Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GRIESKIRCHEN/ST. GEORGEN/PEUERBACH. Entlang der Trattnach im Gemeindegebiet Grieskirchen und der Ortschaft Tolleterau sind seine Spuren kaum zu übersehen: abgeknabberte Bäume oder gegrabene Löcher zieren den Uferrand. Der Biber fühlt sich im Naherholungsgebiet so richtig wohl und schafft für andere Lebewesen wie dem seltenen Eisvogel wieder Möglichkeiten sich anzusiedeln. Auch in Peuerbach fühlt sich der Biber heimisch, auf die Spuren des Nagers kann man bei einer Exkursion des Naturschutzbundes begeben.

Der Biber liebt die Trattnach und hinterlässt hier unweigerlich seine Spuren. Foto: Bernhard Schön
  1 / 4   Der Biber liebt die Trattnach und hinterlässt hier unweigerlich seine Spuren. Foto: Bernhard Schön

Der Biber, Europas größtes Nagetier, fühlt sich entlang der Trattnach im Bezirk Grieskirchen besonders heimelig und fällt nach Lust und Laune Bäume, gräbt Löcher und sorgt dafür, dass die Natur ein Stück ihres Ursprungs zurückbekommt. „Der Biber ist ein Tier, das am meisten seinen Lebensraum gestaltet“, erklärt Bernhard Schön vom Bibermanagement des Landes Oberösterreich. Und das macht der Nager auch entlang der Trattnach. Bäume werden, nachdem sie von ihm angenagt und geschlägert woeden sind, ins Wasser transportiert. „Am Wasser baut er dann schließlich seine Burg“, erzählt Bernhard Schön. Wenn er Gewässer aufstaut, werden Schadstoffe im Wasser nicht weiter transportiert. „Es kommt zu einer Reinigung des Wassers“, erzählt der Biberexperte. Wo die Strömung reduziert wird, werde es auch für Fische besser, sie finden wieder mehr Versteckmöglichkeiten vor. Das wirke sich sehr positiv auf die Fischfauna aus. Der Biber schafft zudem Wiesen wieder mit ausreichend Wasser zu versorgen und bietet dadurch wieder Lebensräume für Vögel, Libellen oder anderen Amphibien.

Faszinierende Tierart

Millionen Exemplare des Bibers hatten einst die Gewässer des ganzen Kontinents besiedelt, ehe sie im 19. Jahrhundert beinahe überall vom Menschen ausgerottet wurden. Erst rund 150 Jahre später, in Oberösterreich vor etwa 35 Jahren, wurden wieder einige wenige Tiere ausgesetzt. Dank strenger Schutzvorschriften leben zur Zeit in Oberösterreich etwa 600 bis 650 Tiere. Fasziniert von dieser Tierart zeigt sich auch der Obmann des Naturschutzbundes Josef Limberger. „Der Biber ist ein Wasserbauer und macht Rückhaltemaßnahmen nachhaltig und gratis für die Menschen. Es ist eine faszinierende Tierart, die bei uns Fuß gefasst hat.

Lebensräume für den Eisvogel

Der Biber schaffe laut Limberger eine natürliche Umgebung, die wiederum ideal für den Eisvogel ist, den aufmerksame Naturliebhaber und Wanderer entlang der Trattnach leicht entdecken können. „Der Eisvogel ist ein Juwel der Bäche. Er braucht Uferabbrüche. Mit regulierten Bächen hat er ein Problem. Er ist ein Ausgängeschild für klare, gesunde Gewässer“, erklärt Limberger.

Biber-Steckbrief

Gewicht:

12 bis 30 (max. 36) Kilogramm

Körperlänge:

83 bis 100 (max.120) Zentimeter

Schwanzlänge:

30 bis 38 (max. 50) Zentimeter

Lebenserwartung:

10 bis 15 Jahre

Geschlechtsreife:

ab dem 3. Lebensjahr

Paarungszeit:

Jänner bis März

Tragzeit:

105 bis 107 Tage

Junge pro Wurf:

bis 3 (max. 5) pro Jahr

Auf den Spuren des Bibers

Der Naturschutzbund lädt am Samstag, 30. März, von 8 bis 11 Uhr zu einer Exkursion im Naturschutzgebiet Koaserin in Peuerbach ein.

Gemeinsam mit Josef Limberger, Obmann vom Naturschutzbund Oberösterreich, durchwandern die Teilnehmer den Lebensraum des Bibers, erfahren viel Wissenswertes über seine Lebensweise und begeben sich auf die Suche nach Spuren seiner Tätigkeiten.

Treffpunkt: Naturerlebnisinsel „Koaserin“ des Naturschutzbundes, Laab 1, 4722 Peuerbach

Unkostenbeitrag: Erwachsene 8 Euro, Kinder (6 bis 12 Jahre) 4 Euro.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden