Paracycling-Europameisterschaft: „Wir wollen zeigen, dass alle Sport machen können“
GASPOLTSHOFEN/ PEUERBACH/ GALLSPACH/ LOCHEN/ SCHWANENSTADT. Walter Mayrhuber (61) und Diemar Ematinger (59) organisieren gemeinsam die UEC Paracycling European Championships & Upper Austria Cycling Tour. Im Interview mit Tips erzählen die beiden, wie sie dazu gekommen sind und was bei dem Großevent die größte Herausforderung ist.

Tips:Wie sah ihr Start in die Veranstaltung von Paracycling-Rennen aus?
Walter Mayrhuber: Dietmar Emathinger war als Obmann vom Behindertenverein Vöcklabruck mein Arbeitskollege.
Dietmar Ematinger: Zum 50-jährigen Jubiläum des Behindertensportverein Vöcklabruck vor neun Jahren wollten wir ein gemeinsames Rennen an zwei Wochenenden organisieren und haben Paracycler aus Österreich und angrenzenden Staaten eingeladen. Im Vorjahr haben wir bereits die erste Europameisterschaft im Paracycling organisiert, dieses Jahr können wir sie noch einmal organisieren. Die dazugehörige Voreuropameisterschaft konnten wir aufgrund der Corona-Pandemie aber nicht abhalten, wir haben trotzdem sehr viel positives Feedback für die erste Euromeisterschaft erhalten.
Tips:Was zeichnet den Bewerb aus?
Ematinger: Wir legen größten Wert darauf, das sich die Sportler bei uns sehr wohlfühlen. Dazu gehören zum Beispiel Duschhocker für Sportler mit Querschnittslähmung oder die barrierefreie Erreichbarkeit von WC-Anlagen und dem Anmeldepunkt.
Mayrhuber: Entscheidend waren die Erfahrungsjahre in der Vergangenheit, wo wir auf die Rückmeldungen der Sportler eingegangen sind.
Tips:Wie groß ist das Team, das das Event organisiert?
Mayrhuber: Zwölf ehrenamtliche Personen arbeiten intensiv zusammen, wir besprechen das Neuste in wöchentlichen Sitzungen.
Ematinger: Der Arbeitseinsatz lässt sich nicht in Stunden aufwiegen.
Tips:Ab wann ist die Veranstaltung gelungen?
Mayrhuber: Wir bangen dieses Jahr nicht mehr, weil wir schon genug Routine und Vorbereitung haben. Ein entscheidender Faktor ist das Beitragen der freiwilligen Helfer, der Feuerwehren der Umgebung und der Streckenposten, das hat in den vergangenen Jahren sehr gut geklappt.
Tips:Was ist die größte Herausforderung in der Organisation?
Mayrhuber: Die größte Herausforderung war es, passende Streckenabschnitte zu finden, mit denen alle Beteiligten zufrieden sind. Ein großes Lob gilt den Austragungsorten, die ein sehr gutes Gefühl dafür haben, das Rennen der Bevölkerung beizubringen. Wir wollten ein inklusives Event gestalten, bei dem alle gemeinsam Spaß am Sport haben. Das Beste ist die Mischung aus Spitzen- und Breitensport. Es ist nicht entscheidend, dass ich Erster bin, sondern an mich glaube und etwas erreichen kann. Der Hintergrund von Behindertensport ist, dass die Sportler das Leben als lebenswerter empfinden. Jeder Körper braucht Belastung, das vermittelt Lebensgefühl und einen Ausgleich zum Alltag. Die Strecken müssen gut befahrbar sein, sollen aber trotzdem ein bisschen selektiv sein. Bei der Tips-Businesstour wird eine gewisse Rundenanzahl gefahren, sobald der schnellste Starter im Ziel ist, wird das Rennen beendet. Jeder Teilnehmer, der eine Runde absolviert, ist schon in der Wertung. Der sportliche Ehrgeiz kommt dann automatisch dazu. Die besten zwei Runden jedes Sportlers werden gewertet.
Ematinger: Mein Motto als Obmann vom Behindertensportverein war schon immer: „Miteinander und nicht gegeneinander“. Das haben wir auch auf die Paracycling-Meisterschaften umgesetzt. Wir wollen zeigen, dass alle gemeinsam Sport machen können.


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