. Insgesamt bestehen die drei Vereine aus über 150 Mitgliedern, die sich nun darauf freuen, in den neuen Räumlichkeiten Feste, Konzerte und andere Veranstaltungen abhalten zu können.
Das neue Kulturdorf
Im Juli 2020 wurde ein Architektenwettbewerb veranstaltet. Der Gewinner – das Architektenbüro „Two in a box“ aus Ottensheim – wurde ausgewählt, das neue Kulturzentrum gemeinsam mit den Vereinen, der Gemeinde und dem Land Oberösterreich zu planen. Am 1. September 2022 fand der Spatenstich statt und schon am 8. Dezember war der Rohbau fertig.
Ein neues Probelokal für die Musikkapelle
Der Musikverein Wendling musste überraschend lange auf ein neues Musikheim warten. Das alte Probelokal wurde 1996 für circa 40 Musiker gebaut. Im April 2019 fand die letzte Musikprobe in diesen Räumlichkeiten statt, denn dann begannen die Bauarbeiten für den Kindergarten. Zu dieser Zeit nahm das Projekt „Musikheim Neubau“ erstmals konkrete Formen an. Vier Jahre sollten vergehen, bis die Wendlinger Musiker im Herbst 2023 zum ersten Mal im neuen Kulturdorf proben konnten. In dieser Übergangszeit fanden die Proben zum großen Teil beim „Demelwirt“, dem Gasthaus Huber in Wendling, statt. Dort gibt es einen älteren Saal, in dem der Musikverein auch das Schlagzeug und diverse Instrumente unterbringen konnte. Der Rest des Inventars wurde privat untergebracht. Manchmal spielten die Wendlinger Musiker auch in den Probelokalen anderer Musikvereine, wie beispielsweise Bachmanning, Rottenbach oder Zell an der Pram. Nun freuen sie sich über ihren Einzug ins neue Kulturdorf und vor allem auf ihr großes Eröffnungsfest. Obmann Thomas Söllinger bedankt, sich bei allen, die ehrenamtlich am neuen Musikheim mitgearbeitet haben: „Um auch in Zukunft unsere Aufgabe als Kulturträger, Anlaufstelle für die Jugend und Gemeinschaft gerecht zu werden, sind vor allem eine intensive Arbeit, viel Zeit, Idealismus und auch viel Geld notwendig. Ich möchte allen Freunden der Blasmusik viele schöne Stunden mit unserer Musik wünschen sowie unseren Musikern viel Erfolg, um die vielfältigen Aufgaben zu meistern, um für die nächsten Jahrzehnte Musikgeschichte schreiben zu können.“
Das Laienspiel bekommt eine neue Bühne
Laut mündlichen Überlieferungen wurde in Wendling schon nach dem Ersten Weltkrieg Theater gespielt. Der Wendlinger Jedermann wurde 1956 zum ersten Mal aufgeführt und wird bis heute alle zehn Jahre wiederholt. Seit 1988 wird jährlich im Herbst ein Lustspiel auf die Bühne gebracht. Die Laienspielgemeinschaft Wendling besteht heute aus zwanzig Personen im Alter zwischen 24 und 71 Jahren. Je nach Stück wird dieser Kreis auf bis zu 70 Darsteller erweitert. „Die Räumlichkeit und die Freilichtbühne im Kulturdorf erleichtern die Vorbereitungen für Aufführungen ganz erheblich. Allein ein Dach über dem Kopf im Bühnenbereich vereinfacht die Probenarbeit und die Aufführungen. Wir von der Laienspielgemeinschaft freuen uns auf die Veranstaltungen im Kulturdorf Wendling“, erklärt Obmann Christian Perndorfer.
Die Landjugend freut sich auf die große Eröffnung
Die Landjugend-Ortsgruppe wurde bereits 1955 gegründet und steht seit jeher für Gemeinschaft, Brauchtum und Kultur. Im neuen Kulturdorf hat sie nun einen großen Aufenthaltsraum, in dem sich die Mitglieder treffen können. Vor allem freuen sie sich über die Freiluftbühne und den Innenhof, wo sie Veranstaltungen, wie beispielsweise ihre Mostkost, abhalten können. Obmann Jonas Söllinger sagt dazu: „Es ist ein wirklich tolles Projekt geworden. Ein Ort, an dem wir gemeinsam Zeit verbringen und auch andere zu Veranstaltungen einladen können.“


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